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Hinterfotzing

Unverstand

Der Unverstand ist eine sehr weit verbreitete Denkform, praktisch Undenkform. Informationsneutraler Volldenkschutz für das zunehmend grauere Oberstübchen. Keine neue Erfindung gegen Zeitgeist, nein immer schon argumentationsresistenter undurchdenkbarer Stahlbeton zur Abwehr Andersdenkender und Selbstdenker. Schon vor zweitausend Jahren, als da ein Jesus aus dem verruchten Nazareth daherkam und ewige, daher diskussionsunfähig von Gott eingesetzte jüdische Gesetze hinterfragt und sogar gebrochen hat. Er müsste heute nicht mehr dafür sterben, weil andere Gesetze, aber vor gut 70 Jahren schon noch. Auch kurzer Prozess. Die Sicherheit Selbstdenkender und Freidenkender ist nicht immer gewährleistet, heute schon, wenn auch nicht perfekt, dann zumindest sehr gut. Aber der Unverstand erträgt sie nicht, diese arroganten Schmierfinke und selbstgerechten Besserwisser, ohne Respekt vor den heiligsten Organen unserer bayerischen Heimat, der Staatspartei und dem Klerus. Dabei kein Wort über den drohenden Einzug des selbstbereichernden Brücken- und Flughafenpatrons in die keltische Himmelshalle. Aber wehe wenn! Kritik ist ihre Sache und ihre Kritik ist die einzig gerechte und ihre Sichtweise ist die einzig richtige, weil katholisch und zwar richtig katholisch und nicht modern. Das musst du in Bayern kapieren, dass Bürgermeister, aber nur richtige und Kirche, aber nur würdig gekleidete den Schutz des Unverstandes haben.

Hinterfotzing ist genau das, was der Unverstand überhaupt nicht ertragen kann. Dabei genügt es ihm nicht, einfach um Hinterfotzing herum oder drüber hinweg oder gar nicht hinein zu gehen, denn der Unverstand erträgt schon alleine die Existenz Hinterfotzings nicht. So etwas darf es eigentlich nicht geben, das sollte man verbieten können. Verbrennen, ja das war immer schon ein probates Mittel. Aber wie verbrennt man das Internet?
Während eine immer geilgierigere Welt zunehmend latexlos von den Laternenpfählen zu Erotikmessen und Tschungelstrips lockt, was selbst die radikalisiertesten Religionisten mit einem Achselzucken abtun, erfährt das freigedachte Wort hasserfüllten Widerstand. Wer gegen den richtigen Bürgermeister antritt, gehört exkommuniziert, wer darüber hinaus am gerechten, da mehrfach dogmenselbstversicherten Weg der Talare Kritik übt, der sollte zumindest mundtot gemacht werden.
Der Traum von einer aufgeschlossenen, einer entwickelbaren und eloquenten, einer vielgestaltigen und vielseitigen Welt, wer braucht ihn?