Das Kind

Dass man über die Geburt des Kindes sogar 2017 Jahre später noch spricht zeigt schon, dass es kein normales Kind war. Zwar hat man viel hinzuerfunden und anderes den eigenen Wunschvorstellungen angepasst, aber das ändert nichts daran, dass es ein sehr außergewöhnliches Kind gewesen sein muss, welches vor 2017 Jahren das Licht der Welt erblickte. Schon im Mutterleib begab sich das Kind auf diplomatische Reisen und besuchte einen mittelnahen Verwandten, der natürlich noch keinen Namen hatte, aber später als Johannes der Täufer bekannt wurde. Sogar in der Bibel ist vermerkt, dass sich der spätere Johannes über den Besuch des Kindes unheimlich freute und im Bauch zu hüpfen begann. Vermutlich korrespondierten die zwei Föten über eine archaische WhatsApp-Version. Das Kind selbst scheint dabei ruhig geblieben zu sein, denn sonst wäre dies ebenso erwähnt worden.
Geboren wurde das Kind in Bethlehem während einer Reise, deren Ursache eine Volkszählung gewesen sein soll, welche der damalig amtierende Kaiser Augustus in Auftrag gegeben hätte, was aber selbiger und sein gesamter Hofstaat aufzuschreiben vergessen hatten. Dass das galiläische Kind ausgerechnet Bethlehem als Geburtsort wählte, zeugt von seinem Weitblick, denn Bethlehem liegt im Westjordanland und ist heute palästinensisches Gebiet. Aber Palästinenser waren zu dieser Zeit noch nicht erfunden. Man sollte das aber als Fingerzeig betrachten, dass das Kind bei seiner Geburt praktisch in vorausgreifender Nachahmung von J.F. Kennedy „ich bin ein Palästinenser“ bezeugte.
Die Geburt fand in einen Stall bei Bethlehem statt, ein Beleg, dass Wohnungsnot kein Problem der Neuzeit ist. Wie die Eltern des Kindes den Stall mieten konnten, ist nicht überliefert. Der Stall muss jedoch gerade frei geworden sein und die Eltern des Kindes hatten sicher Reit- und Tragtiere dabei. Im Stall befanden sich ein Ochse und ein Esel unbekannter Herkunft. Man wird sich wohl über den Mietpreis rasch einig gewesen sein.
Als das Kind geboren war, begann es sofort damit, alle und alles zu segnen. Angefangen mit seinen Eltern, Josef und Maria, hin zu herumlungernden Hirten und schließlich sogar den Stall selbst und die Fledermäuse im Gebälk, die sich abrupt zu Engelchen verwandelten und nach einem Crashkurs auf allerlei Instrumenten spielen mussten. Für den Stallbesitzer war das alles eine Katastrophe, denn als Stall war die Hütte nun definitiv nicht mehr zu gebrauchen und die Nachfrage nach Kirchen tendierte gegen null. Auch die Hirten betrachteten sich plötzlich als etwas Besseres und verloren das Interesse an den blöden Schafen.
Schon wenige Tage nach der Geburt knüpfte das Kind diplomatische Beziehungen und bestellt die Außenminister der umliegenden Staaten ein. Damals im Volksmund als „die Weisen aus dem Morgenland“ bekannt. Die erschienen dann mit allerlei Geschenken, wie das damals halt so üblich war. Das Kind vergaß aber den örtlichen Herrscher einzuladen, einen gewissen Herodes, was diesen unheimlich wurmte, ja sogar zur Weißglut brachte, weil seine Regentschaft völlig ignoriert wurde. Man stelle sich ähnliches Verhalten im heutigen Bayern vor.
Dass Herodes im März 4 v. Chr. starb, ist das einzige Manko an der Geschichte. Aber das darf man halt nicht so eng sehen. Als der bereits verstorbene Herodes ernsthafte Konsequenzen androhte, begab sich das Kind in Begleitung seiner Eltern auf diplomatische Reise in das benachbarte Ägypten, wo es einige Zeit blieb. So zumindest lesen wir in der Bibel. 

Nachfolgeverweigerung

Unser Nochministerpräsident Horsti findet den Zeitpunkt für die Nachfolgefrage denkbar unpassend. Tja, so kann es halt kommen, wenn man sich mit allen Mitteln an der Macht festkrallt und nicht erkennt, dass man längst hätte gehen sollen. Eine horsttypische Situation. Frei nach der H10-Regelung, dass der Nachfolger mindestens zehn Horstlängen Abstand halten muss. Da hat sich ja der selbstdenkende Bayer damals bei den Windrädern schon gedacht, dass so was nur Windradlosigkeit bedeuten kann, oder auch Ratlosigkeit, wie sie nun herrscht. Ja ja, die Axt ist schon an den Stamm gelegt und nur ein ehrenvoller Rücktritt kann die Fällung verhindern, die dann wohl wenig Ehre übrig lässt. Aber so sind sie, die Politiker der Generation Merkel, Schäuble, Seehofer, können sich nicht von der Macht lösen, egal wie viel Schaden sie dadurch anrichten. Niemand ist alternativlos, jeder ist ersetzbar und soll auch zur rechten Zeit ersetzt werden. Ja, soll sich zur rechten Zeit ersetzen lassen, das wäre Verantwortung. Also Horsti: Zeig Verantwortung! Genieße deinen Ruhestand, vielleicht kommst du dann auch mal zu einer nachhaltigen Meinung..

Personaldebatte

Freilich sagt der Horsti, dass es jetzt keine Personaldebatte geben dürfe. Das ist sein Überlebensinstinkt. Aber helfen wird ihm das nicht viel, denn wenn es im Kessel kocht, dann will der Druck raus. Darf er das nicht, explodiert der Kessel. Und wer kommt dann, nach dem Parteitag? Vielleicht der Herrmann, den braucht ja jetzt in Berlin keiner mehr und dann könnten Söder und Aigner in aller Ruhe ihre Lager für die Landtagswahl aufbauen. Aber wenn sich die CSU weiterhin in Obergrenze und Maut verbeißt, dann wird der Wähler eventuell zu dem Schluss kommen, dass die Regierungsunfähigkeit der bayerischen Staatspartei das Maß der Unerträglichkeit erreicht hat und ein bundestagswahlähnliches Ergebnis anstreben. Der Alleinherrschaftstraum ist auf alle Fälle ausgeträumt und ob es eine FDP in Bayern über die Hürde schafft, ist mehr als ungewiss. Also muss ein anderer ungeliebter Koalitionspartner her. Und der Scheuer? Der wird wohl mit seinem Besitzer samt Sockel in die Tiefe gerissen. So hat alles seine guten Seiten. Am Ende kommt doch noch Guttenberg zum Zuge und braucht nicht weiter in der Welt herumschnöseln.Doktor hin oder her.

Obergrenze

Der bayerischen Wählerschaft hat es gefallen, die CSU zur Christlichen Schrumpf Union zu degradieren und lieber der Partei mit Christian Lindner als Programm sowie den Anarchisten für Deutschland die Stimme zu gegeben. Da muss es den bayerischen Wählern schon viel schlechter gehen, als es die allgemeine Wirtschaftslage vermuten lässt. Oder sind sie nur wütend, weil sie von „denen da oben“ nicht ernst genommen werden. Nun ja, da haben die Medien aber auch ein böses Spiel gespielt und das bravourös gemeisterte Flüchtlingsereignis zur Flüchtlingskatastrophe hochstilisiert, die Superhorst zur Obergrenze inspirierte, welche er aber nicht durchsetzen konnte und nun, mit 11% weniger Macht und damit eigener Obergrenze, an mehr Obergrenzen-Durchsetzungsvermögen glaubt. An Realitätsferne fehlt es ihm also nicht. Wenn es zur Jamaika-Koalition kommt, dann wird es wohl bei der Wunscherfüllung nach dem Stimmenproporz gehen, dann steht der Horst mit seinem Forderungszettel an ziemlich letzter Stelle. Und mal ganz ehrlich: Ist eine Obergrenze für Flüchtlinge wirklich unser vordringlichstes Problem? Wir Wähler erwarten vielmehr, dass eine handlungsfähige Regierung gebildet wird, die sich den wirklichen Problemen widmet und sie löst. Die Grünen sind da ein wichtiges Regulativ, denn wir haben nur diese eine Erde und deshalb braucht die Wirtschaft Zügel. Inzwischen hat der Horsti die Obergrenze zusammen mit der Mutti schön brav eingeweicht, dass sie für die Koalitionsverhandlungen möglichst dehnbar wird. Wenn er glaubt, damit seine Wähler zufriedenzustellen, dann muss er sie schon für ziemlich dämlich halten und das wird ihnen nicht gefallen, nicht einmal dann, wenn es stimmt.

Aus Superhorst wird Horst

Oder vielleicht sogar Prügelhorst

Vor Seehofer konnte man sich nicht vorstellen, dass es mit einem Seehofer überhaupt möglich wäre und mal ehrlich: Er wird nicht sehr lange fehlen. Nein? Gut, dann überlege mal und zähle drei positive Dinge auf, die du mit Seehofer verbindest! So so ... lass dir ruhig Zeit. Mach es wie die Bundesmutti. Nach sehr langem Überlegen ist mir die H10 Regelung für Windräder eingefallen und die ist nun alles andere als positiv, zumindest aus Sicht der Energiewende. Horsti hat aus der Engeriewende nämlich Energiewände gemacht und er liebt Zäune an den Außengrenzen. Zäune grenzen aber in aller Regel ein und nicht aus. Wir sitzen nämlich innerhalb des Zauns und das finde gut wer will, ich nicht. Und nun wird auch noch gemunkelt, dass der Scheuer über den miserablen Wahlkampf straucheln könnte. Seehofer weg, Scheuer weg, wie viele gute Nachrichten verträgt ein Tag? Dann kommt auch noch der Altweibersommer mit angenehmen Graden. O du glückliches Bayern, womit hast du das verdient?

Hoppla Gottespartei

Hochmut kam vor dem Fall

Ich kann nicht behaupten, dass mich der Absturz der bayerischen Gottespartei auch nur ansatzweise betroffen macht, denn Mitleid für Arroganz fällt mir schwer. Mit der Obergrenzenforderung hat sich die BDU das eigene Bein gestellt. Man muss sich ja mal die Frage stellen, wie sich dieses Bayern in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich vermehren konnte, wenn die Geburtenrate nach unten weist. Die Antwort findet man in jeder Straße unserer Landeshauptstadt, wo du dich mit Bairisch fast nicht mehr verständigen kannst. Wenn dann ein Ministerpräsident sinngemäß sagt, dass er keine Ausländer in Bayern nicht haben will, dann fragt sich der zugewanderte Durchschnittspreiß schnell, was das für ihn zu bedeuten hat. In Preißen wird nämlich bairische Grammatik nicht unterrichtet. Also hat er Angst und wenn du Angst hast, dann wählst du eine Partei, die auch Angst hat und vor der auch die BDU Angst hat. Denn wenn die BDU vor einer Partei Angst hat, dann hat das sicher seinen Grund und der Feind meines Feindes ist mein Freund. Bei wem du dabei im Bett landest, das wird garantiert die große Überraschung. Theoretisch besteht nun die Chance des Umdenkens. Eine erste Erkenntnis könnte sein, dass jeder Bayer in irgend einer Art ein Flüchtling ist. Denn wir sind blond, braun und schwarzhaarig. Wir sind klein und groß, dick und dünn. Wir haben braune, grüne und blaue Augen. Elf Bayern als homogene Gruppe zu erkennen, dürfte ein unmögliches Unterfangen sein, es sei denn, sie stehen auf dem Fußballplatz und haben das gleiche Trikot. Da haben wir überhaupt keine Toleranzprobleme, wenn das Leder im gegnerischen Kasten landet. Also Umdenken im Stadion klappt schon ganz gut, es geht um das Umdenken außerhalb des Fußballplatzes und ohne gleiches Trikot. Da tut sich der Bayer extrem schwer, denn wer schon im schönsten Bundesland der Welt das Licht der selben erblickte und ein Leben in Sicherheit und Wohlstand führt, der muss ja nicht auch noch Mitleid haben mit den Außenstehenden der europäischen Grenzen, bloß weil es christlich wäre. Oder? Christlich braucht zur Zeit europäische Außengrenzen, nur so kann der hohe Wohlstand der bayerischen Christenheit bewahrt werden.

Mindestens Hundert Jahre Hinterfotzinger Liedertafel

Mann o Mann, wer hätte das den alten Knackern der Hinterfotzinger Liedertafel zugetraut, was die bei Ihrer Geburtstagsparty zu bieten hatten. Schmissige Lieder gesungen und getanzt und das auch noch auswendig. Da blieb so manchem Gast die Spucke weg. Aber nein, die Gäste benetzten mit der Nichtweggebliebenen die Hände und klatschten was das Zeug hielt. Und auch die Gastchöre. Kinder- und Jugendchor, die man unvermeidlich zu ertragen beschloss, schlossen die Knacker flugs in die Herzen und dann erst die marianischen Singdrosseln, die kamen gar mit extra umgschriebenen Geburtstagsliedern an, dass die Knacker aus dem Staunen und Freuen und Klatschen gar nicht mehr in würdevolle Zurückhaltung fanden, sondern grinsten, bis man befürchtete, dass die Köpfe ab Oberkiefer zurückzukippen könnten. Ja, so einen Festabend hat es in Hinterfotzing schon lange nicht mehr gegeben. Nicht einmal die Grußworte konnten der Stimmung etwas anhaben. Das Fest wird in die Analen eingehen und die Hinterfotzinger Liedertafel noch ein verdientes Weilchen stolz und glücklich sein.

Wahl

Was zu glauben uns alles zugemutet wird

Die meisten Laternenmasten sind bescheuert und eine Partei, die eigentlich vier Jahre Zeit gehabt hätte, ihre Ziele umzusetzen hat plötzlich lauter Wohltaten im Sinn. Eine Anfrage beim Oberhaubentaucher der bescheuerten Partei, welche Antworten er denn auf die wirklich wichtigen Fragen habe, wurde mit einer Standard-Phrasen-PDF beantwortet. Die Amerikanisierung des Wahlkampfs ist im vollen Gange. Hirn bitte erst wieder nach der Wahl gebrauchen! Wahlaufklärung für die Wahlhelfer. Warum keine Wähleraufklärung oder zumindest Verbot von Wählerverdummung? Die Demokratie wird von ihren gewählten Repräsentanten zerstört. Es könnte einem das Kotzen kommen, wenn man die Alternativen betrachtet. Pest oder Cholera. Die üblichen und mit Sicherheit unhaltbaren Wohltatsversprechen zur Beeinflussung der Unentschlossenen, also faktisch Uninformierten und Wahluntauglichen. Stimmvieh eintreiben. Es könnte einem die Lust an der Demokratie vergehen, wenn man sieht, wie realitätsfern es vor Wahlen zugeht. Und dann gibt es auch noch lokale Parteilautsprecher, die alles um der Partei willen mit eingebautem Passivverstärker in den Wahlkreis plärren. Wie miserabel müssen alle anderen Staatsformen sein, dass sich diese Scheindemokratie immer noch als die beste behaupten kann.

Wirtschaftskrieg

Die friedliche Eroberung

Wenn du in ein Land einmarschierst, es eroberst und du dir die fruchtbarsten Flächen nimmst, dann verhungern alle, die bislang von den Feldern lebten und du begehst völkerrechtlich eine Straftat, mit der man dich vor den internationalen Gerichtshof zerrt.
Wenn ein multinationaler Konzern die fruchtbarsten Flächen eines Landes kauft oder pachtet und darauf Soja, Raps oder sonstige Früchte für den Export anbaut, dann verhungern all jene auch, die bislang von den Feldern lebten, aber niemand muss vor Gericht.
Für die Verhungernden macht also Krieg oder Kapitalismus keinen Unterschied, für die Täter schon.

Rücksichtslos

Das Zeitalter des Egoismus

Autobahn A3 Höhe Metten. Die rechte Spur gehört den Brummis. In einer nicht enden wollenden Karawane bringen sie Waren von A nach B und wieder von B nach A, weil die Veredelung in B wegen der schlechten Löhne mehr Gewinn verspricht. Das ist so verrückt, wie die Umprogrammierung von Diesel-Pkw, nach der die Nagler mehr Diesel brauchen, das aber umweltfreundlicher, auch wenn die Vernunft dabei auf der Strecke bleibt. Harnstoff macht die Diesel sauberer. Die Produktion von Harnstoff richtet aber mehr Schaden an, als unsaubere Diesel. Die linke Autobahnspur ist ziemlich dicht und es geht mit knappen 110 Sachen einigermaßen vorwärts. Für einen Pandafahrer ist das schnell genug, aber der Stern hinter mir blendet auf und hat permanent den linken Blinker gesetzt, als hätte er mehr Anrecht auf eine freie Straße als die Linksfahrer vor ihm. Also lasse ich ihn vorbei, setze mich direkt hinter ihn, blinke links und schalte das Fernlicht ein. Schade dass ich keine Polizeianzeigetafel auf dem Dach habe, sonst würde ich "Arschloch" einblenden. Aber da schert schon ein Sattelzug aus und überholt den Vorausfahrenden mit geschätzten 50 Stundenmetern mehr Tempo. Diesmal macht es mir nichts aus, weil das Arschloch vor mir kräftig sein Doppelhorn erklingen lässt. Ich hoffe sogar, dass eine leichte Steigung kommt und der überholende Balkantrack ein kleines bisschen langsamer wird, aber nicht zu viel, sonst bricht er das Überholmanöver ab. Ich schalte das Fernlicht aus und betätige die Lichthupe ein paar mal. Den Linksblinker lasse ich schön eingeschaltet. Leider kommt meine Ausfahrt und ich suche eine Lücke zwischen den Tracks, um eine Chance zur Ausfahrt zu bekommen. Leider zu spät, aber die linke Spur wird jetzt langsamer. Zuerst bleibt das Archloch hinter mir, dann der Balkantrack, weil ich ihn nicht rein lasse. Als dessen Stoßstange gefühlte 10 cm. hinter meiner Stoßstange liegt, ziehe ich auf die Überholspur und reduziere das Tempo. Der Balkan blendet einäugig mit der Lichthupe. Ich reduziere weiter. Schade, dass ich das Gesicht des Arschlochs nicht sehen kann. Bei Tempo 60 gebe ich Gas und genieße ein Stück freie Fahrt auf der linken Spur, finde tatsächlich eine Lücke in der rechten Spur und flitze die nächste Ausfahrt hinaus. 

Geht ein (Rechts)Ruck durch Europa?

Die Franzosen entscheiden sich

Ist es ein Wunder, dass die kleinen Bürger die Nase voll haben von Europa. Freilich, die Reisefreiheit, aber woher das Geld dafür nehmen. Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich hoch, ebenso in Italien, in Spanien, in Griechenland sowieso, während die Deutschen einen Exportüberschuss nach dem anderen einfahren. Man muss kein großer Wirtschaftsmathematiker sein, um auszurechnen, wer für den Überschuss zahlt. Natürlich wir selber, denn entweder wird der Überschuss in Geld überhaupt nicht ausgeglichen oder - wie im Fall der Amis - mit faulen Papieren. Ein Wirtschaftüberschuss, den wir uns mit der Agenda 2010 erarbeitet haben, die so ganz nebenbei die Einkommen in Fleißigland heruntergefahren hat und jetzt wundern sich die Väter der Agenda, dass die Binnennachfrage nach Autos schwächelt. Ja, liebe Wirtschaftslehrlinge: Binnennachfrage gibt es nur bei guten Einkommen. Da habt ihr wieder mal sehr kurzfristig gedacht. Aber wenn die Gewerkschaften nun höhere Abschlüsse fordern, dann sind sogar die Arbeiter dagegen, dass es ja nicht schlechter wird um den eigenen Arbeitsplatz. Was man einem Volk nicht alles eintrichtern kann. Ausgerechnet dem Volk der Dichter und Denker. Sie haben schon recht, unsere Nachbarn, wenn sie von der "German Angst" reden. Wirtschaft lebt halt nicht nur vom Verkaufen, sondern auch vom Kaufen. Früher galt das magische Viereck und heute gilt das Investmentbanking, das von sich selbst gnadenlos überzeugt ist. Als würde eine Investmentbank auch nur einen Euro Wertschöpfung erzielen. Kann es Super Martin besser? Vielleicht!? Er sollte die Chance bekommen, denn Angie flößt nicht mehr sehr viel Zuversicht ein. Ja ja, man sollte schon wissen, wann man aufhören muss. Das ist eben keine deutsche Tugend, mal von Ratzinger abgesehen. Aber der hat in deutscher Manier seine Chance auch nicht genutzt. Vielleicht war ihm die Aufgabe auch zu groß und er hat sich lieber in seine philosophischen Ausführungen zurückgezogen. Freilich darf man die Deutschen nicht zu sehr zur Veränderungen aufstacheln, sonst marschieren sie wieder über Grenzen hinweg. 

vernichtende Gesichtswahrung

Amerikanische Raketen auf Syrien

Der Ami schmettert dutzende Marschflugkörper auf Syrien, weil er die Syrer für die möglichen Täter eines Giftgasangriffs hält. Kollateralschäden nimmt er billigend in Kauf. Der Ami hat im Irak einen Krieg wegen angeblicher Massenvernichtungswaffen angezettelt, die niemals aufgetaucht sind und dabei den IS erschaffen. Der Ami lässt sich von jedem noch so blöden Regime provozieren und schlägt zu, um sein Gesicht zu wahren. Das hat was von den primitivsten Blutfehden in Verrücktistan, die sich immer wieder mordend im Kreis drehen. Und jetzt haben sie sich auch noch einen Präsidenten gewählt, der die Karikatur seiner selbst ist. Europa stehen interessante und sehr verantwortungsvolle Zeiten bevor. 

Alexander, do brindt was!

Eine Maut muss her. Das hat die CSU maximalwichtig gefordert und den Auftrag zur Durchsetzung an Alexander Dobrint erteilt. Genauso gut hätte man einen Beamten in einen Ideenwettbewert schicken können. Mal sehen, wie teuer uns diese Mauth kommt, denn entweder müssen die deutschen Autofahrer ebenso zahlen oder sie müssen mit Steuern das Loch stopfen, das die Unterfinanzierung verursacht. Das wirklich traurige dabei ist aber, dass wir uns solche Tiefflieger immer und immer wieder ins Parlament wählen. Das wirklich traurige sind wir Wähler.

Nutznießer Deutschland

Die Gewinner der Flüchtlingskrise

Während die ewig Gestrigen den schwarzen Teufel an die Wand malen, boomt in Deutschland die Wirtschaft. Wir profitieren vom schwachen Euro, wir ziehen Gewinne aus den maroden Haushalten der europäischen Südländer, die Flüchtlinge kurbeln die Binnennachfrage an. Woher nur nehmen die Rechtspopulisten ihre Argumente? Sie nehmen sie nirgends her, sie erfinden sie. Sie appellieren an Urängste, machen das Unbekannte zur potentiellen Gefahr.
Wie schön, dass ein politischer Frühling durch Deutschland weht, wie wunderbar, dass der unglaubliche Vorteil eines vereinten Europas wieder stärker erkannt wird. Wie verrückt, dass ausgerechnet die Briten sich als die größten Europaenthusiasten entpuppen.
Teilt man die Probleme Europas in Kategorien ein, dann ist da eine riesige Kategorie Geld und ein paar sehr kleine, kaum nennenswerte Kategorien. Aber ist Geld so mächtig? Die Mächtigen glauben das, dabei bräuchte es nur ein Gesetz und der Euro ist passe. Keine uninteressante Überlegung, wenn man bedenkt, wie hoch verschuldet Staaten, Kommunen, Bürger sind und wie gering die Zahl der Gläubiger ist. Die würden es im persönlichen Luxus nicht mal merken, wenn ihre Geldanlagen sich in Luft auflösten. Immerhin: Du kannst nur anlegen, was überflüssig ist. Das muss und wird auch die Lösung unseres Wirtschaftssystems sein und es ist - so paradox das klingt - auch die einzige Überlebens-Chance des Kapitalismus. Fragt sich nur, welcher Politiker das im Kreuz hat. Dieses Dilemma war auch früher schon da und mangels Mut zum Radikalschnitt zettelten sie Kriege an. Denn die Mächtigen hatten Kriege nicht zu fürchten. Das Sterben überließ man immer dem kleinen Mann.

Was ist wichtig

Warum vergeuden wir so viel Zeit

Jeden Tag nimmt uns das Leben bei der Hand und es geht im Dauerlauf durch den ganzen Tag, bis man abends vielleicht noch Zeit zur inneren Einkehr findet. Was war wichtig an diesem Tag? Freilich, der Lebensunterhalt, der ist wichtig. Denn nur dann haben wir die Möglichkeit zu wirklich wichtigem. Aber der Lebensunterhalt ist ein gieriger Geselle. Immer mehr ständige Ausgaben zwingen uns zu immer mehr Lebensunterhalt. Freilich die Flatrate für das Handy und natürlich die Prime-Mitgliedschaft, damit man in der Zeit, die man eh nicht hat, Filme anschauen kann, die der Sparsamkeit der Öffentlichen zum Opfer fallen. Aber ist das wichtig oder schlagen wir nur die wenige Freizeit mit Unsinn tot? Die Fastenzeit regt an, darüber mal nachzudenken. Sinnvoll zu fasten und sich all dem, was dem "zur Besinnung kommen" im Wege steht zu entziehen. Einmal Zeit für das eigene Innenleben zu haben. So ist es vermutlich auch gemeint. Aber wie alles, so hat auch die Fastenzeit ihre Eigendynamik entwickelt und ihre eigenen Stressfaktoren aufgebaut. Der morgendliche Angstblick auf die Waage, die zusätzliche Termine im Fitnessstudio stehen dem Ziel der Fastenzeit im Wege, denn die Fastenzeit braucht zunächst mal Raum und Ruhe und körperlich-geistiges Wohlbefinden. Dann kommen vielleicht die Gedanken, die kommen sollen. Dann gelingt es vielleicht, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Vielleicht.

Inkompetenzstrukturverein

Als gebürtiger CSU-Wähler hast du natürlich keine Chance auf Veränderung. Veränderung kann es ja nur geben, wenn man Parameter verändert, zum Beispiel anders wählt. Aber das ist natürlich für einen gebürtigen CSU-Wähler außerhalb der Möglichkeiten. Und dann haben wir in Niederbayern ein horstattestiertes Paradies, da kann sich die A94 so unvollkommen vorkommen wie sie will. Weil es im Paradies nämlich Unvollkommenheit gar nicht geben kann. Da waren ihnen die Grünen recht, dass sie quasi für die Verhinderung der Vollkommenheit der A94 verantwortlich sind. Als würde die CSU den Grünen auch nur ansatzweise etwas durchgehen lassen. Aber die CSU ist ja per Parteiprogramm grüner als die Grünen das jemals sein wollten. Damit haben sie ihnen praktisch die Existenzgrundlage genommen. Aber seit wann kümmert sich die CSU um ihr Parteiprogramm, vor allem die unbequemen Passagen? Da meldet sich ein Inkompetenzstrukturverein mit dermaßen unfassbarer Ignoranz zu Wort, dass selbst einem gebürtigen CSU-Wähler das Hirn stehen bleiben muss. Wenn die Wirtschaftlichkeit es verlangt, dann muss der Umweltschutz zurück ins Glied. Eine Gondelbahn auf den Reischlberg, Windräder als Gefahr, ein Pumpspeicherkraftwerk gegen Windausfall, eine Nordumfahrung für Passau mit haarsträubender alternativer Faktenlage. Bei so viel geballter Inkompetenz muss man sich natürlich fragen, wer das alles gewählt hat und in welchem Zustand. Ist denn der Fasching irgendwo noch nicht vorbei oder war das schon mit Starkbier? Lieber Gott! Bitte, bitte schicke einen Engel nach Bayern, aber diesmal einen, der nicht gleich im Hofbräuhaus versumpft!

Vorbei

Ein Nachruf

Hellau oder Hällau. Tausendfach schallte der rheinische Karnevalsruf durch die niederbayerischen Faschingsorte. So kann's dir gehen, wenn dir selber nichts einfällt und der Fasching zur abgekupferten Zwangsgaudi degeneriert, die mit allen möglichen Elferräten zwangsjackenartige Ausgelassenheit zu verbreiten sucht, was natürlich nur mit massivem Alkoholeinsatz gelingen kann. Das auch nur kurz, denn dann gewinnt der Rausch die Oberhand und dämmert den Belustigten hinweg. Es wäre wirklich an der Zeit, den Karneval des bayerischen Landes zu verweisen und die Starkbierfeste vor den Aschermittwoch zu ziehen, denn da würden sie passen und der bayerische Fasching dürfte endlich mal das sein, was er will. Bierdunstig gut gelaunt und maximal derbleckend. Dann hätte auch die Fastenzeit wieder eine Chance auf Besinnung.

Gaudi Gaudi

Maximalbürokratisierte Lust

Gaudi, Gaudi! Die älteren und mittlerweile vermuffelten Faschingsgeher erinnern sich vielleicht noch daran, wie der ins bairische gequälte Lustigkeitsbefehl lautsprecherverzerrt durch Hinterfotzing schallte. Da der Rufer ein Maximalzugereister war, hörte es sich eher nach Goudi Goudi an. Aber Gaudi kannst du nicht befehlen und lustig schon gar nicht. Schau sie dir einmal an, die gequälten Zwangsgrinser mit rheinischer Narrenkappe, stolzgeschwelltem Karnevalterminkalender und jede Menge Selfies mit nackten Gardebeinen, die dann durch die Welt gewotzäpt werden, dass die Gaudi Gaudi hinausstrahle von Hinterfotzing bis Hirndübel. Aber so ist das, wenn der Fasching als lustige Erinnerung ins hirngraue Nirwana eingeht und der Karnevalmutant nur mehr als zwangsbelustigend permalärmendes Komasaufereignis wahrgenommen wird. Idealerweise sieht das die Jugend anders und vielleicht soffen wir damals zwar anderes, aber ebenso komatös. Deshalb allen, die das noch genießen können einen schönen Fasching!

Hatschidisten

Wenn's einen reißt

Hatschi! Wenn du im katarrhdurchtränkten Tempotaschentuch eine Wanze des Verfassungsschutzes findest, dann haben dich die Bundesspione als Hatschidist entdeckt und damit als potentiellen Gefährder eingestuft. Und du brauchst nicht glauben, dass du auch noch ein einziges mal unbeobachtet zu Bieseln gehen kannst. Sobald du den Reisverschluss aufmachst, steht der Innen-de-Misere-Minister auch schon da und reißt dir das Geheimnis aus dem Hosntürl, dass dir der Blasendruck auf der Stelle vergeht, weil deine undichte Stelle entdeckt wurde. Wenn dann in deinen versifften Taschentüchern auch nur ein einziger maximalpigmentierter Rauwuckel entdeckt wird, dann brauchst du dir über die Gültigkeit deines alten Führerscheinfetzens keine Gedanken mehr machen, weil man in Stadelheim keinen Führerschein braucht. Und Stadelheim ist das mindeste, es könnte auch Hof werden, das bayerische Pendant zu Quantanamo, wo du auch sprachlich von der Welt abgeschnitten wirst. Drum sag ich dir: Wenn du nicht als Hatschidist in einem modrigen Folterkeller enden willst, dann nimm lieber rechtzeitig Rotzstopp. Rotzstopp, die wirksame Waffe gegen den Hatschi.

Das große Versprechen beginnt

Oder wie man das Nahen von Wahlen erkennt

Stoiber sagte, dass man "in zehn Minuten vom Münchner ...". Jeder kennt es und es ist immer noch sehr beliebt bei YouTube. Für alle Unwissenden, hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=f7TboWvVERU. Es war einer der grandiosesten Versprecher unseres bayerischen Primisterexpirenten. Er hat sich versprochen. Nein, er hat es nicht versprochen, sondern sich versprochen. Anders Schäuble, der verspricht nun aus lauter Angst, dass die treuen Schwarzwähler alternativ für Deutschland wählen nun das Undenkbare, nämlich den "Überschuss" des Bundeshaushalts in Steuergeschenke umzuwandeln. 
Da frage ich mich, wie naiv der naivste Naivling sein muss, um das zu glauben. Einem anderen vielleicht, aber doch nicht Schäuble. Was muss dieser Mensch gelitten haben, als er auf Geheiß unserer Übermutti (und der Partei), dieses Versprechen versprochen hat. Ein Schäubles'sches Versprechen. Hier ist das "s" bei 'sches schon sehr wichtig, denn schnell würde man da ein "r" vermuten und dann wären wir beim Transrapid-Edi.
Wahlversprechen sind ja so schön, weil wie Weihnachten. Aber nach der Wahl zum 19. Bundestag der Bundesrepublik Deutschland wird der Christbaum relativ rasch aus dem Fenster fliegen und die lieben, schönen und leckeren Wahlversprechen erreichen das Ablaufdatum und verlieren ihre Gültigkeit. Und was dann zum Vorschein kommt, könnte uns  zum Anziehen warmer Kleidung animieren. Das ist halt das Problem, dass man den Wähler mit Leistungen nicht mehr überzeugen kann, und sind sie noch so gering.
Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass man den Schäuble für so was nicht missbrauchen darf. Es sei denn man will, dass es eh keiner glaubt. Vielleicht sollte man eine Gesetztesvorlage einbringen, dass die Verbindlichkeit von Wahlversprechen vorschreibt. Andererseits wäre es dann vor Wahlen nicht mehr so lustig. Wobei halt auch das Sprichwort gelten könnte: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht." Und man könnte mit etwas Kulanz das "einmal" auch mit "zweimal" oder "dreimal" ersetzen.

Elphi

Das niedlichste, was man zu 866 Millionen Euro sagen kann

Während in Hinterfotzing und ähnlich benachteiligten Niemandsorten das Raumangebot für Kulturveranstaltungen reduziert wird, leistet sich Hamburg für stolze 866 Millionen einen Kulturtempel, der dann auch noch in höchsten Tönen gelobt, ja sogar gegauckt wird. 
Hamburg wies 2015 einen Schuldenstand von 38 Milliarden Euro auf, das sind 21,9 Tausend Euro je Hamburger, ein stolzes Sümmchen. Da kommt es freilich auf eine Philharmonie nicht mehr an. Was für 86 Millionen veranschlagt war, schraubte sich schön langsam auf das zehnfache. Da ist dann auch eine geschwungene Rolltreppe drin.
Rechnet man die Ausgaben für Elphi mal auf die Bürger um, dann sind es 490 € je Hamburger. Oder anders herum könnte sich Hinterfotzing mit fiktiven 4000 Einwohnern immerhin einen 1,96 Millionen teuren Kulturbau leisten. Wobei da noch Luft drin ist, denn Hinterfotzing hat eine bescheidenere pro Kopf Verschuldung als Hamburg. Sagen wir mal 3000 € je Haupt. Um auf das Hamburger Niveau zu kommen, könnte also pro Bürger noch mal 18 Tausend Euro Kredit ausgeschöpft werden. Dann stünden 74 Millionen zur Verfügung. Da ginge dann vielleicht sogar eine geschwungene Rolltreppe.
Wenn man es so betrachtet, dann sind alle Kommunen, die glauben sich so was nicht leisten zu können die angeschmierten, denn die bleiben so unwichtig, wie sie immer schon waren. Wenn sie ihre jahrelang vernachlässigten Veranstaltungshäuser verscherbeln, dann schaffen sie es sogar bis Unterhinterunwichtig. Und alles, was an den Ort erinnert, bleibt ein Eintrag in Wikipedia. Ja, so kommt's, wenn man die Gemeinden kaputtspart, weil man die finanzielle Unterversorgung als Gott gegeben hinnimmt und die verantwortlichen Politiker sogar noch katzbuckelig zum Eintrag ins Goldene Buch bittet, wenn sie sich mal zur Visite ihrer parteiuntertanen Bürgermeister herablassen.
Wenn die Größten unseres Landes die Hamburger in höchsten Tönen für ihre Elphi loben und die unverantwortliche und grenzenlose Verschwendungssucht als lästigen Schatten geflissentlich ignorieren, dann sollte sich Hinterfotzing auf der Stelle etwas nettes für 74 Millionen Euro leisten und das Lob ist den Hinterfotzingern gewiss. 

Die Schlange

Oder was die Trumps dieser Welt aus Paradiesen machen

Es war einmal ein Land, das von der Sonne sehr verwöhnt wurde, deshalb lebte es sich dort besonders gut. Alles wuchs von alleine und man konnte sich jeden Tag satt essen. Niemand musste arbeiten oder eines anderen Knecht, noch Sklave sein. In diesem Land lebte auch eine Schlange, sie war friedlich und konnte sich wie jeder andere Bewohner des Landes an den Früchten erlaben. Die Bewohner nannten es das Paradies. Niemand wusste, dass im Untergrund des Paradieses großes Unheil schlummerte, das Erdöl.
Eines Tages kamen Menschen von fern her, die von diesem Öl wussten, es nützlich machten und einen großen Hunger danach erzeugten, eine ständig wachsende Begierde. Und plötzlich gab es in dem Land Bewohner, die mehr haben wollten, als sie zum Leben brauchten. Sie verfielen einem glänzenden Metall, das sie Gold nannten und in ihrer Gier nach Gold vernichteten sie das Paradies auf der Suche nach Öl immer mehr. Sie wurden immer unersättlicher und verlangten immer mehr Gold für das Öl. Die Fremden wollten aber billiges Öl, deshalb säten Sie Zwietracht und Streit über das Land. Sie lieferten Waffen und brachten den Krieg.
Auch die Schlange litt unter der Veränderung, ihre Grube wurde zerstört und die Früchte immer weniger. Das Paradies war zur Hölle geworden. Wollte sie überleben, durfte sie nicht mehr so wehrlos sein. Sie sammelte das Gift der Feindschaft und des Neides, das Gift, das die Fremden brachten in Ihren Zähnen, so konnte sie wenigstens ihren Lebensraum verteidigen. Doch der wurde immer kleiner und immer feindseliger. Auch die Schlange wurde zusehends aggressiver und feindseliger. Das Leben im Land war unerträglich geworden, fast unmöglich.
Die Schlange erkannte, dass der Hass kein Ende nehmen würde und der Verbleib im Land ihr Untergang wäre. Also entschloss sie sich zu den Fremden zu kriechen. Entweder würde sie dort wieder Frieden finden oder den Fremden das verfluchte Gift Biss für Biss in ihr Fleisch treiben, damit sie am eigenen Leib spüren, was sie dem Paradies angetan haben. Die Fremden verwehrten ihr zunächst die Einreise, aber die Schlange war sehr groß und mächtig geworden und ihre Stärke wuchs mit jeder Bombe, die auf ihre einstige Heimat fiel. Denn die Fremden bezahlten das Öl nicht mehr mit Gold, sondern mit dem Tod, den sie in vielerlei Gestalt an die Gierigen des Paradieses lieferten. Denn die Gierigen wollten nicht nur Gold sondern auch Macht und dazu war Gewalt ein wirksames Mittel.
Sie bombten sich gegenseitig zu Tode, bis nichts mehr vom Paradies da war. Nichts mehr außer dem Öl, über das die Fremden dann ohne Bezahlung verfügen konnten. Die Schlange konnte im Land der Fremden nicht in Frieden leben, weil ihr von allen Seiten Feindseligkeit begegnete, deshalb biss sie immer wieder zu und mit jedem Biss wuchs auch die Feindseligkeit. Die Fremden überlegten nicht, wie man mit der Schlange in Frieden leben könnte, damit sie nicht mehr beißen würde, sondern wie sie zu vertreiben war und wohin, denn das Paradies gab es nicht mehr und niemanden, der die Schlange bei sich aufnehmen wollte. Am meisten weigerten sich jene, die von der Zerstörung des Paradieses den größten Vorteil errungen hatten.
Frieden ist eben nur dann möglich, wenn niemand am Unfrieden verdient.

Realutopie

Die finalen Fragen

Ist das Krematorium das letzte Burnout?

Ist Weihwasser ein Spritzmittel?

Ist die Priesterzahl stärker gesunken als die Kirchgängerzahl?

Gibt es eine Zeit nach Angela Merkel?

Warum wird man von Starkbier so schwach?

Gibt es Gemütlichkeit to go?

Warum können Sitzenbleiber fliegen?

Kann ein Gemeinderat ratlos sein?

Werden Vorratsdaten schon vor dem Telefonat gespeichert?

Warum hört sich cloud so verdammt nach Diebstahl an?

Wie oft wurde die A94 schon eingeweiht?

Warum hat sich der CSU-Generalsekretär keinen richtigen Doktor gekauft?

Warum erinnern Gottesdienste an Schwarzweißfilme?

Wie kann man Gott in einen Tabernakel einsperren?

Ist das Kind eines katholischen Priesters automatisch geweiht?

Wie groß ist die Schnittmenge des heutigen Lebens mit der katholischen Lehre?

Wäre ein Leben nach katholischer Lehre schlechter oder schöner?

Warum schreibt man katholische Lehre nicht mit zwei e?

Mit Bußgottesdienst ins Neujahr

Manchmal kann man es sich nicht aussuchen. Da gehst du guten Vorsätzen folgend in den Neujahrsgottesdienst und wirst mit dem gesamten Bußprogramm für die suggerierte Maximalschlechtheit konfrontiert. Man muss sich mal vorstellen, welchen Gott die Radikalkatholisten voraussetzen, der ihrer Meinung nach eine Menschheit - Absicht hin oder her - nicht so perfekt erschaffen hat und dann einen Geist von sich herausschneiden muss, der dann eine Menschenfrau schwängert, damit die einen Menschgott gebiert, der für die Fehler der Menschheit von ebendieser ans Kreuz genagelt wird und durch seinen Tod seine Mörder wieder mit Gott versöhnt. Mann o Mann, das ist starker Tobak, aber der wird nun schon seit hunderten Jahren verweihraucht. Und bis zu unserer Generation funktionierte das auch, weil die Aufklärung eben doch länger brauchte, als sie sollte. Und nun laufen ihnen die Menschen in Scharen davon. Recht haben sie. Denn die Kirche hatte wirklich lange genug Zeit, um eine Kirche der Menschen zu werden. Aber so lange sich Priester als erforderliches Bindeglied zwischen Mensch und Gott selbstüberschätzen, bleibt nur der Niedergang als Ausweg für eine Mehrwertkirche. 
Jeder Mensch muss sterben und keiner kann es ertragen, das ist das Fundament, die Existenzbasis der Kirche, denn sie erfand und verkauft die Eintrittskarten für das Reload im Jenseits. Sieht man sich die Welt an, dann muss man sich ernsthaft fragen, warum Gott die Menschheit nach ihrem Tod überhaupt wollen sollte. Wenn ich Gott wäre, dann hätte ich vielleicht sogar Bedenken, ob die mir das Paradies auch noch schänden, verpesten und zerbomben.
Jesus starb nicht für irgendwelche Sünden der Menschheit, er starb für seine Überzeugung, von der er nicht abweichen konnte, ohne sich selbst zu verraten. Die Welt war nicht bereit für den radikalen Weg Jesu. Aus dieser Sicht war Jesu Hinrichtung sicher nicht sein bester Tag, sondern der finsterste und schmerzvollste. Es fällt halt ziemlich schwer, das zu akzeptieren. Und dass die Kirche den Fisch als Symbol durch das Leidenskreuz ersetze, war vermutlich eine der tragischsten Entscheidungen. Das verlagerte den Schwerpunkt Jesu Wirken einzig und allein auf seinen tragischen Tod. 
Aber was bleibt dann von der katholischen Kirche? Oh, sie wäre eigentlich so wichtig, wie nie. In einer Zeit, die von Konsum und Sinnlosigkeit geprägt ist, könnte sie Sinn, Inhalt und Leben geben. Sie müsste halt lernen, zu bereichern, einen Mehrwert zu geben. Sie müsste sich von der Sündenstrategie verabschieden und von ihrem selbstüberhöhten Sockel herabsteigen. Das wird sie auch müssen, will sie nicht von ihm gestürzt werden. Egal, ob Jesus nun Gott oder Mensch war/ist, seine Botschaft ist nach wie vor aktuell, nicht sein Tod. Der war wohl eine unvermeidliche Folge seines Handelns und seiner Einstellung, aber gewiss nicht sein bester Tag.
Noch heute maßt sich die Kirche an, Menschen zu exkommunizieren, noch heute maßt sich die Kirche an, das Scheitern einer Ehe als nichtgottkonform lebenslang zu ächten. Dass ihre Priester beim (aus erbrechtlichen Gründen erfundenen) Zölibat versagen oder sich an Minderjährigen vergehen, ignoriert sie geflissentlich. Ja, wenn sie aus ihren Fehlern nicht lernt und sich weiterhin weigert, ein Quell der Lebensfreude und des Lebenssinns zu werden, dann ist der Untergang die beste Lösung.

Unschuldig?

Siehst du, das haben  uns die Amis voraus, da wenn einer mal schuldig ist, dann ist er schuldig und nicht auf einmal wieder unschuldig, nur weil er es nicht gewesen ist. Die Amis haben für solche Fälle Quantanamo. Da kommen alle unschuldigen Schuldigen hin. Wobei da natürlich auch die Folter eine gewisse Rolle spielt, das musst du natürlich auch bedenken. Im Mittelalter haben sie bei uns so manchen Unschuldigen zur Schuldigkeit gefoltert und vielerorts außerhalb unserer Willkommensrepublik wird dieses probate Mittel immer noch fleißig angewandt. Denn jeder ist böse. Insofern hat die katholische Kirche schon Recht, wenn sie uns jede Woche mit dem großen Schuldbekenntnis konfrontiert: "Ich bekenne ..... " Die Kirchenprofis unter uns kennen es ja auswendig. Der Mensch ist schlecht und wenn er das nicht getan hat, wofür man ihn soeben verhaftet hat, dann eben etwas anderes. Falsch geparkt, über Angela Merkel geschimpft, bei rot über die Fußgängerampel, Schwarzgeld kassiert, es gibt so viele gute Möglichkeiten, böse zu sein, das es um die Chance gut zu sein relativ böse steht. Nun haben sie also den bereits vor dem Anschlag anvisierten Kleinkriminellen durch einen anderen ausgetauscht und weil der vermutlich bei seinesgleichen untertaucht eine saftige Belohnung ausgesetzt, damit seine Quartierleute ein wenig in Versuchung kommen. Bei uns Christen würde das nicht helfen, weil wir ja täglich darum beten, nicht in Versuchung geführt zu werden. Aber das BKA wird sich schon informiert haben, ab welcher Summe man beim Islam in Versuchung kommt. Ich wäre mir bei diesem Betrag auch bei Christen nicht restlos sicher. Und wenn wir in Versuchung kommen, dann müssen wir halt wieder beten, dass wir gutes unterlassen und böses getan haben.

Advent rapapapam

Gedanken zur verrücktesten Jahreszeit

Wie eine Maschinengewehrsalve peitscht der "Little Drummer Boy" durch den Spätherbst. Unüberhörbar ist die staade Zeit über das Land hereingebrochen.
Der Advent hat sich in den letzten Jahrzehnten kräftig entwickelt. Die Stadt Hamburg wirbt heuer mit einer Glühweintour. Schließlich weiß jeder, dass der Geldbeutel im Rausch lockerer sitzt. Praktisch Einkaufsvorglühen.
Durch die Kirche wabert der Weihrauch in dicken Schwaden, dass die Gehgeschwindigkeit zum Kommunionempfang häufig den schlechten Sichtverhältnissen angepasst werden muss und trotzdem einige orientierungslos durch den heiligen Nebel irren. Vielleicht sollte man die Stimmung mal durch Mitnahme einiger Rauchmelder aufheitern. Im Gottesdienst singst du „Wir sagen euch an“ und du brauchst nicht glauben, dass am vierten Adventsonntag nur die vierte Kerze brennt, da wird der ganze Adventkranz gnadenlos gesanglich abgefackelt.
Ich weiß es nicht, wer auf die Idee kam, das Leben Jesu in die Spanne zwischen Dezember und Ostern hinein zu pressen. Jedes Jahr diese aufgesetzten Gefühlsausbrüche, wie Maria dem Josef das Techtelmechtel mit dem Heiligen Geist beichten soll, dann Hosianna, er ist geboren, die schmerzbetrübte Kreuzigung und er ist auferstanden, Halleluja.
Freilich, ist er das, aber das war so um das Jahr 28 – 33 und geboren ist er so um minus vier, soweit man das heute sagen kann. Eine Geburt, der wir vermutlich ein ziemlich anderes Gesicht verpasst haben. Ein armseliger Stall  außerhalb von Bethlehem. Maria und Josef stehen selig neben der Futterkrippe, in der ihr eben Neugeborenes liegt, auf Heu und Stroh. Was ist denn das für eine Mutter, die ihr zartes Neugeborenes auf Heu und Stroh bettet? Überall im Stall hängen Engel mit Instrumenten herum. Da kann man nur hoffen, dass sie vorher geprobt haben. Aber was spielten Sie? Mozart, Haydn, Schubert, Bach, Haindling und die Rolling Stones, alle noch nicht geboren. Das mag vielleicht ein Zeug gewesen sein, was da dem lieben Jesulein den Schlaf raubte. Und dann kommt auch noch dieser hyperaktive Rotzlöffel mit seiner Blechtrommel daher und setzt der Kakophonie die Krone auf, dass man es selbst im Rathaus von Bethlehem noch schmerzhaft hören konnte und der eben neugewählte Bürgermeister seine zwei verdutzten Stellvertreter fragte, was denn da los sei?
Was ging eigentlich in dieser Frau Davis vor, als sie den „Little Drummer Boy“ getextet hat? Die dritte Strophe müsste sämtliche Jugendämter weltweit auf die Barrikaden treiben. „Bei ihm waren – pa ram pam pam pam – ja Ochs und Esel nur – pa ram pam pam pam“. Der kleine Jesus, kaum geboren, splitterfasernackt in eine kratzige und dreckige Futterkrippe gelegt, Nabelentzündung praktisch vorprogrammiert und die Eltern machen sich aus dem Staub, weil eh ausreichend Engel da sind, da kann man doch schnell mal auf einen Absacker nach Bethlehem rein schau‘n. Engel, denkste, die hat Frau Davis auch wegrationalisiert. Nur Ochs und Esel und der kleine Terrorist mit seiner scheppernden Blechtrommel, die dann später Günter Grass seinem Hauptdarsteller besorgte, um den Trommelterror neu aufleben zu lassen. Das passt auch so richtig in den heutigen Advent, der uns zunehmend amerikanisiert mit glühweinsüßen „Jinglebells“ und „dreaming of a white Christmas“ auf die Geburt des Christkinds vorbereitet, als ginge es auch nur ansatzweise um die Geschichte aus Bethlehem.
Denn wenn es so war, wie geschrieben steht, dann wird es wohl höchstens eine Kerze gewesen sein, die ihr sanftes Licht auf die Menschwerdung Gottes warf und die Hirten, ziemlich ahnungslos über die Bedeutung dieser Geburt, staunten einfach über das neue Leben und verpassten dem kleinen Psychopaten mit seiner Trommel garantiert nach dem ersten „Ram ta ta ta tam“ eine saftige Watschn, dass die Trommel im weiten Bogen davonflog.
Aber kann man die Zeit zurückdrehen? Kann man den Advent herabdimmen auf ein erträgliches, sprich vernünftiges Maß? Jetzt nicht, denn dass wir so leben können wie wir leben, verdanken wir zum Großteil der Wirtschaft und die braucht den Advent als umsatzstärkste Zeit des Jahres und sie braucht vor allem die „Heiligen Drei Könige“, die mit ihren Geschenken den Weihnachtskaufrausch auslösten. Auch die Glühwein- und Bratwurststände, die Lichtüberflutung und den pappsüßen Adventklangteppich. Man kann sich schon aufregen drüber, aber man muss sich auch im Klaren sein, dass der Mensch halt so angelegt ist und lieber im Überfluss lebt. Zum Glück kommt Weihnachten und damit endet die verrückteste Zeit des Jahres und es wird endlich staad.

Große Ehre für Paul Wachlschleier

Gemeinde verleiht den Ehrendings

In einer großen Feierstunde verlieh Bürgermeister Anton Sturbacher an Paul Wachlschleier den großen Ehrendings der Gemeinde Hinterfotzing. In seiner Laudatio stellte er heraus, welch große Verdienste sich Wachlschleier um die internen Angelegenheiten erworben habe. In einer langen Liste mit wichtigen Dementsprechends und enorn wichtigen Ganzklars lobte Sturbacher den Betroffenen. Dass er nebenbei die Gründung und Vorsitzendentätigkeit der Musispezln vergaß, war der Wichtigkeit anderer Themen geschuldet, wo die Kultur dementsprechend halt keinen Platz mehr hat. Dem betroffenen zur Ehr gab der örtliche Emporenverein einige Lieder zum Besten, was Wachlschleier sichtlich freute. Auch die im Spätjahr unverzichtbaren Pappsüßgeschichten wurden der Versammlung nicht erspart. Mangels Alternativen gab Sturbacher seine Weltsicht zum Besten, gefolgt von den kopierten Dankes- und Wunschworten der Vorjahre. Dementsprechend gemütlich klang der Abend aus.

Sehr verkompliziert

Mit den Handbewegungen eines Priesters ist das so eine Sache. Es genügt ein angedeutetes Kreuzzeichen und Wasser ist geweiht. Es gilt fortan als Weihwasser und wird über alles mögliche verspritzt. Trotzdem wäre es unter Umständen falsch, wenn man es als Spritzmittel bezeichnen würde, auch wenn es zutrifft, aber Spritzmittel ist etwas ziemlich dämliches und nochdazu sehr monsanto oder sogar bayer-monsanto oder noch gefährlicher. Und ich glaube nicht, das bei Glyphosat irgendweine Handbewegung von wem auch immer hilft, dass es auch nur ansatzweise besser würde. Aber wir waren ja beim Weihwasser. Da gehen wir also davon aus, dass es durch Handbewegung geweiht ist - der Himmel bewahre - mit Sicherheit kein Spritzmittel, höchstens im Verwendungssinn.  Wir gehen also davon aus, dass ein Mensch die Macht hat, Wasser in Wasser zu verwandeln, das dann ein Weihwasser ist. Es kommt auch noch eine Prise Salz rein, aber nicht damit der Weihwasserkessel schneller verrostet, sondern dass es nicht umsteht. Denn das hat man über die Jahrhunderte herausgefunden, dass die Handbewegung allein das Wasser nicht haltbarer macht und Weihwasser soll halt nicht nach abgestandener Brühe ausschauen und schon gar nicht so riechen. 
Manchmal frage ich mich, warum nicht mehr gesegnet wird, wenn dadurch etwas besser wird. Man könnte Flüchtlingsboote segnen, dann saufen siel vielleicht nicht mehr ab, oder man müsste Dieselautos segnen, damit sie gereinigt werden, vielleicht würde es sogar beim Atommüll helfen. Aber das geht natürlich nicht, denn segnen kann man nur Dinge, denen Gott nahesteht. Wenn aber nun Gott die ganze Schöpfung ein einer illustren Woche geschöpft hat, dann hat er ja alles gemacht, also auch das Uran, aus dem wir Brennstäbe und Bomben machen und das Glyphosat, dessen Zusammensetzung mir zwar fremd ist, aber ich bezweifle, dass außerirdische Stoffe drin sind, und natürlich auch das Gold, aus dem wir Tabernakel machen und Gott darin aufbewahren. Schon interessant, dass Gott sich in einem klitzekleinen Teil seiner Schöpfung aufbewahren lässt. Beziehungsweise wir die ziemliche grenzenlose Arroganz an den Tag legen, dass wir es könnten.
Aber so ist das mit uns Menschen, wir nennen unser Eigen, was uns gar nicht gehören kann, weil es doch Gottes Schöpfung und damit sein Eigentum ist. Wir errichten Grenzsteine und verfügen mit der Erde, als wäre sie unser Eigentum. Und so machen wir es auch mit Gott. Wir erdreisten uns, im Namen Gottes das Scheitern einer Ehe als unerlaubt festzuschreiben und im Namen Gottes Teile seiner Schöpfung zu weihen. Wir führen das C in Parteinamen und wenn es darauf ankommt, dann machen wir die Grenzen dicht. Wir nennen unsere Kirchen heilig und wissen genau, welche Gräuel in ihrem Namen getan wurden und werden.
Kommt dann mal ein Kirchenoberhaupt, das den Mut zur Veränderung mitbringt, dann erheben sich alte Tattergreise und warnen vor dem Verfall. Aber mittlerweile sind es nicht nur die verbitterten Alten, sondern Junge, die den Dreck und Staub der Jahrhunderte zusammenkehren und ihn uns als wiedergefundenen Heilsweg anpreisen. Da wird die größte Prise Salz nichts ausrichten und noch so viele Handbewegungen. Und so lange die Kirchensteuer fließt, werden sie auch keinen Grund sehen, sich nach den Bedürfnissen der Mitglieder zu richten, sondern weiterhin viel mehr Gott für sich beanspruchen als ihnen zusteht und ihn an uns weihwasserspritzend verteilen.
Jetzt nehmen wir einmal an, Gott weiß das alles, weil er in seiner Schöpfung gegenwärtig ist, was wird er sich wohl denken?

Advent

Pünktlich zum Adventanfang kümmert sich die Redaktion der Heimatzeitung um die Bilder hungernder Kinder, als gäbe es sie nicht das ganze Jahr über. Mit einer Überweisung auf das angegebene Spendenkonto kann man das Problem lösen und wird sogar noch auf einer Spenderseite veröffentlicht. Hilft es was? Nein, denn nächstes Jahre warten die hungrigen Kinderaugen bestimmt wieder und wieder können wir uns freikaufen. Und wenn sie nicht sterben, was angesichts der ausgehungerten Körper sehr unwahrscheinlich ist, dann geht es übernächsten Advent weiter. Kinder! Immer sind es Kinder, keine Erwachsenen, keine Alten. Ist halt eine Frage der Lukrativität. Ansonsten Aleppo. Aleppo im Frühstücksradio, Aleppo in den Mittagsnachrichten und Aleppo als "Gute-Nacht-Geschichte". Mittlerweile kenne ich jedes Viertel von Aleppo und fühle mich ertappt, wenn ich nicht exakt weiß, wer wo momentan das Schießen hat. Leider ist die Welt nicht besser, denn sie ist wie die Menschen. Und die Menschen ... ? Was hat sich Gott nur dabei gedacht. Kein Sender fragt mich, ob er mich mit Kriegsnachrichten abstumpfen darf. Sie tun es einfach. Also entkomme ich Aleppo nur, wenn ich nicht mehr hinhöre, wenn ich mir einbilde, dass die Welt um mich herum kein Kriegsgebiet ist und keine Bombe den Advent zerreißen kann. Es gab sie immer, die Kriege und die Machtspiele, aber selten zuvor wurden wir ständig damit konfrontiert. Das wird wohl einen Grund haben, aber ich habe keine Lust, diesen Grund zu erfahren, denn es wird wohl kein schöner Grund sein, der uns täglich das Grauen ins Haus bringt. Aber wir haben die Freiheit, den Gräueln zu entsagen, zumindest im Advent und nur positive Nachrichten an uns heranzulassen. Nachrichten, die zu Weihnachten passen und die Grausamkeit des Weltgeschehens mal ausblenden. Vielleicht wäre das sogar ein gangbarer Weg, die Grausamkeiten komplett abzuschaffen. Denn all die Soldaten kämpfen nicht für sich, sondern sind nur die Figuren auf dem Schachbrett. Sollen sich doch die Schachspieler selber die Köpfe einschlagen. Dann würde es aber für die Heimatzeitung ziemlich schwierig, aktuelle Fotos von hungernden Kindern zu bekommen. Insofern wäre die Verbesserung der Welt ein ziemlicher Schlag für die Medien, die aasgeiergleich ständig nach schlechten Nachrichten Ausschau halten. Aber wäre das nicht ein akzeptabler Preis für eine bessere Welt?

Tradition

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Vereinsmitglieder!
Als Vorstand vom Hinterfotzinger Traditionstrachtenverein "Was liegt des pickt" möchte ich euch meine Gedanken zum anstehenden Weihnachtsfest als Wegweiser für traditionelles Adventverhalten mitgeben. Ja natürlich haben wir eine Tradition, was glaubst du? Tradition, das ist doch das einzige, was uns vor dem Davonschwimmen rettet. Freilich, früher, da hatten sie keine Tradition, weil es noch keine Vereine gab, die sich um den Erhalt der Tradition kümmerten. Da war praktisch alles immer wiegelwagel und jeder machte es so, wie er eben wollte, aber eben nicht traditonsgemäß.
Nehmen wir einmal die Tracht. Also Hut, Jancker, Gilet, Lederhose, Strümpfe und Haferlschuhe. Da gab es einen regelrechten Wildwuchs, ja sogar diese T-Hemden wurden zur Lederhose angezogen und nicht einmal hineingestopft, wie das vorschriftsmäßig sein muss. Wir haben alles exakt geregelt und aufgeschrieben, dass sich ja nichts mehr um ein Jota verändert, denn das ist Tradition, wenn man sogar in fünfhundert Jahren noch genau dort, wo wir es aufgeschrieben haben, die Knöpfe für das Hosentürl hin nähen muss.
Ein richtiger Jancker hat auch kein Händitascherl, weil es beim Aufschreiben keine Händis gab und wo kämen wir denn da hin, wenn man ständig Herumverändern würde, nur dass man der Zeit gerecht wird. Mein Lieber, diese Zeit, mit der kannst mir gehen. Die arbeitet gegen alles und jeden, das sich der Bewahrung unserer urbayerischen Werte verschrieben hat. Ein traditionsbewusster Bayer braucht kein Händi, weil es das zur Entstehungszeit der Tradition, also vor dreißig bis vierzig Jahren überhaupt noch nicht gegeben hat und keinem ist es abgegangen. Dass der Bayerische Rundfunk jetzt die Volksmusiksendungen nicht mehr auf Traditionsgeräte überträgt, sondern bloß mehr auf dieses neumodische Zeug, das ist eine Sauerei.
Da lobe ich mir die Kirche, die bleibt der Tradition treu und hat wieder auf den rechten katholischen Boden zurückgefunden. Der Kirchgang darf nicht freiwillig sein, da müssen wir wieder hin. Und genauso muss das auch mit der bayerischen Tradition passieren. Wir haben den Landlerschritt mit allen Figuren exakt festgeschreiben und damit ist gewährleistet, dass er überall in Bayern gleich getanzt wird und nicht da a so und dort ganz anders. Da haben wir aus vielen lokalen Varianten eine Tradition gemacht und Ausnahmen gibt es nicht. Wer den Landler nicht vorschriftsmäßig tanzt, bekommt Tanzverbot.
Unser Antrag auf hohe Bußgelder bei Traditionsverstößen liegt bereis im Heimatministerium vor und gleich noch ein zweiter, dass der Minister von unserem Heimatministerium aus Bayern kommen muss und nicht aus Franken. Das mögen schon irgendwie Bayern sein, aber ansonsten eigentlich nicht. Wer nicht bairisch spricht, der kann niemals nicht ein echter Bayer sein, wie der sö der, der jetzt Minister ist. Außerdem muss jeder Bayer Mitglied in einem Traditionsschutzverein sein und auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Tradition einen Eid ablegen und die Meineidigen werden mit Zuchthaus nicht unter zwanzig Jahren bestraft.
Da aber bald Weihnachten ist, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein traditionsverbundenes und mit echten Bienenwachskerzen bestücktes Weihnachsfest und dass die Perchten und sonstigen Adventunruhestifter und Maskenkasperl mitsamt der ganzen Hallowienbagage endlich der Deifö holen soll.
In diesem Sinne!
Ein friedliches Fest in voller Tracht!
Euer Otto Krachlinger

Z'boid

Wenn ma en Februar 's Güllefoahrn a'fangt, dann ist des z'boid.
Und wann's d' am am Aschamittwoch scha g'farbte Oar kaffa kaast a.
Z' boid is, wann's baan Mah de Kitzl gar nimma zreißt,
weil s' e se nimma en Groß vastecka kinnand.
Es is aa z'boid, wann des Sunnewendtfeier scho vorher brennt
und sauwa z'boid, wann da Tod den junga Motorradlfohra ohoid.
Z'boid is a, wann se da Christkindlmoakt en Herbst ei varrent.
Wann mia owei so boid dra hand, warum kemmand ma dann so oft z'spät?

Die Mauer von Minga

Wenn man was sehen will, dann schaut man hin. Gut, manchmal schaut man auch wo hin, ohne dass man etwas sehen will. Jetzt haben sie in Minga eine Mauer gebaut, damit man nicht aus Versehen wo hin schaut, wo man gar nicht hinschauen will. Und jetzt regen sich die einen auf, weil die anderen nicht hinschauen wollen, praktisch Flüchtlingsbeobachtungsverweigerungshaltung von Mauer verhindert. Aber mal ehrlich, wenn jemanden das Thema Flüchtlinge nicht interessiert, sollte der dann nicht die Möglichkeit des Vorbeischauens haben? So wie der Atomkraftbefürworter die Notwendigkeit von Endlagerstätten als  übertriebene Vorsicht hält. Jetzt steht da also in München so eine Mauer und beide Seiten werden am Sehen gehindert. Die einen sehen das Elend nicht und die anderen nicht, wo sie eigentlich gelandet sind. Ich würde die Mauer anmalen. Auf die eine Seite Mekka, auf die andere ein Biergarten, dann würde die Mauer niemand mehr stören, weil jeder das sieht, was er gerne sehen möchte. Ist doch eigentlich logisch.

Aus gehabtem Schaden nichts gelernt

In Hinterfotzing brodelt es. Nachdem wir im Zentralorgan unserer Gemeinde, nämlich dieser Website nach mehrfacher Beschwerde eines Vereinsmitgliedes den altertümlichen Führungstil im größten Verein der Gemeinde anprangerten, scheint nun der Zorn beim stellvertretenden Vorsitzenden hochzukochen. Hauptkritikpunkt ist der autokratische Führungsstil. Hier beruft sich der Vize auf  die lange Tradition, die man als verbindlich und gültiges Recht betrachten müsse. Eine schwer haltbare Position, denn der Vize war bis vor kurzem Mitglied eines Konkurrenzvereins mit ganz anderen Statuten und sich als neuer auf Tradition zu berufen ist wie neuer Wein in alten Schläuchen. Brisant dabei: Der Vorstand selbigen Vereins spielte der Redaktion Informationen von Emerenz Meier zu, die belegen, dass die Schriftstellerin zu ihrer Zeit schon die gleichen Machenschaften des Vereins anprangerte. Hat sich also in hundert Jahren gar nichts geändert? Frei nach Curt Jürgens "aus gehabtem Schaden nichts gelernt" Das kann man wohl nicht behaupten. Es hat sich mehr geändert, als in zweitausend Jahren zuvor und das Tempo der Veränderungen nimmt weiter zu. Vereine kommen und gehen. Blinden Vereinsgehorsam gibt es nicht mehr, deshalb wird auch der traditionsreichste Verein gehen, wenn er sich entbehrlich macht und glaubt, die Bedürfnisse der Mitglieder ignorieren zu können, die Augen vor den Nöten der Zeit zu verwschließen und lieber Massenaustritte in Kauf zu nehmen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Stummer Protest

Es gibt Dinge, die kann man gar nicht hoch genug wertschätzen. Dazu gehört die Freiheit. Wer den Eisernen Vorhang erlebt hat, das geteilte Deutschland, der weiß um den Wert des 9. November 1989, als die Mauer ohne einen Tropfen Blutvergießens fiel. Der 9. November hätte eigentlich nationaler Gedenktag werden müssen und nicht der Todestag des FJS. Freiheit, wie fühlbar, wie prickelnd herrlich war das, Ganzkörpergänsehaut, so unglaublich schön. Leider ist vieles verblasst, mit den Trabis verschwunden.
Anders in der Kirche, da ziehen die alten Zoten wieder ein und ich weiß nicht, ob die Rückwärtsfahrer eigentlich wissen, was sie tun, wenn sie die Gottesdienste sukzessive mit Latein infiltrieren. Dass Menschen dafür starben, weil sie sich für Gottesdienste in der Muttersprache einsetzten. Jan Hus wurde beim Konzil in Konstanz verbrannt, obwohl man ihm freies Geleit zugesichert hatte, die Folge waren die Hussitenkriege. Vermutlich ist die Dogmatik die schlimmste aller katholischen Tugenden. Festhalten am Überholten, am nicht mehr zeitgemäßen, aus Angst vor Veränderung. Dabei ist das einzig stete die Veränderung und sie ist unabdingbar. Sie wird ihren Preis dafür zahlen müssen, die Kirche. Gott sei Dank ist der Mensch heute aufgeklärt und nicht mehr der willkürlichen Verdammnis ausgeliefert. Lateinischen Gebeten stumm zu begegnen ist nur schwacher Protest, fernbleiben die logische Fortsetzung. Wer braucht eine Kirche, die sich vom Jetzt lateinschwafelnd abwendet? Die leeren Bänke sprechen über die katholische Kirche ein vernichtendes Urteil. Dabei waren die Chancen, eine ausgehungerte Seelenschar erreichen zu können selten größer als heute. Aber wie Karl Valentin schon treffend feststellte: Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut. Fragt sich halt, ob unsere weltentrückten Seelsorger überhaupt mögen? Also mögen, wie es erforderlich ist? Wer die Welt verstehen will, muss schon in ihr leben.

Alles Gott <> Gott alles

Jetzt nehmen wir mal an, Gott hat alles erschaffen, so steht es ja auch in der Bibel. So ein richtig schöner Urknall. Prosit Neuschöpfung! Als dann der erste Pulverdampf verrauchte begannen sich die frisch gebackenen Materieteilchen zusammenzurotten und bildeten so das oder die Universen mit unheimlich vielen Galaxien, die aus unheimlich vielen Sternensystemen mit umlaufenden Planeten, mit oder ohne herumrotierende Monde. Einen dieser ungezählten Planeten bewohnen wir. Wobei die Erde schon eine ganz geraume Zeit hinter sich gebracht hat, bis es auf ihr zu menscheln begann. Diese Anfangsmenschen waren auch noch nicht so ganz der Hit, aber irgendwann in der Zeit vor einer million Jahren und hunderttausend Jahren fingen unsere Urahnen an ein bisschen abstrakt zu denken und auch über sich selbst. Und relativ schnell begriffen sie, dass es einmal aus ist. Ein unangenehmer Gedanke, den sie bald nicht mehr akzeptierten und begannen Brücken zu bauen und ein Leben danach zu erfinden. Da sie für die Existenz der Erde, die sie damals noch für ziemlich einmalig hielten, keine Erklärung hatten, nahmen sie berechtigerweise an, dass ein höheres Wesen sie gemacht hatte. Sie nannten das Wesen je nach Sprache zum Beispiel Gott. Und weil sie sich vieles nicht erklären konnten, war fortan Gott für alles verantwortlich. Andere Frühmenschen nahmen an, dass Gott in allen Dingen wohnt, also allgegenwärtig ist. Andere wollten ihn lieber auf Distanz und bauten Orte, an die sie Gott verbannen konnten. Das glaubten sie zumindest. Sie glauben auch, dass Gott sie nach dem Tod braucht und in anderer Form weiter leben lässt. Oh, das müsste dann aber ein sehr bedürftiger Gott sein, ein einsamer. Und er müsste auch ein Reserveuniversum, zumindest eine Reserveerde haben, wo er eine Art Flüchtlingslager unterhält, dass aber immer mehr aus allen Nähten platzt, weil immer mehr rein, aber keiner mehr weg kommt. Das er einsam ist, erkannten die Christen schnell und haben in dreigeteilt, wobei er so aussieht, wie sie. Die Hindus sagten, das das alles für einen Gott viel zu viel ist und machten gleich mehr davon. Wenn's um danach geht, tun sich halt die wieder leichter, die Gott in allem, also praktisch auch in sich selbst vermuten, denn die können ja gar nicht sterben, denn dann würde ein Stückchen Gott mit ihnen sterben. Aber wenn man mal einen Blick auf die Dimensionen wirft. Da kann man sogar mögliche weitere Universen, also Multiversen vernachlässigen. Schon allein unser Universum (wieso unseres?) ist schon so unvorstellbar groß, dass die Erde darin nicht mal ein noch so kleines Staubkörnchen ist. Höchstens ein unendlich kleiner Teil in einem unendlich kleinen Staubkörnchen. Darauf sieben Milliarden Menschen, wovon du einer bist. Jetzt rechne dir mal deine Bedeutung aus und vor allem, wie unwichtig du eigentlich bist. 

Auf Spritztour

Tausende hasten in die Kirche, dann auf den Friedhof, der Totenerinnerungspflicht Genüge zu tun. Der Priester verströmt düstere Gedanken von einem langeweiledurchwobenen Jenseits, auf das man sich auch noch freuen solle. Und zur Unterstreichung jammert der Kirchenchor anschließend Maximalverzweiflungslieder, die wie Gewitterwolken über den Friedhof wabern und tatsächlich tropfen, wenn der Priester seine Spritztour durch die Gräberreihen macht. Man muss schon ziemlich alternativlos sein, um sich das als verlockendes Paradies andrehen zu lassen.

Altweibersommer

Herbstmorgen. Die Sonne verriet beste Bedingungen, zumindest für eine Stunde, bis sie den Dunst aus der Erde heizt.  Die Wärme der Farben, welche unser Auge als Meisterin des Betrugs übermittelt, mit Polfilter ein wenig verstärkt, damit die Stimmung auch beim „Nachschauen“ bestens passt. Dieses Gold des Morgens, das sich in den Blättern verfängt und das Pastell der taunassen Wiesen. Die klare und würzige Herbstluft, erdig duftend und der betörende Geruch überreifer Früchte, denen schon ein Stich Verwesung anhaftet, nur so viel, dass die Lust zum Reinbeißen eher noch gesteigerte wird. Wie weintrunken tanzen faschingsbunte Blätter durch die Luft und purzeln in den raschelnden Teppich um die Baumstämme. Der Wald wird lichter, verliert sein schützendes Dach und die Sonnenstrahlen tanzen über das üppige verstreute Waldbodenbunt. Scharfe, prägnante Strahlen, klar und hart, weil der sommerliche Weichzeichner, die flirrende Luft in südliche Gefilde entschwunden ist. Sie beleuchten starke Kontraste und scharfe Konturen. Das ist der Altweibersommer. Altweibersommer: eine schöne Parabel. Ein altes Weib, dem überraschend noch ein Dutzend warme Sonnentage geschenkt werden. Mit allen Sinnen und aller Lebenserfahrung und auch dem Wissen, dass es die letzten freudigen Tage des Lebens sind, wird sie alles auskosten und lebenshungrig einen letzten großen Sinnesrausch durchtaumeln ohne auch nur einmal an das spätere Grau denken. 

Selberdenken

Wenn es Temelin zerreißt oder Ohu, dann sollte man Intelligenz in Bequerel messen. Wenn die Nordtangente gebaut wird, dann in Quadratmeter zerstörter Natur, wenn das nächste Hochwasser maximal gefährdete und mit ignoranter Sturheit ertrotzte Siedlungsgebiete ertränkt, in Millimeter Wassersäule. Dass jeweilig Ergebnis muss man von 100 subtrahieren. Und wenn Ignoranz das Maximum erreicht, sich mit Arroganz paart, dann hat das Abbrühbecken für Politiker die Optimalwirkung erlangt. Deshalb sei auf der Hut vor allem, was dir vor der nächsten Bundestagswahl so alles auf den Präsentierteller landet, es ist mit Lügen aus der Wahlversprechenflasche gewürzt und nach der Wahl schnell geschmack- und wertlos. Einziges Gegenmittel: Selberdenken! Das funktioniert auch ohne Beipackzettel. Einzige Voraussetzung für die Wirkung: Man muss zu Ende denken.

Was man erfinden müsste

Es ist ja schon so viel toller Blödsinn erfunden worden. Nehmen wir einmal Facebook oder die Pokemonster. Dinge, die keine Sau braucht, ja das Leben sogar bestehlen, trotz aller sogenannten Freunde, die nichts besseres zu tun haben, als unsere Zeit tot zu schlagen. Da wäre Langeweile wirklich die bessere Lösung. Ja mit solchem Blödsinn wird die Welt nicht reicher, nur die Erfinder. 
Es wäre doch wieder mal an der Zeit, etwas richtig praktisches zu erfinden, zum Beispiel einen Rasenmäher mit integrierter Schnittgutbiogasanlage zur Versorgung des Motors und die Gülle düngt den Garten. Wenn dann noch Gas für's Auto bleibt ... umso besser. Ja, so müsste erfunden werden. Dinge, die unser Leben erleichtern. 

Das Ende der Schwestern

Was wäre die Kirche ohne die Frauen? Richtig: Leer! Insofern ist es schon verwunderlich, das sich das gerne schwachgeredete Geschlecht von den geweihten Ämtern fernhalten lässt. Eine Priesterin ... ? Nun ja, gibt es in vielen Religionen. Unwahrscheinlich, dass die katholische daran zugrunde gehen würde. Dass man die Frauen in der Lesung bislang netterweise einband und das "Brüder", welches vor allem dem Paulus so ausschließend über die Lippen kam in "Schwestern und Brüder" ummünzte, es wird sukzessive immer öfter vergessen, vor allem von den Berufenen. "Das hat schon ein G'schmäckle" würde der Schwabe sagen. Frauen also zunehmend zurück in die Unwürdigkeit und praktisch nur für niedere Dienste, wie Kirchenputzen, weil Jesus eindeutig Mann und Gott sowieso. Sogar DER Heilige Geist, also nirgends Frau. Wenn du als Frau in der Kirche was werden willst, dann höchstens als Maria, aber der Job ist ja schon weg. Wie sieht es nun aus, wenn ein ehebrüchlich gezeugtes Kind Priester werden möchte? Natürlich kein Problem, wenn es ein Knabe ist, der ist dann schnell unbefleckt. Und muss ein priesterlich gezeugtes Kind überhaupt zum Priester geweiht werden? Erfüllt es den Tatbestand der Sünde, wenn ein katholischer Priester ein Kind zeugt und nicht zu ihm steht? Vermutlich nicht, denn die alleinige Schuld daran trägt die sündhafte Frau aufgrund ihrer Verführungskünste. Immerhin wurden auch im Alten Testament nur Frauen bei Ehebruch gesteinigt, als hätten sie das alleine bewerkstelligen können. Man muss den Frauen schon eine enorme Duldsamkeit bestätigen. Dabei wurden sämtliche Priester aus Frauen geboren. Und dann werden sie - treu den Paulinischen Vorstellungen - ignoriert. Brüder, ich sag's euch: Die Welt bleibt männlich, da hilft auch der Artikel nichts.

Die maximale Unfähigkeit

Freilich, wenn einer absolut nicht mehr auf einen Berg kann, weil halt die Kondition oder vielleicht auch die Knochen, eventuell sogar die Gelenke. Ja, dann muss er halt herunten bleiben, denn ohne Konditionsknochengelenke kein Gipfel, sondern höchstens Risiko bis Todumfallen. Da muss man seine Grenzen kennen. Dass es beim Denken auch so ist, das wissen die meisten nicht und wähnen sich im IQ-Himmel, also deutlich über hundert Prozent. Ist auch kein Problem, wenn es beim Denken bleibt. Entsteht ja nur angebranntes Hirnschmalz. Aber wenn so ein Flachhirn versucht seine Denkergüsse praktisch umzusetzen, dann wird es oft maximalschwierig. Denn für das Flachhirn ist das Denkresultat die maximal vorstellbare Hirnleistung und wenn du dann kommst und auch noch mit Kritik, meine Güte! Also kommst du nicht, weil du das schon weißt und das minderbemittelte Denkresultat wird auf Biegen und Brechen verwirklicht. Ich sage dir: da ist eine unvorhergesehene Kostensteigerung das geringste Problem, ist ja nur Geld, aber das Zusammenleben mit dem in Beton oder was sonst gegossenen Flachhirndenkresultat steht wie ein mahnender Fingerzeit jeden Tag vor dir und sagt dir, dass es mit der Menschheit wieder ein Stück abwärts gegangen ist. Aber leider erkennst das nur du. Und du steigst so lange du kannst auf Berge, damit du zumindest einige Stunden Distanz bekommst.

Ja, so muss Leben

Die Jugend jagt Pokemon in einer virtuellen Welt. Scheinbar missbräuchlich irren displaystarrende menschenähnliche Wesen durch die reale Welt, ohne dies zur Kenntnis zu nehmen um irgendwelche Digitalwesen zur Strecke zu bringen. Einzig positiver Aspekt: Die Pokemonjäger kommen aus ihren Digitalhöhlen heraus, bemerken das aber gar nicht, weil ihr Aufmerksamkeitsradius das Handydisplay nicht verlässt. Was kommt als nächstes? Ein virtuelles Oktoberfest, auf dem man Masskrüge klicken muss.? Oder vielleicht ein virtueller Kotzbalken. Wer weiß das schon, was sich das nächste kranke Hirn ausdenkt. Wir werden es sicher erfahren. Aber zunächst geht es mal um maximal wichtige Pokemon. 

Wunderschön:

Gottesdienst des Holzbaumvereins mit Xanxmanna

Auf dem Grillbüchl steht eine Kapelle, die steht da schon sehr lang, also zumindest dreiviertel so lang wie meine Erinnerung und weil es rund um die Kapelle herum nicht nur bewaldet, sondern wunderschön ist, hat der Holbaumverein einen Gottesdienst ineinandergerichtet. Da kam sogar extra ein auswärtiger Seelsorger, der aber früher einmal ein Inwändiger war und da habe ich mir wieder mal gedacht, warum den meisten Seelsorgern die Haar nicht auf dem Kopf bleiben, sondern die Stirn weit in Richtung Nacken reicht. Scheinbar sind Haare ab Priesterweihe nicht mehr auf fruchtbarem Boden. Trotzdem hat er sehr schön vorgebetet und die Leute haben wirklich schön nachgebetet und die Xanxmanna haben die Holzmannamesse so ergreifend gesungen, dass sogar Lob kam und sogar aus Ausland, was jetzt nicht wirklich weit weg ist. Freilich: Auch das Wetter. Man muss es schon loben. Aber vielleicht auch nur Wiedergutmachung für die vorangegangene Nacht, wo wieder mal ein Jahrhundertereignis über unser Heimatland hereingebrochen ist. Wenn so ein Jahrhundertunwetter wirklich nur alle hundert Jahre kommt, dann bin ich heuer schon um mindestens dreihundert Jahre gealtert. Deshalb zwickt es auch schon öfter mal im Kreuz und sonstwo. Kommt von dem verdammten Poweraging. Aber auf den Grillbüchl, da hat nix gezwickt, da war es wirklich sehr schön. Ich bin fast gewillt es Naturerfürchtigkeit zu nennen. Wenn schön auf schön prallt und beides sich zu einem Größeren vereint.

Feiawer

Bayern ohne Feiawer ... undenkbar, schon allein die vielen Feste ... immer Feiawer aktiv. Stell dir vor, du sabberst über den finalen und vermutlich sechsten Masskrug zu deinem Vis á Vis hinüber, der dich eventuell zum Auto schleppt, weil relativ nüchtern. Denn bei so einem Fest muss Feiawer heim fahren können. Andererseits gibt es bei Zeltfesten jede Menge Bier, das Feiawer trinken muss. Dass manchmal Feiawer speiben muss, liegt in der Natur der Sache, das muss dann Feiawer wieder wegputzen. Am Montag dann soll Feiawer wieder arbeiten können, sonst wird Feiawer grantig und droht mit Entlassung, weil Feiawer anderer die Arbeit machen möchte. Allerdings blau machen kann Feiawer.

Wieder der ganz normale Wahnsinn

Ach war das schön. Gefühlte 80% der Nachrichten stilisierten alle möglichen Unwichtigkeiten rund um das runde Leder zu Weltnachrichten hoch. Auf einmal war der Brexit nicht mehr wichtig und der IS musste pausieren, keine Terrormeldungen und nicht einmal der russische Zar schaffte es in die Topthemen.
Ja Deutschland wurde nicht Europameister und dem Ronaldo vergönnen es die wenigsten, dabei schreit er höchsten ein bisschen lauter als der Müller. Ausgeträumt, Ende der Berichterstattung. Nun werden uns täglich wieder die üblichen Themen vorgesetzt, der ganz normale Wahnsinn, auf den wir vier Wochen lang wohltuend verzichteten. Denn mal ehrlich, was interessiert den Durchschnittshinterfotzinger ob die Ausgangssperre in Krachbumistan eingehalten wurde und dass die Terrormiliz XY die Stadt Tschawumm an die Regierungstrottel verloren hat. Das sind doch alles Informationen, die für den Einzelnen nicht mal eine nachrangige Bedeutung haben.

 

Freilich, mann kann dann den Grund für die extrem gestiegenen Rüstungsexporte leichter begründen. Da leisten wir echt ausgezeichnete Hilfe. Obwohl niemals bei erschossenen Terroristen ein deutsches Sturmgewehr liegt, ausschließlich Kalaschnikow. Ich glaube fast, die werden vor dem Foto geflissentlich ausgetauscht. Immerhin Russland! Sehr böse! Und dann suggeriert so eine Kalaschnikow schon, dass die Russen für das Morden in der Welt unheimlich verantwortlich sind und von der Krim bis hinein ins Polarmeer getrieben werden müssen. Ich muss zwar leider bekennen, dass ich keinen einzigen Russen persönlich kenne, jetzt mal abgesehen von den Russlanddeutschen, aber dass die Russen böse sind, das lernte ich schon als Kind und beim Barras kam der Feind immer aus dem Osten und leider immer in den frühen Morgenstunden. Dabei steht der Durchschnittsrusse in den frühen Morgenstunden garantiert noch unter Wodka und das ist eine schlechte Voraussetzung für einen Sturm auf Deutschland. Aber wenn ich das damals einem Vorgesetzten gesagt hätte, wäre es nur in einer weiteren Repressalie gemündet. Außerdem war es eh Wurst, ob der Russe in den frühen Morgenstunden nicht kam oder am Nachmittag nicht kam.

 

Der gefährliche Russe wurde uns schon unheimlich nachhaltig eingetrichtert und dann auch noch Kommunismus, dabei ist es der Kapitalismus, der Natur und Mensch mit allesverachtender Gier ausbeutet. Aber den sieht man nie als Extremmonster in den Nachrichten, sondern höchstens militante Umweltaktivisten, die wieder mal unverständlicherweise ihr schäbiges bisschen Heimat verteidigen wollen. Und seit ein paar Jahren wurde der islamische Terror zum allgemein gültigen Feindbild aufgebaut. Der Vorrat an Selbstmordattentäter scheint größer als die atomare Zerstörungskraft der USA. Dabei fliegt sich ja so ein wandelndes Sprengstoffpaket zunächst mal selbst um die Ohren und das vor allem, weil es ihn nach Jungfrauen verlangt. Und dass das so funktioniert, braucht ein Selbstmordattentäter auch eine ständige Falschinformatiosberieselung. Der Westen ist schuld! Der Westen ist schuld! Der Westen ist schuld ... dass du keine Arbeit hast. Gut, das würde ich auch so sehen. Aber der Westen kam nicht in den frühen Morgenstunden, der kam heimlich und hatte sein Geld dabei und vor allem Waffen, viele viele Waffen. Da konnte dann der Russe natürlich auch nicht blöd dastehen und kam mit ein paar Kalaschnikows, was er halt so entbehren konnte, weil für die Krim musste es dann doch noch reichen.

 

Der Brexit ist jetzt auch wieder da und sehr massiv und auch der VW-Skandal und all die extrem wichtigen Themen, mit denen man uns maximal Angst einjagen kann. Und wir konsumieren, was uns vorgesetzt wird. Wie in einer Werkskantine lassen wir uns alle den gleichen Fraß vorsetzen. Haben wir wirklich die gleichen Interessen? Wie wäre es denn, wenn wir uns die Nachrichten selber zusammenstellen könnten? Aus einer Auswahlliste mit Themen abonnieren wir genau das, was wir sehen wollen. Negative Nachrichten: nein, Kriegsmeldungen außerhalb Europa: nein, Brexit: nein, Sportereignisse: ja, Weltrekorde: ja, Börsenmeldungen: nein, Royals: ja und so weiter. Das wäre es doch. Und man stelle sich die Meinungsvielfalt vor, die daraus resultieren würde und um wie viel besser die Welt für jeden einzelnen ausschauen könnte. Aber das wollen die nicht, die für unsere Feindbilder zuständig sind. Aber vielleicht könnte man zumindest jedes Quartal eine Fußballeuropa- oder -weltmeisterschaft veranstalten, denn dann ist die Welt gleich viel schöner und viel besser aufgelegt und die Feindbildmacher sollten dann viel mehr Urlaub machen, viel reisen und mal nachschauen, ob der Russe wirklich so ein boshaftes Monster ist oder eventuell ziemlich viel Angst hat, was der Kapitalismus aus seinem Land macht, wenn er es in die Finger kriegt.

Der Geschichtenerzähler

Es war einmal ein kleiner Zwerg, also ein wirklich kleiner Zwerg. Er wohnte in einem großen Haus aus Stein, viel zu groß für ihn, aber das störte ihn nicht, er kam sogar sehr gut mit dem großen Haus zurecht, denn seine Arbeitsstelle war ein noch viel größeres Haus, ein riesengroßes leeres Haus. Wenn er in dem riesengroßen Haus war, dann bestand seine Aufgabe darin Geschichten zu erzählen und den Menschen Mut zu machen, aber wie macht man Mut? Er wusste es nicht und deshalb erzählte er jede Woche eine neue Geschichte von einem großen Mann, der vor vielen hundert Jahren gelebt hatte und den Menschen viele Geschichten erzählt hatte, schöne Geschichten aber auch gefährliche Geschichten, bei denen er seinen Zuhörern den Spiegel vorgehalten hatte. Der wirklich kleine Zwerg dachte sich, dass diese Geschichten den Menschen immer noch gefallen müssten und damit hätte er sogar recht gehabt, aber er erzählte nicht diese Geschichten, sondern erzählte von dem Geschichtenerzähler und wie hervorragend dieser seine Geschichten erzählen konnte. Und weil die Menschen immer weniger zuhörten, beschrieb er den Geschichtenerzähler in immer verklärteren Farben. Es ging immer weniger um die Geschichten und immer mehr um den Geschichtenerzähler und das ist so, als würdest du über einen großen Musiker erzählen ohne dass die Zuhörer jemals seine Musik gehört hätten. Du kannst Musik nicht mit Worten beschreiben, man muss sie hören. Er beschrieb den Geschichtenerzähler mit Eigenschaften, über die der Geschichtenerzähler vermutlich sehr erstaunt gewesen wäre. Er hat diese Eigenschaften nicht erfunden, sie entsprangen den düsteren Zeiten lange vor seiner Existenz. Die Zuhörer mochten das nicht.  So wurde der sehr kleine Zwerg immer einsamer in dem riesengroßen Haus, weil seine Geschichten immer verklärter und entrückter wurden und die Zuhörer nichts mehr mit ihnen anfangen konnten und schließlich nach und nach nicht mehr in das riesengroße Haus gingen, wenn sie wussten, dass der sehr kleine Zwerg Dienst tat. Aber der sehr kleine Zwerg blieb beharrlich, das konnte er, denn seinen Lohn bekam er so pünktlich wie das Amen in der Kirche und ungeachtet des Werts seiner Geschichten. Niemand weiß, ob der sehr kleine Zwerg noch im riesengroßen Haus liest, denn die Menschen gewöhnten sich an, nicht mehr in das riesengroße Haus zu gehen und sie merkten, dass es ihnen besser ging, wenn sie die Geschichten des sehr kleinen Zwergs nicht hörten. Das war eigentlich sehr traurig, denn die Menschen brauchen Geschichten. Deshalb sind Geschichtenerzähler sehr wichtig für die Menschen. Geschichten berühren das Herz und die Seele. Geschichten können Menschen auf eine wunderbare Reise entführen. Aber dazu müssen Geschichten gut sein. Gute Geschichten sehr gut erzählt, wer könnte da widerstehen?!

Britengürtellochzange

Nein, die Briten … ts ts ts und dann nix mit Verantwortung, sondern Haupteuropagegner futsch in Verantwortungslosigkeit und der Rest mit gefühlten hundert Prozent ist fassungslos und austrittsunwillig. Ja, vielleicht war es eh nur ein Pokerspiel um noch mehr Rabatt aber da muss man halt auch das passende Blatt haben und nicht so manipuliertes Bürgertum, dem man schnell mal was einreden kann. Und nun: Brexit mit allen Konsequenzen und keine Zugeständnisse ohne Vorteil, Vorteil für Europa natürlich. Ja ja, so schnell kehren sich Verhältnisse ins Gegenteil. Könnte schon sein, dass der britische Gürtel eine Lochzange braucht, aber man darf die Lobbyisten nicht vergessen, die Heerscharen von Kapitalismussöldnern, die den Europaabgeordneten gratis eine Meinung andrehen, selten zu unserem Vorteil, aber so ist freie Marktwirtschaft: wer Geld hat, schafft an. Früher, da hatten wir ja mal soziale Marktwirtschaft, aber da war auch noch Ost : West und da musste man schon dafür sorgen, dass West viel besser. Dann war die Mauer auf einmal weg, die gefürchtete, tödliche Mauer. Heute werden die Mauerreste geschützt. Das hätte man zu DDR-Zeiten mal einem Ossi prophezeien sollen. Ja, das war auch eine verrückte Zeit,
Kommunismusexperiment. Er ist ja heutzutage ziemlich aus der Mode gekommen, aber der Gedanke, dass Kapital dem gesamten Volk gehören sollte gewinnt heute wieder an Attraktivität, wo man eigentlich schon von der Diktatur des Geldes reden kann. Von daher ist es schon gut, dass der Draghi beidhändig und immer fleißiger an der Inflation arbeitet. Man darf auch echt gespannt sein, was mit dem lieben Geld passiert, wenn die Flutung Wirkung zeigt. Mei, wir werden uns auch an die nächste Währung gewöhnen, denn was ist Geld schon. Es regiert halt die Welt, aber essen kann man es nicht und die Luft macht es auch nicht sauber und schont den Regenwald nicht und auch nicht die Weltmeere. Eigentlich ist Geld für die Umwelt ziemlich schädlich, deshalb sollte es wirklich mal mit Vernichtung bestraft werden. Aber ob das nächste Geld besser wird …. ? Hoffentlich, denn so ein umweltzerstörerisches und korruptes Geld wie zurzeit hatten wir noch nie.  

Wahl

Was zu glauben uns alles zugemutet wird

Die meisten Laternenmasten sind bescheuert und eine Partei, die eigentlich vier Jahre Zeit gehabt hätte, ihre Ziele umzusetzen hat plötzlich lauter Wohltaten im Sinn. Eine Anfrage beim Oberhaubentaucher der bescheuerten Partei, welche Antworten er denn auf die wirklich wichtigen Fragen habe, wurde mit einer Standard-Phrasen-PDF beantwortet. Die Amerikanisierung des Wahlkampfs ist im vollen Gange. Hirn bitte erst wieder nach der Wahl gebrauchen! Wahlaufklärung für die Wahlhelfer. Warum keine Wähleraufklärung oder zumindest Verbot von Wählerverdummung. Die Demokratie wird von ihren gewählten Repräsentanten zerstört. Es könnte einem das Kotzen kommen, wenn man die Alternativen betrachtet. Pest oder Cholera. Die üblichen und mit Sicherheit unhaltbaren Wohltatsversprechen zur Beeinflussung der Unentschlossenen, also faktisch uninformierten und Wahluntauglichen. Stimmvieh eintreiben. Es könnte einem die Lust an der Demokratie vergehen, wenn man sieht, wie realitätsfern es vor Wahlen zugeht. Und dann gibt es auch noch lokale Parteilautsprecher, die alles um der Partei willen mit eingebautem Passivverstärker in den Wahlkreis plärren. Wie miserabel müssen alle anderen Staatsformen sein, dass sich diese Scheindemokratie immer noch als die beste behaupten kann.