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Weihpalm - die Sieben macht′s aus
Bei uns heißt er Weihpalm, weil er schon immer so hieß. Vermutlich schon vor der Christianisierung, wobei vor der Christianisierung bei uns nicht viel los war, praktisch gar nichts. Wo anders heißt der Weihpalm despektierlich Palmbuschen oder noch despektierlicher Palmbesen. Aber das müssen die Despektierlichen selber mit ihrem Glauben ausmachen. Der Weihpalm besteht aus sieben verschiedenen Zweigen, die natürlich mehrfach vorkommen. Die Sieben ist sehr wichtig, denn nur dann ist er wirksam, wie auch immer diese Wirksamkeit gedeutet wird. Auf alle Fälle muss ein Weidenzwei hinein, also mindestens. Denn auf der Weide wachsen die Palmkatzerl und wenn man vom frisch gesegneten Weihpalm ein Palmkatzerl abbricht und schluckt, dann ist man vor Halsschmerzen geschützt, also viel besser als durch Salbeiguazl. Ja was glaubst du, wie wirkmächtig so ein frischgesegnetes Palmkatzerl ist. Ob man nach der Palmprozession noch in die Kirche gehen muss, damit der Weihpalm wirksam bleibt, das weiß ich jetzt auch nicht. Ich habe es noch nicht ausprobiert, weil ich den Duft der vielen Weihpalm mag, der die oft muffige Kirchenluft erfrischt.
Man sagt, dass der Brauch auf den Einzug des Wanderpredigers Jesus in Jerusalem zurückgeht. Weil damals die Leute dem auf einem Esel Reitenden mit Palmzweigen zugewunken hätten. Ja, das kann schon sein, aber viel wahrscheinlicher ist eine heidnische Vergangenheit, wie auch an Ostern, wo man die nordische Göttin Ostara feierte. Heidnisch, so nennt die katholische Kirche alles, was nicht katholisch ist, war ich schon sehr anmaßend finde. Gut, die Muselmanen nennen uns Ungläubige und dürfen uns auch nach Lust und Laune dschihadieren, das ist noch weniger in Ordnung. Dass man vor Jesus seine Kleider ausbreitete ist auch so eine überlieferte Geschichte. Wobei mir bei überliefert China einfällt, das uns auch täglich mit allem möglichen Schund überliefert. Auch schlechte Kleider, die man heute liebend gern auf die Straße vor wem auch immer werfen möchte.
Der Wanderprediger ist in Jerusalem übrigens mit seinen Ideen auf taube Ohren gestoßen und sogar hingerichtet worden. Seine Anhänger haben sich anschließend zuerst versteckt und dann in alle Winde verstreut, womit seine Ideen bald vergessen worden wären, hätte sie nicht ein Paulus aus Tarsus aufgegriffen und so lange ummodelliert, bis eine katholische Kirche draus wurde. Dass der Paulus den Jesus nicht persönlich kannte ist das perfide an der Sache, denn wie konnte er die Ideen Jesu überhaupt umgestalten. Man kann doch nur etwas umgestalten, das da ist. Aber da kommt denn schnell der heilige Geist ins Spiel, den man beim ersten Konzil von Gott abgespaltet hat. Seither hat man einen dreiteiligen Gott, der auch eins sein kann und den man während der Woche in einen Tabernakel sperrt.
Weil das mit der Hinrichtung schon peinlich war, suchte man einen Grund und erklärte den Tod Jesu als Erlösungstat für alle Christen. Man machte den Menschen von Grund auf böse und von Gott verstoßen und dass Jesus durch seine Hinrichtung das Verhältnis wieder gekittet hat. Wem sowas einfällt, der muss wahrlich ein gestörtes Gottesverhältnis haben. Aber vielleicht wollte man durch diese Geschichte und die Dreiteilung Gottes auch etwas unbegreifliches schaffen, um den Priestern eine Daseinsberechtigung zu geben, die dann ein Leben lang so tun, als wären sie durch die Weihe erleuchtet worden und damit beauftragt, den unverständigen Menschen das Unverständliche verständnislos zu erklären..
Dass das mittlerweile 2000 Jahre funktioniert, spricht für den Plan.
Lassing - Illustre Gedanken zum Frühlingserwachen
24. März 2006
Freilich gebraucht das Wort Lassing kaum noch wer für den Frühling. Manche mögen es noch aus Kindertagen kennen. So wie der Lenz auch kaum mehr gebräuchlich ist. Und doch kommt er jedes Jahr auf's Neue und immer früher. Das mag erfreuen, vor allem die Motorradfahrer, die man schon an lauen Märztagen über's Land brausen hört. Früher war es keine Frage, dass der März zum Winter gehörte, wie das Bild links zeigt, ich nahm es am 24. März 2006 auf.
Als das Saisontaferl eingeführt wurde, war es klar, wann die Saison beginnt. Im März konnte man meistens nicht mal die Garagentür öffnen, wohinter sich das Freiheitsteil ein knappes Halbjahr lang mit ausgebauter Batterie verbarg. Damals traf man sich Anfang April in der Zulassungsstelle mit Vorfreude in den Augen. Wer kennt heute noch ein Winterauto und doch fuhr gestern ein rostfreier Mercedes an mir vorbei, so ein weißer, ein eckiger mit Stern oben auf der Kühlerhaube, natürlich ein Diesel und der hinterher wehenden Fahne nach eine richtige Dreckschleuder. Höchstwahrscheinlich war es ein geschontes, ehemaliges Sommerauto.
Frühlingsgülle
Die ersten Frühlingsboten fuhren schon vorbei, mit ihren extrem dicken und gülleschwangeren Bäuchen. Teilweise noch die guten alten Vakuumfässer, bei denen man auch als Nichtlandwirt profitierte, vor allem, wenn man den Duft mag. Gezogen von einem kraftvollen Monstertraktor, der Tank randvoll mit steuerfreiem Agrardiesel. Dann wartet man sehnsüchtig auf Regen, damit die Atemwege wieder mit Frischluft durchspült werden. Und siehst du, da sieht man den Charakter, wenn du mit dem Fahrrad entgegenkommst, ob du stehen bleiben musst, der du ein Drittel der Straße für die beanspruchst, oder der Agrarier, der dir auf Vierdrittelbreite und aufheulenden Turbinen entgegen kommt. Da erfahre ich schon lange einen Unterschied zwischen Waidlern und Mühlviertlern, letztere haben da offensichtlich mehr Gelassenheit oder einen besseren Charakter. Während der Waidler sich denkt, dass du auf deinem Drahtesel eh schon im Freizeitstress bist und keine Zeit zum Grüssen hat. Dass es ihnen an guten Manieren fehlt, bewiesen die Agrarökonomen zuletzt beim Randalieren gegen das Mercosur-Abkommen. Ist halt wie mit den Rennboliden auf der Autobahn, für die du deinen Überholvorgang am besten gar nicht beginnst. Und wie soll bei so viel Egoismus das Klima besser werden, wenn man für sich selbst immer automatische Vorfahrt beansprucht?
Umweltbashing
Zweimal schon in der Geschichte gab es einen erfolgversprechenden Ansatz für wirksame Klimarettung. Zum ersten mal war das in den Achtzigern in den USA, doch das Unternehmen scheitere. Dann kamen die Grünen, aber auch die wählten wir ab, sie waren zu unbequem. Wer will schon "nur" zur Rettung des Klimas Einschränkungen hinnehmen. Und mit den Grünen verschwand auch das Klimabewusstsein. Bei Umfragen spielt das Klima keine Rolle mehr. Geflogen wir mehr denn je, es sei denn, es wird zu teuer. Scheinbar braucht es einen Krieg und steigende Spritpreise, um das Fliegen und Fahren zu reduzieren. Na wenn das so einfach ist, würde ein extremer Anstieg der Spritpreise ja alles in die richtige Richtung lenken. Natürlich stellt man sich da die Frage, wie blöd wir eigentlich sind. Ein Flug von München nach Los Angeles und retour kostet 30 Tonnen ewiges Eis die Existenz, pro Passagier wohl gemerkt. Ich machte in den 90gern Hochtouren in Österreich, der Schweiz und in Italien. Konnte über schier grenzenlose Eisflächen staunen und das im Hochsommer. Es erfüllt mich mit Schmerz, dass das kein Mensch nach mir mehr erleben wird. Und ich wundere mich, wie rasant sich das geändert hat, sehe ich heute graue Gipfel, auf denen ich war, als sie noch von ewig geglaubtem Eis bedeckt waren.
Hirnerwachen
Ja es wäre schon schön, wenn zum Frühlingserwachen auch mal ein Hirnerwachen hinzukäme, praktisch ein Auftauen verkrusteter Denkmuster. Wenn man einsähe, dass Erholung auch mit Öffis erreichbar ist, jedoch müsste man da auf das Stauerlebnis verzichten, auf die fluchenden Stunden im eigenen Transportmittel. Und was soll dann aus den Piloten und Stewardessen werden, da muss man ein Einsehen haben. Freilich! Was ist eigentlich aus den Schriftsetzern geworden? Was wird mit den Taxifahrern, wenn das autonome Taxi kommt? Was aus den Statikern, wenn die KI alles besser und schneller berechnen kann? Man muss einsehen, dass Leben immer im Wandel war und ist, nur die Geschwindigkeit hat zugenommen. Gerade in unserer rasanten Zeit wäre Entschleunigung das Zauberwort. Entschleunigung statt als Langeweile, lieber als Erholung zu begreifen. Sich der Natur mal ohne Earpods zuzuwenden und festzustellen, dass man Stille in vielen Facetten hören kann. Vielleicht gelingt es, wieder mehr zu sich zu finden. Sein zu dürfen, was man ist und nicht was man den anderen über sich vorgaukelt. Ganz authentisch ich sein zu dürfen.
Einfach ich.
Mit Vollgas in den Abgrund
Wenn die Wirtschaft stöhnt, zittern die Politiker, obwohl sie ja nicht von der Wirtschaft gewählt werden, sie brauchen nur deren Steuern. Die Chinesen bauen zur Zeit ein Autowerk, das etwa eine Million Autos pro Jahr herstellen kann. Aktuell gibt es 1,64 Milliarden zugelassene Fahrzeuge weltweit. 80% der Menschen haben kein Auto. Leiden aber auch darunter, dass 20% eins haben. Denn egal ob Verbrenner oder Elektro, jedes Auto schadet der Umwelt. Bei Elektro ist es halt ein bisschen besser, weil zumindest beim Fahren keine Abgase entweichen.
Auto, Auto über alles
Geht der Absatz beim Auto zurück, fängt das große Weltuntergangsgejammere an. Wobei die Welt wahrscheinlicher durch die Autos ein bisschen schneller untergeht. Wir haben nur eine Atmosphäre, nur einen Planeten, verhalten uns aber, als wäre alles unendlich. Nach wie vor gibt es kein Konzept, das einen Ausweg aus dem Höher, Schneller, Weiter bieten würde, dabei sollte nach diesem Ausweg mit höchster Priorität geforscht werden. Je später wir uns dazu durchringen, umso schwieriger wird es sein. Und umso teurer. Aber wir verlagern ja unsere Aufgaben gerne in die Zukunft, als wäre die Zukunft ein Alleskönner. Wir machen Schulden, was das Zeug hält und nennen es Sondervermögen, als wären Schulden ein Vermögen. Wir schieben klimaschonende Maßnahmen in die Zukunft, weil es der Wirtschaft schadet, wenn wir sie jetzt ergreifen. Wir suchen einen Standort für unseren Atommüll, den es vermutlich gar nicht gibt, zumindest nicht in einer Demokratie. Da wir aber mit Fleiß die AfD wählen, könnte diese Demokratie unter der wir scheinbar so leiden, ja obsolet werden. Und wir bekommen dann womöglich eine Regierung, die uns in vielen Dingen gar nicht mehr fragt. Wie schnell so etwas gehen kann, sieht man in den USA.
Fliegen bis zum Untergang
Aktuell hängen hunderttausende Touristen im nahen Osten fest. Man darf ruhig davon ausgehen, dass es Flugtouristen sind. Nun ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, pro Flugstunde und Passagier werden bei Linienflüge 90 kg CO2 ausgestoßen. Das hat das Abschmelzen von 1,35 Tonnen Gletscherei zur Folge. Fliegt ein Linienflug von München nach LA sind das pro Passagier 16,2 Tonnen Gletschereis weniger, pro Passagier wohlgemerkt. Das ist mehr, als das Achtfache dessen, was wir im Jahr maximal emittieren sollten. Und trotzdem geht die Billigfliegerei munter weiter.
Zu blöd zum Überleben
Manchmal glaube ich, die Menschheit ist zu blöd zum Überleben. Ist Fliegen nach wie vor ein Statussymbol? Was hilft es der Welt, wenn jeder Depp LA gesehen hat. Und auch der Depp hat nicht lange was davon. Wohl aber der Südpol, Grönland und die verschwindenden Gletscher weltweit. Aber das Umdenken kommt vermutlich erst dann, wenn es richtig weh tut und dann bekommen wir die Quittung für das Schnäppchenfliegen, die wird saftig. Denn sollte tatsächlich alles Eis abschmelzen, würde der Meeresspiegel um 69 Meter steigen. Hamburg, Bremen, Amsterdam, London, Shanghai, Mumbay, Athen, Alexandria, Marsailles .... alle saufen sie ab. Aber nicht nur viel Lebensraum geht verloren, auch viel fruchtbarer Boden. Und die höheren Temperaturen machen weite Teile der Erde unbewohnbar.
Das alles könnten wir verhindern, wenn nicht die Wirtschaft und die Billigfliegerei viel wichtiger wären. Wenn wir aber weiterhin darauf hoffen, dass es zu unserer Zeit schon nicht so schlimm werden wird und die nachfolgenden Generationen finden hoffentlich eine Lösung, dann ist das wie das Sankt-Florian-Prinzip, aber um vieles gemeiner. Denn wir wissen es eigentlich, aber aus lauter Selbstsucht verdrängen wir es.
Denkfreizeit
Der Herr Fritz meint, dass wir nicht so oft krank machen sollen und der Herr Markus will, dass wir länger arbeiten. Immerhin tut er es ja auch, denn er wollte 2018 die Amtszeit des bayerischen Ministerpräsidenten auf zehn Jahre begrenzen. Dafür wird er damals sicher seine guten Gründe gehabt haben, aber die scheinen ihm mittlerweile abhanden gekommen. Jetzt will er über 2028 hinaus. Und dann ist es auch wieder schade, dass wir unseren Ministerpräsidenten nicht direkt wählen können, denn mir fallen mir spontan viele ein, denen der Herr Markus zu mächtig geworden ist. Freilich, ein Trump ist er noch nicht, aber seine Visionen kosten den Freistaat einen Batzen Geld. Er setzt auf Wasserstoff und stopft dafür 273 Millionen Euro in eine bayerische Auto-Schmiede.Die dann großzügig in Sachsen-Anhalt und Oberösterreich investiert. Dabei dürfte mittlerweile jedem klar sein, dass die Zukunft dem E-Auto gehört und das Brennstoffzellen-Gefährt eigentlich ein netter Versuch war. Aber die Firma wird die 273 Millionen sicher auf das Einnahme-Konto buchen und vermutlich auch Gewinn damit machen. Und ein ganz kleiner Teil fließt ja durch die Vermögenssteuer wieder zurück in die Staatskasse. Man darf halt nicht immer Vernunft als Maßstab anlegen.
Superreiche ins Fäustchen gelacht
So ist es auch mit den Weltall-Träumen des Markus, der Bayern ins All vorstoßen lassen will. Vermutlich will er wissen, wie die Weißwurst in der Schwerelosigkeit schmeckt, oder ob man den Weißwurstsenf mit der Gabel auffangen kann. Solange solche Phantasien nicht bitter benötigtes Geld verschlingen, ist das schon akzeptabel. Aber genau das tun sie. Die öffentlichen Haushalte blähen sich Jahr für Jahr auf. Das Heer der Berater wächst schneller als die Staatseinnahmen. Und die lieben Berater tun das, wofür wir eigentlich die Beratenen gewählt haben. Aber halt nicht genau so, denn sie haben auch ein Eigeninteresse. Wie sonst kommen Gesetze zustande, die es dann erlauben, den Staat auszurauben, wie das bei Cum-Ex und Cum-Cum passiert ist. Da haben sich viele Superreiche ins Fäustchen gelacht, weil sie noch superreicher wurden. Finanzexperten schätzen den Schaden seit 2001 auf bis zu 80 Milliarden. Das Geld hätte man für die Rente der Babyboomer gut brauchen können. Aber es ist schon interessant, dass sich da kaum jemand aufregt. Aber wenn der Staat an osteuropäische Arbeiter aufgrund falscher Angaben Kindergeld zahlt, dann kommt der große Aufschrei. Hier geht es um ca. 80 Millionen im Jahr. Natürlich ist das auch Betrug und sollte abgestellt werden. Aber in Relation sind es die berühmten Peanuts.
2002 in die Wüste geschickt
Aber zurück zu unserem Fritz, den ja die Angela 2002 in die Wüste geschickt hat. Sie hatte sicher ausreichend Gründe dafür. Nun ist er wieder da. Hat die Ampel gestürzt und führt sich nun auf, wie die Axt im Walde. Wobei die Axt schon was tut. Das kann man dem Fritz nicht vorwerfen. Er hat sich ein Sondervermögen gegönnt, das sonderbarer Weise nicht sonderlich wirksam ist. Nur sehr zögerlich tut sich eigentlich nichts. Also nichts, dass auf ein Sondervermögen (eigentlich Sonderschulden) schließen ließe. Man hätte sich das aber bei seinem "Rambo Zambo" schon denken können, dass Realität nicht seine Spezialgebiet ist. Denn in der Realität bräuchte Deutschland eine Führungspersönlichkeit, die Europa auf die Spur bringen kann und klare Kante zeigt. Aber das ist der Fritz mit Sicherheit nicht. Kein klares Wort zu Trump, Zurückhaltung bei Putin, Vorsicht bei Waffenlieferungen. Und damit eine Verlängerung des Ukrainekrieges. Die Russen hören nur auf, wenn sie dazu gezwungen werden. Aber ein Fritz zwingt nicht.
So schlimm ist es gar nicht
Dass diese Zauderhaftigkeit beim gemeinen Wähler nicht greift, kann man an weniger als fünf Fingern abzählen. Und dann wird der Wähler gemein und wählt aus welchen Gründen auch immer (ausgenommen Vernunft) das braune Gesockse. Das seine Parolen der Stimmungslage anpasst. Ausländer raus, ausgenommen Pflegepersonal, Busfahrer, Reinigungskräfte, Ärzte, Fachkräfte, Bauarbeiter, Bäcker, Metzger ...). Und die Meinung schnell mal umkehren, wenn die Stimmung kippt. Der Aufstieg des brauchen Gesockses ist aber nicht auf die schlimme Situation in unserem Land zurückzuführen, denn so schlimm ist es gar nicht. Du bekommst einen Arzttermin und Sozialleistungen und eine kostenlose Schule und mautfreie Straßen und wirst so freundlich behandelt, wie du es erwarten kannst. Aber man kann alles schlecht reden und alles kritisieren und da haben auch die Medien fleißig mitgemischt. Schließlich sind da auch diese verdammten "sozialen" Medien, wo jeder unkontrolliert seinen Mist abladen kann. Und der wird dann auch noch massenhaft geteilt und weiterverbreitet.
Aber es bleibt doch der Untatbestand der Regierungsarbeit, der an Unvermögen grenzt. Es braucht Führung. Und zwar vom Kanzler. Das Zaudern muss aufhören, sonst übernimmt das braune Gesockse und das kann nun wirklich keiner wollen. Wir brauchen eine Regierung, die regiert und zwar gründlich. Die Probleme analysiert und entschieden anpackt. Eine klare Ansage, Führungsfähigkeit und Entscheidungen, denen die richtigen Taten folgen.
Probleme sind da, um sie zu lösen.
Kommunalwahl
Jetzt ist sie wieder da, die Zeit der Versprechen, wobei man eigentlich schon zu Beginn weiß, dass das meiste ver-sprochen wird. Nicht so, wie unser aktueller Kanzler, der „rambo zambo“ versprach, was uns alle ein wenig stirnrunzelnd zurück ließ. Das war ein klarer Versprecher.
Wenn an Silvester die Korken knallen, versprechen sich viele diese oder jene Veränderungen in ihrem Leben und schon kurze Zeit später müssen sie feststellen, dass es leider doch nichts wird, sie haben sich also ver-sprochen.
Nicht viel anders ist es mit unseren kommunalpolitischen Kandidaten. Da kann ich jetzt den meisten schon versprechen, dass sie durchfallen werden. Es ist ja nicht, wie bei der Reise nach Jerusalem, dass nur ein Stuhl fehlt.
Deshalb wird versprochen, dass sich die Balken biegen. Eine etablierte Volkspartei versprach neulich in einem Flyer Zukunft. Gut! Die kommt. Die Frage ist nur wie. Und dann kommt der Tag der langen Gesichter, an dem die Wahlergebnisse bekannt gegeben werden und eine exorbitante Durchfallquote attestiert.
Das ist in der Regel auch der Todestag der Wahlversprechen. Und dann kommt mit dem 1. Mai der Tag der Wahrheit. Wo echter oder ver-sprochener Idealismus auf die Haushaltslage und damit auf die Realität trifft. Aber so war es, so wird es sein und so wird es auch bleiben.
Noch herrscht das Prinzip Hoffnung, dass wir Wähler auf die Ver-sprechen hereinfallen. Schade, dass unser Gedächtnis kürzer als die Legislaturperiode ist.
Nachruf auf 2025
Liebe Leserin, lieber Leser!
Der Abreißkalender ist auf ein einziges Blatt abgemagert, das Jahr 2025 geht unweigerlich zu ende. Wir brauchen es nicht zu Grabe tragen, es verzieht sich von selbst.
Zwar wird es wieder zu Tode geböllert, aber das ist der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Den Böllergegnern und den Böllerfreunden. Erstere fürchten um ihre Zamperl und doch werden die Hundsviecher gefühlt immer mehr und als erklärter Hundenichtliebhaber würde ich manchmal gerne hoffen, die Befürchtungen der Böllergegner würden wahr. Aber auch dieses Silvester wird wieder mit großem Krach in das Neue Jahr münden und so wird es auch 2026 sein und 2027.
Im Dezember gibt es leider die meisten hungernden Menschen, sie flehen uns aus großen Kinderaugen aus den Zeitungen an. Das ist nun wieder vorbei. Gott sei Dank sind alle satt geworden.
Saulus - Sondervermögen
2025 bekamen wir einen neuen Kanzler, der sich vom Paulus zum Saulus gewandelt hat. Der Vorgängerregierung gebot er mit maximal erhobenem Zeigefinder Haushaltsdisziplin. Ließ viele sinnvolle Maßnahmen mit der Veto gegen die Umschichtung der 60 Corona-Milliarden platzen und als er noch nicht mal Kanzler war, gönnte er sich neue Kredite von einer halben Billion. Pardon, ein Sondervermögen natürlich, das hört sich doch gleich besser an. Aber beides müssen die nächsten Generationen zahlen.
Verbrenneraus
Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind und es soll bitteschön knattern. Jahrelang ruhten sich die deutschen Autobauer auf ihrem Lorbeer aus. Die PS-Zahlen stiegen und stiegen, auch die Zulassungszahlen. Das Zweitauto als Statussymbol. Gut, dass darf dann auch mal ein Chinese sein, oder ein Japaner. Die haben sich aber längst auf Elektroantrieb fixiert, was die deutschen Automobilisten achselzuckend zur Kenntnis nahmen. Dabei hätten sie mit ein bisschen Nachdenken feststellen können, dass Elektroautos nur 1/4 Energie zum Fahren brauchen. Ergo sich das Elektroauto durchsetzen wird. Warum also weiter CO2 in die Luft blasen? Dessen Reduktion wiederum den nachfolgenden Generationen enorme Anstrengungen kosten wird. Als wäre der Atommüll nicht schon schlimm genug. Den will keiner haben, selbst die nicht, die immer noch nach Atomkraft schreien.
Hilfe, die Boomer kommen!
Eigentlich kann man bei der Geburt eines Menschen schon in etwa berechnen, wann er in Rente geht. Aber offensichtlich vergaß man das. Nun kommen die Babyboomer in Rente und der Staat steht hilflos da. Jetzt ist es aber so, dass Politiker in Legislaturperioden denken und da konnte man das Problem getrost lange beiseite legen und tat das auch. Damit ist jetzt Schluss und man weiß nicht ein und aus. Ein neues Sondervermögen, das dann wieder die künftigen Generationen bezahlen müssen, ist nicht die Lösung. Renten runter, geht bei niedrigen Renten nicht, die reichen Rentner würden das auch nur mit massivem Protest und Abwahl quittieren. Was der AfD voll in die Karten spielen würde. Immerhin muss man feststellen, dass die Schuldigen ziemlich massiv aus der Boomer-Generation kommen. Dass die junge Generation die Zeche nicht komplett zahlen will, ist sehr verständlich. Denn auch dass sie so dezimiert ist, haben die Boomer mit ihrer Zeugungsverweigerung oder besser -verhinderung verschuldet. Damit bekommt der Begriff Erbsünde eine neue Bedeutung, denn jegliche Art von unnatürlicher Verhütung ist Sünde. Die Boomer aber, dürfen dem Geld natürlich hinterher weinen, das sie in die Rentenkasse zur zweckfremden Verwendung eingezahlt haben, sie haben ja selbst als Politiker mit beiden Händen in die Schatulle gegriffen.
Päpste
2025 war das Jahr der zwei Päpste. Franziskus starb am Ostermontag im Alter von 88 Jahren. Am 8. Mai wurde Robert Francis Prevost zum neuen Papst gewählt, er gab sich den Namen Leo XIV. Nach Benedikt dem Ahnungslosen, und Franziskus dem Zauderer steht nun ein Amerikaner der katholischen Kirche vor. Aktuell noch Leo der Sprachlose. Freilich ist der Jubel um einen Papst immer dann am größten, wenn er gewählt wird und wenn er stirbt. Die Zeit dazwischen interessieren sich die meisten Menschen, selbst die Katholiken, wenig für den Papst, was auch an der Gestrigkeit der Kirche liegt. Was hat sie den Menschen zu sagen? Wie sieht die Lehre der Kirche aus und wie die Wirklichkeit? Die schleppende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle geht vielen Katholiken gewaltig gegen den Strich. Und die Kirche flüchtet sich in die Vergangenheit, dass das eben damals so war. Aber darf man wegen der erzieherischen Prügelorgien, die sexuellen Übergriffe bagatellisieren? Nein, natürlich nicht. Das waren und sind unverzeihliche Verbrechen. Da reicht bischöfliches Weinen nicht.
Weihnachten
Das Weihnachtsfest ist vorüber. Das Fest, an dem wir an die Geburt Jesus vor 2025 Jahren im Stall zu Bethlehem erinnern, umschnaubt von Ochs und Esel und bestaunt von ehrfürchtigen Hirten. Ach wie süß. Aber es stimmt halt nicht. Jesus wurde vier bis sieben Jahre früher geboren und natürlich in Nazareth. Wer würde schon mit einer hochschwangeren Frau die etwa 100 Kilometer von Nazareth nach Bethlehem wandern? Und warum? Wegen der Volkszählung, die Kaiser Augustus befohlen hat, sicher nicht, denn die gab es nicht. Josef war auch nicht aus dem Geschlecht Davids und Bethlehem ein unbedeutendes Nest. Der 24. Dezember war es schon gar nicht, höchstens mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/365. Lügt also die Kirche, wenn sie die Weihnachtsbotschaft verkündet? Ja und nein. Ja im Bezug auf Fakten, nein im Bezug auf Tradition. Und Weihnachten ist einfach zu schön, um daran zu rütteln. Außerdem: Was würde der Einzelhandel dazu sagen ...
Ukraine
Seit drei Jahren und zehn Monaten tobt ein Krieg in der Ukraine. Russland griff das Land am 24. Februar 2022 an, um es zu erobern und hat sich gewaltig verkalkuliert. Das "unbesiegbare" russische Heer hat sich als besiegbar erwiesen und nur einen kleinen Teil der Ukraine unter seine Gewalt bringen können, dafür einen hohen Blutzoll gezahlt. Die Welt wartet darauf, dass den Russen endlich die Puste ausgeht. Zwar haben die Russen in Afghanistan 10 Jahre ausgeharrt, bis sie mit eingezogenem Schwanz abziehen mussten und über 100.000 Soldaten ihr Leben verloren hatten. Im Ukrainekrieg sind es ca. 300.000 Tote auf russischer Seite. Hinzu kommen viele junge Männer, die das Land verlassen haben. Sollte der Krieg 2026 enden, dann wird die Ukraine viel Hilfe erfahren. Russland eher nicht. Also gehen die Russen harten Zeiten entgegen. Dass der Westen nach dem Krieg wieder auf russische Energie zurückgreift ist eher unwahrscheinlich. Und ein Frieden, den die Ukraine unzufrieden zurücklässt, wird nicht dauerhaft halten. Dieser Krieg hat Kriegsführung massiv verändert. Aber Kriege leider nicht dauerhaft unmöglich gemacht.
Energie
Wir sind die schlimmsten Raubtiere auf Erden, denn wir rauben, was über Jahrmillionen entstanden ist: Fossile Energie in Form von Öl, Gas und Kohle. Seit Ende des 18. Jahrhunderts schürfen wir nach Energie, also zweieinhalb Jahrhunderte und wir haben es in dieser erdgeschichtlich kurzen Zeit sogar geschafft, das Klima zu verändern. Mag sein, dass es in Europa nicht ganz so heiß wird, sollte der Golfstrom als Wärmepumpe erlahmen. Aber für den kleinen Rest des Planeten zeichnet sich eine immer größere Katastrophe ab. Wir müssen weg von fossiler Energie, das ist Fakt. Aber wenn irgendwo ein Windrad errichtet werden soll, dann erwacht entrüsteter Protest. Das kann man als engstirnig bezeichnen, wenn es nicht ausreichend Alternativen gäbe und die gibt es laut Aussage der Antiwindkraftbewegung. Man müsste ja Windräder nur Woanders bauen und wenn sich auch dort Widerstand regt eben in Ganzwoanders. Ganzwoanders ist auch der ideale Standort für ein Endlager. Aber bei Windrädern in Ganzwoanders braucht von lange und teure Stromtrassen. Auch gegen die wird man empört demonstrieren. Eventuell sogar mit dem Verbrennerauto.
Losing Earth
Vor dreißig Jahren startete eine internationale Zusammenarbeit, um die abzeichnende Klimaerwärmung aufzuhalten. Damals trafen sich Wissenschaftler und Politiker zu vielen Gesprächen, um die Welt zu retten. Der Schriftstellern Nathaniel Rich hat diesen Prozess in einem Buch mit dem Titel "Losing Earth" nachgezeichnet. Es wurde 2019 veröffentlicht. Bewirkt hat es leider wenig. Man kann nur hoffen, dass es noch nicht zu spät ist. Sollte es gelingen, wird es extrem aufwendig werden. Aber dafür sind die nächsten Generationen zuständig, wie für so vieles. Egal ob Landwirtschaft, Flugverkehr, Heizen oder Industrie. Vermutlich wird man später sagen, dass Vermeidung von Treibhausgasen einen Bruchteil gekostet hätte. Aber das sagen dann die folgenden Generationen. Aktuell akzeptieren wir keine Einschränkungen. Kein Tempolimit, keine E-Autos, keine Windräder, keine Kerosinsteuer. Wir wollen billig und überall hin reisen und nach Lust und Laune rasen. Wir pisteln in höhergelegenen Skigebieten, noch ist Luft nach oben. Warum sie nicht verbrauchen?
KI
Im nächsten Jahr wird die KI weiter wachsen. Viele haben Angst, denn die KI könnte eines Tages dem Weiterso einen Riegel vorschieben. Die KI liefert detailliertere Zustandsberichte. Sie hilft bei der Wettervorhersage, eigentlich wird sie in alle Bereiche vordringen, wo Denken und Analysieren gefragt ist. Und auch im produzierenden Bereich nimmt die KI eine immer größere Schlüsselrolle ein. Ob dadurch das Zeitalter der Maschinen kommt? Wer weiß. Wird uns die KI einmal als unentbehrlich ansehen, wie das in dystopischen Romanen oft beschrieben wird? Aber auf die Idee kann die KI nur kommen, wenn wir uns weiterhin als Raubtier gebärden. Das würde bedeuten, dass wir nicht lernfähig und nicht verbesserungsfähig sind und dass wir die Zeichen der Zeit weiterhin ignorieren. Was einer Neuauflage des "Tanz auf dem Vulkan" gleichkäme. Machen wir uns also lieber nützlich und unentbehrlich.
Vorsätze
Nichts hat eine kürzere Haltbarkeit als Neujahrsvorsätze. Aber ist das Gesetz? Können wir nicht endlich damit anfangen, nachhaltig zu sein? Dass wir mit dem Raubbau aufhören und für eine bessere Zukunft Maß halten. Dass wir die Erde als Geschenk sehen, das es zu bewahren gilt. Dass wir nicht nur einen Generationenvertrag für die Rente haben, sondern auch einen, unser aller Erbe zu bewahren. Wir können das schaffen. Aber wollen wir?
Der Christ ist von Geburt an schlecht
Das muss man jetzt aber nicht auf sich selbst beziehen, außer man will. Aber die Schlechtigkeit ist für die christlichen Kirchen essentiell. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es so eindrucksvolle Bauwerke, wie den Petersdom zu Rom ohne die religiös verordnete Schlechtigkeit nicht gäbe, zumindest nicht in dieser Größe. Denn zu dessen Finanzierung hat die katholische Kirche den Ablasshandel eingeführt. Der Ablasshandel war eine Monetarisierung von Schuld und Sünde. Alles hatte seinen Preis und zahlte man ihn, war man die Schulden los.
Dass das funktioniert hat, ist nur durch die Machtstellung der katholischen Kirche erklärbar. Was zu glauben war, schrieb die Kirche vor und zwar ohne den geringsten Interpretationsspielraum. Und wer das nicht akzeptierte, bekam es mit der Inquisition zu tun. Wenn die dann in einer "peinlichen Befragung" endete, war man im günstigsten Fall schnell tot, im ungünstigsten Fall wanderte Mann oder Frau auf den Scheiterhaufen, leider noch nicht tot. Insofern ist es schon interessant, dass sich heute so viele nach ihrem Ableben verbrennen lassen.
Erst ein Martin Luther prangerte dieses Gebaren an und nagelte seine Thesen am 31. Oktober 1517 in Wittenberg an die Schlosskirche. Was letzten Endes mangels Einsehens der katholischen Kirche zur Abspaltung der protestantischen Kirche führte. Das Luther ebenso wenig wollte, wie Jesus aus Nazareth. Beide wollten Reformen der eigenen Religion, beide scheiterten und sorgten für eine Spaltung. Während die Entwicklung des Christentums mit dem Tod Jesu zunächst mal ad acta gelegt wurde und erst ein Saulus/Paulus die Ideen Jesu aufgriff und nach seinem Gutdünken uminterpretierte und es letztendlich wer weiß wie vieler Tote bedurfte, war es bei Luther wohl auch ein vielfacher Tod, der vor allem im dreißigjährigen Krieg fleißig Ernte hielt. Und alles immer im Namen Gottes, des immer selben Gottes.
Aber was hat das nun mit der Schuld zu tun? Schuld ist nach wie vor ein essentielles Bedürfnis der Religionen, sei es katholisch oder evangelisch. Denn ohne Schuld keine Entschuldigung und die spendet die Kirche. Man kann sich freikaufen durch Beichte. Man beichtet seine Verfehlungen und wird sogar noch vor abgelegter Buße entschuldigt. Das müssten sich die Büßenden mal vor Augen führen. Denn für die Vergebung der Sünden ist die Buße gar nicht erforderlich. Sie ist nur eine Auflage.
Und man bekommt die Absolution schon länger kostenlos, das ist zwar absolut richtig, aber es spült kein Geld in die Kassen. Gleichzeitig gebärden sich die Kirchenherren nach wie vor absolutistisch, was bei tieferem Nachdenken nicht gut gehen kann, aber das müssen die Protagonisten erst schmerzhaft lernen. Ein guter Ansatz wäre mal, das "schlechte Gewissen einreden" zu unterlassen. "Ich bekenne" muss ersatzlos gestrichen werden. Der Mensch ist nicht von grundauf schlecht, wie könnte er das als Ebenbild Gottes auch sein. Das muss die Kirche akzeptieren und sich um ein neues und zukunftstaugliches Menschenbild Gedanken machen, sonst wird man sie nicht mehr brauchen.
Fliegen zur Weltklimakonferenz
Die deutsche Delegation reiste zur Weltklimakonferenz mit 120 Teilnehmern per Flugzeug in Brasilien an, natürlich. Wie sollte es auch sonst gehen. Der Kanzler gar nur für einen Tag. Der Rest wird wohl bleiben und sich absichtslos zu Erklärungen nötigen lassen, die vermutlich das Papier nicht wert sind, auf dem sie verfasst werden, denn Papier ist geduldig.
Noch merkt man es halt in erträglicher Weise, dass es wärmer wird. Schneearme oder schneelose Winter (dann halt Schneekanonen), heiße Sommer (wie schön), Starkregenfälle (muss man baulich vorsorgen), in steigender Häufigkeit (zugegeben). Soll ich deshalb vielleicht nicht nach Malle fliegen? Bringt es was, wenn mein Platz leer bleibt? (natürlich, denn dann wird mehr Fracht befördert). Und wenn du 100 Gleichgesinnte findest, bleibt ein Flieger am Boden. Ja, da wird man schnell zum Spaßverderber, wenn man auf die Folgen hinweist, denn alles halt Folgen, mal mehr, mal weniger.
Es wäre so einfach
Dabei wäre es so einfach: Die Auswirkungen müssten allesamt ausgeglichen werden und diese Kompensation in alles eingepreist. In die Flugtickets, in das Kerosin, in das Benzin, in den Skipass, in den Strom, in die Produktion aller Dinge, ohne die wir nicht auskommen wollen. Und die Beseitigung der Auswirkungen müsste konsequent umgesetzt werden. Das Fatale dabei: das ginge alles schon, man könnte es machen, aber um der Wirtschaft wegen und den Erhalt des Wohlstands, tut man es nicht, später vielleicht, wenn es leistbar ist. Insofern sollte eigentlich Hoffnungslosigkeit aufkommen, denn bestehende Pfründe werden von allen und jedem eisern verteidigt. Selbst bei einem Milchpreis von 60 Cent pro Liter pocht der Landwirtschaftsminister auf günstigen Agrardiesel.
Kaum anzunehmen, dass sich da freiwillig etwas ändern wird. Der Tanz auf dem Vulkan geht weiter und zwar solange, bis es zu heiß wird. Bis sich mehrheitlich die Meinung durchsetzt, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Vermutlich gepaart mit dem Vorwurf, dass man schon längst etwas hätte tun sollen. Aber aktuell haben die Forderer keine Zeit, weil sie erneut Malle gebucht haben. Man könnte glauben, die haben alle einen Ballermann im Kopf.
Gegen Veränderung
Wir sind gegen Windräder (Verschandelung der Landschaft) aber wir sind für breite Straßen. Wir sind gegen Batteriespeicher (hässlich) aber wir sind für Pumpspeicher, obwohl deren Bau unendlich viele Ressourcen verschlingt. Aber freilich: die örtliche Bauwirtschaft! Auch bei den Straßen! Das sind Arbeitsplätze und es ist Einkommen und damit kommt man nach Malle.
Ver-Malle-deit noch mal, haben wir wirklich so wenig Hirn bekommen, dass wir eins und eins nicht zusammenzählen können? Scheint so. Oder ist es der pure Egoismus, der uns immer wieder in den Flieger steigen lässt. Im Garten ein Pool, in der Garage ein Bolide. Wenn schon Radeln, dann in Marokko, Langlaufen in Finnland, Fischen in der Nordsee, Whale Watching im Atlantik, Echsen auf Galapagos, Komodowarane auf den Sunda-Inseln, zum Everest Basecamp, Elefanten in Namibia, einmal Machu Picchu sehen, die Pyramiden, Kreuzfahrt in der Südsee. Bei all diesen Punkten fällt auf, dass sie mit Kommerz einher gehen. Der Egoismus muss Geld in die Kassen spülen. Der Rubel muss rollen. Und Kompensation? Fehlanzeige.
Selbst der E-Auto-Fahrer verkauft sein Klimazertifikat, damit ein anderer Umweltsünden produzieren kann, welch verrückte Welt. "Wann wird man je verstehn, wann wird man je verstehn?" Oh, ich glaube nicht, dass man nicht versteht, aber man sieht sich als zu kleinen Verursacher, als das man durch sein eigenes Verhalten etwas verändern könnte. Aber es ist irgendwie wie mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings in Afrika, der letztlich El-Nino auslöst.
Absichtslosigkeit
Und jetzt ist wieder Weltklimakonferenz und noch nie hatte man eine so klare und dramatische Datenlage. Man weiß ziemlich genau, wie es kommt, wenn es so weiter geht. Freilich weiß man nicht genau, wie weit die norddeutschen Küsten absinken, wenn das Polareis schmilzt, denn nicht nur der Meeresspiegel steigt, auch das Landniveau sinkt durch den Wippen-Effekt. Berlin an der Küste, nicht ausgeschlossen. In Bremen und Hamburg ist dann halt landunter.
Aktuell steigt der Meeresspiegel um 3,9 mm pro Jahr, Tendenz zunehmend. Hinterfotzing ist also nicht betroffen, höchstens von Klimamigranten. Also jener Spezies, die Kanzler Merz als Stadtproblem ausgemacht hat. Ein Problem an den Migranten festzumachen und nicht an deren Ursache, das ist schon sehr kurz gedacht aber natürlich bequem. Wir müssen also etwas gegen die Migranten unternehmen und nicht gegen die Ursachen der Migration. Vielleicht sollten wir mal darüber nachdenken, eventuell auf Malle. Derweil wird in Brasilien darüber nachgedacht, wie man eine Abschlusserklärung verfassen kann, die sehr erfolgversprechend klingt, ohne dass man am Status Quo etwas ändern muss. Es braucht eine absichtslose Absichtserklärung. Einen wortreichen Fetzen Papier für die Ablage.
Schnell bergab! Das ist doch auch beim Skifahren prima.