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Hinterfotzing

Immer wieder Sonntags

kommt die Erinnerung

Kennen auch nur mehr die älteren Semester. Cindy & Bert sangen sich damit 1973 durch die Hitparaden. Eine Erinnerung. Immer wieder Sonntags kommt mir die Erinnerung an Gottesdienste. Mann, was für eine Chance. Bin ja auch schon ganz gespannt, wie die Gottesdienste danach sein werden. Immerhin brutal viel Reformationszeit. Die werden sie sicher nutzen. Raus mit dem ganzen Mief und Muff. Fangen wir mal mit den Niederlassgelegenheiten an. Die Sinnhaftigkeit der Sitz-Knie-Steh-Gymnastik hat sich schon ziemlich überlebt. "Beuget die Knie!" war eigentlich schon ausgestorben hat sich aber über Jungverknöchterte wieder eingeschlichen. "Erhebet euch!" Schon in Kindheit und Jugend erschloss sich mir der Sinn nicht. Aber das wird ja sicher zur Zeit wegreformiert. Und dann wird's richtig gemütlich, vielleicht sogar mit verstellbarer Rückenlehne für die Schlafposition bei der Predigt. Pfarrer Rauchbier sitzt schon mit Zigarre und Whiskey im Garten. Wird also auch der Rauch vom Fass auf gerollt umgestellt und dann jeder? Da muss ich als passionierter Nichtraucher aber gewaltig an mir arbeiten. Aber was tut man nicht alles für seinen Glauben. Angeblich ist auch die Orgel schon weg. Gott sei Dank! Modern mit Orgel ist halt auch schwierig. Und es sind ja sowieso lauter Pfeifen. Die vermisst keiner. Hat es dann vielleicht mit der egozentrischen Weinverkostung am Altar ein Ende und gibt es belegte Hostien? Vieles wird sicher mittlerweile schon umgeplant sein und wir dürfen uns auf Kirche reloaded freuen. Ob sich alle freuen, das ist nicht gewiss. Angeblich gibt es tatsächlich Anhänger der Vergangenheit. Nein, ich meine nicht die Nazis, wo denkst du hin. Ich meine die Fanatiker, die Gott vorschreiben wollen, was er zu tun hat und ihm damit ständig in den Ohren liegen. Aber die werden sich schon auch an Kirche 2.0 gewöhnen, da bin ich mir ziemlich sicher. Vor allem, wenn sie zum ersten Mal die Rückenlehnen nach hinten klappen.

Panikuntergrenze gesucht

Über die Eigendynamik der Panik

Für eine Panik brauchst du überhaupt keine Vorbedingungen. Eine Panik, das kann ich dir sagen, die kann man jederzeit machen. Da gab es dieses Hörspiel in Amerika "Krieg der Welten", es wurde am 30. Oktober 1938 ausgestrahlt und versetzte viele in Angst und Schrecken. Es ging um die Invasion durch Außerirdische. Da die aber nicht kamen, war die Panik auch schnell wieder verflogen. Merke: Panik mit erfundenem Grund legt sich. 

Jetzt haben wir aber aktuell eine Panik mit realistischem Hintergrund. Dabei hätte es gar keine Panik gebraucht, sondern besonnenes Handeln hätte genügt. Einer Grippe kommst du nämlich nicht aus und das wäre auch gar nicht gut, denn dein Körper wehrt sich und entwickelt Gegenmittel, die dann sehr lange vorhalten. Verhinderst du die Ansteckung, dann kommst du halt nächstes mal dran. Aber dann haben die Panikmacher ja Impfstoffe. Freilich Impfstoffe, das ist immer gut, zumindest für den Hersteller. Allein die Entwicklungskosten, ja was denkst du? Schon jetzt steigen die Aktien.

Ist ja auch in Ordnung. Antivirensoftware kauft man auch wie selbstverständlich. Die Wirtschaft muss brummen, dann freut sich der Anleger. Und der ist die Triebfeder. Nun ja der nicht, also der mit seiner Krötensammlung bei der Ortsbank. Aber die Ortsbank investiert in der größeren Bank, die sich zwar genausowenig auskennt, dafür aber Fachleute hat. Und so geht das hinauf bis zu den großen Spielern, die können schon mal einen ganzen Kontinent setzen. 

Wenn du eine Katastrophe ankündigst und krasse Maßnahmen verhängst, dann setzt du eine Eigendynamik in Gang, die sich auf turbo hochrotiert. Das liegt am Menschenschlag des Panikoperators. Leute also, die bei Panik sofort auf Maximalwichtigkeit beschleunigen und genauso hyperreagieren. Und wenn dann gar nichts Katastrophenmäßiges passiert, also etwas, das auch nur ein bisschen über das Potential einer normalen Grippe hinausgeht, dann hast du auf einmal Probleme mit dem Zurückrudern und dem Argumentieren des angerichteten Flurschadens. Aber das kommt davon, wenn man mit Wörtern wie Pandemie allzu leichtsinnig umgeht. Wenn du einen Kampfhund von der Leine lässt, solltest du eine Strategie haben, wie du ihn wieder einfängst.

Aber wie definierst du die Untergrenze für die Aufhebung des Home-Prison, wenn es praktisch keine auffälligen Fallzahlen gibt? In dieser Situation zieht der Panikoperator für gewöhnlich schnell den Schwanz ein und überlässt dem Stab das Erfinden plausibler Ausreden. Vieleicht, dass es bis heute kein Klopapier gäbe, wenn die Ausgangssperre nicht so gut eingehalten worden wäre. Oder dass Hefe aus Gründen der nationalen Sicherheit gebunkert wurde. Vielleicht werden aber auch Denkschutzmasken verteilt, damit die Frage nach dem Irrsinn gar nicht kommt.

Neulich passierte in der Gemeinde Hinterfotzing ein Unfall mit einem Fahrrad und einem Mofa. Beide Fahrer stürzten und verletzten sich dabei. Notarzt und Rettungswagen kamen und verfrachteten die Opfer ins Krankenhaus. Zur Unfallstelle rückten aber auch unzählige Feuerwehren aus, um den nichtvorhandenen Verkehr zu regeln. Unter anderem auch der Kreisbrandmeister im vollen Ornat und vermutlich mit eingeschaltetem Helmnebelscheinwerfern. Aufgrund des Rettungskräfteaufkommens konnte der Infektionssicherheitsabstand nicht mehr eingehalten werden. Wenn du das auf Corona überträgst, dann ist  die "Viruskatastrophenüberwältigung" schon erklärbarer. Vermutlich gibt es nach Freigabe des normalen Lebens von der VHS einen Kurs "Küssen mit Mundschutz", das würde in die Programmwichtigkeit sehr gut passen. So neben "Farbberatung für Ampelsteher" oder "Veganen Biokraftstoff selber schiffen".

 

Sicher unterwegs

Das neue Yahona-Corona-Gespann

Sicher unterwegs - Das Corona-Gespann von Yahona

Corona muss gehen

Keine Aussicht auf Asyl

Warum nicht gleich? Während alle Politik mit atemberaubender Hilflosigkeit bis hin zur völligen Kopflosigkeit auf das massenhafte Vordringen einzelner Coronaviren auf bundesdeutsches Gebiet reagierte, stellte das Asylministerium unter Minister Seepferdchen nun fest, dass sich das Virus illegal nach Deutschland begeben hat und unverzüglich das Land zu verlassen habe. "Es besteht kein ersichtlicher Grund auf Asyl", so Minister Seepferdchen.

Das Ministerium reagierte in bisher nicht gekannter Geschwindigkeit und sandte eine dementsprechende Eilanweisung an alle staatlichen Organe bis hin zum Familienministerium, das im Verdacht steht, bereits Helferkreise gebildet zu haben. Auch Fälle von Kirchenasyl sind schon aufgetreten, wie bei näherer Untersuchung von Weihwasserbecken festgestellt werden konnte. Illegal im Land befindliche Viren müssen Deutschland unverzüglich verlassen oder sich in einem der mittlerweile eingerichteten Auslieferungslager melden. Bei Nichtbeachtung droht Desinfektion.

BMW GS oder E-Bike

Wie die Rentner das Erbe verprassen

Sicherlich ist die BMW GS 1200 ein gutes Motorrad. Das GS steht für Gelände/Straße, das Hightechteil ist also quasi der SUV auf zwei Rädern und damit zunächst nicht für den Einsatzbereich gebaut, sondern für das Gefühl von Abenteuer und Freiheit. Freilich wäre eine R1200 (das R steht für Road) die geeignetere Version und man bräuchte auch keinen Motorradanzug, der nach Saharadurchquerung aussieht, aber mit einer GS und Saharaanzug kannst du dir den Hauch von Wüste und Abenteuer umhängen, den Nimbus des Draufgängers, der jeder Gefahr gewachsen ist. Die Krux dabei ist halt, dass die GS sauteuer ist und die Fahrer in der Regel die Jugend in Form von Kindern oder sogar Enkelkindern kennen. Da ist es auch verständlich, dass so Details wie Anfahrhilfe eingebaut werden oder das Gegenstück der Elchsoftware, die kleine Fahrfehler ausgleicht.

Aber wer ohne Motorradvorleben in die ergraute Phase kommt, tut sicher gut daran, der noch so fahrfehlerresistenten GS ein E-Bike vorzuziehen. Immerhin regelt das bei 25km/h ab, obwohl das für Fahrradanfänger auch schon zu schnell sein kann, wie die Unfallstatistiken belegen. Als Immerschonradfahrer habe ich alle Entwicklungen durchgemacht. Vom Rad ohne Gang über die legendäre Sachs-3-Gang-Schaltung, die kombinierte Zehngangschaltung, schließlich die Trekking- und Mountainbikes mit 21, dann 27 Gängen. Und dann kam das E-Bike. "Wenn ich siebzig bin vielleicht". So verhöhnten mich sogenannte Freunde auf meinem elektrifizierten Fahrrad. "Wohl zu faul zum Treten?" Das hatte mir auf dem Motorrad noch niemand vorgeworfen und da trittst du nicht mal. Nein, auf dem Motorrad bist du ein sportlicher Hecht, der elegant durch die Kurven tanzt.

Mittlerweile treffe ich sehr viele E-Bike-Verschmäher auf Radtouren und auf E-Bikes. "Wie lange hält dein Akku?" OK, das ist ein Reizthema, mein 510wh-Akku kann schon mal nach 60km ausgepowert sein, der meiner Frau nicht, aber der hat auch nicht so viel zu tun. Und nach der dritten Tour, die ich ohne Motorunterstützung vollendete, war die Hemmschwelle für den Ersatzakku überschritten. Aber mal ehrlich? Wie kann man sich gegen etwas so nützliches wie ein E-Bike sträuben? Das E-Bike ist die GS der Strampler, das sogar grobe Konditionsfehler ausgleicht. Und wie sie daher kommen, die Neo-E-Biker. Gestyled von Kopf bis Schuh. Aerodynamischer Helm mit verspiegelter Brille, Tour-de-Francs-gleiche Fahrradfunktionskleidung und sogar noch Klickpedale, weil der Verkäufer ihnen versicherte, dass man da besser ziehen kann. Im Grunde ist jeder GS-Verkäufer auch ein idealer E-Bike-Verkäufer. Denn du musst die Illusion verkaufen können, das Abenteuer. Den Käufer auf eine höhere Stufe Mensch heben.

Und, du wirst es mir nicht glauben. Genau die, die sich über mein erstes E-Bike aufregten: "Wohl zu faul zum Treten", die regen sich jetzt auf, weil ich mich nicht in Biker-Outfit schmeiße. Aber ich sag's dir: ich bin immer schon Radl gefahren und noch nie in stylischem Biker-Outfit. Ich weiß, wie man Radl fährt, was ich brauche und was die Branche mir andrehen will. Das mag der Branche passen oder nicht und wer meint, dass er voll durchgestyled Radlfahren muss, der darf das. Ist ja sein Geld, respektive das künftige Erbe seiner Kinder. Nicht jede Einsicht, zu der man von gewieften Verkäufern durchgerungen wurde, muss man anderen aufdrücken, um die eigene Entscheidung zu rechtfertigen. Eine Radlhose mit Polster habe ich trotzdem. Und seit einem Jahr einen richtig bequemen Sattel. Denn bis dahin vertraute ich auf Fachverkäufer, die immer zu einem möglichst harten und schmalen Sattel rieten. Seither zweifle ich daran, ob diese Fachverkäufer überhaupt ein Rad haben.

Caritatis

Wettstreit der Wohltäter

Das Klopapier ist aus! Macht nichts, der Bringdienst bringt's. Du kannst im Rathaus anrufen oder bei den Piraten, aber bitte nicht beide, sonst wirst du mit Klopapier vierhändig zwangsernährt. Begonnen haben die Piraten, aber das Rathaus ließ sich die Caritas nicht aus der Hand nehmen, abgesehen davon, dass sie dort nie war. Wenn man zwei Dinge im Rathaus überhaupt nicht mag, dann sind es Bürger, die unaufgefordert Ideen bekommen und Bürger die Aktionen starten ohne das Rathaus zu informieren. Denn das Rathaus ist die oberste Instanz des öffentlichen Lebens und sei es noch so privat, denn wo kämen wir denn da hin, wenn jeder selbsternannte Bürger auf einmal zum Wohltäter wird. In Hinterfotzing gratuliert der Bürgermeister und schon deshalb ist der Bürgermeister der Wohltäter. Aus diesem Grunde sind Klopapiernotbestellungen unter Angabe der gewünschten Durchschläge einzig und allein an den Bürgermeister zu richten. Bei Nudeln und Tomatensaucen soll der zweite Bürgermeister angerufen werden, bei Getränken der Dritte. So ist das nun in Hinterfotzing geregelt.

Bislang gibt es in Hinterfotzing noch keinen einzigen Verdachtsfall. In Zahlen 0,000 %. Das ist frappierend, denn der Aktionismus lässt eher eine Infektionsrate von mindestens dem Doppelten vermuten. Aber so ist das. Nachher werden sie freilich sagen, dass Corona in Hinterfotzing nicht den Hauch einer Chance hatte. Weil nämlich Herr Elvau sogar das Blaulicht auf sein Auto montierte und nur mehr mit Feuerwehrhelm mit eingeschaltetem Nebelscheinwerfer und einsatzbereiter Überwachungsdrohne unterwegs ist. Er setzt dabei gegenüber dem Virus auf Abschreckung. Kann schon funktionieren. Wer's nicht glaubt, bitte nur mit vorgehaltener Hand Lachen.

Während das Virus langsam in den Ferienmodus wechselt, kommen aus dem Politbüro der Landeshauptstadt Forderungen, die Leere der Autobahnen für Baumaßnahmen zu nutzen. So soll die A3 auf mindestens fünf Spuren in jede Richtung ausgebaut werden. Weil man nicht weiß, ob Corona als Dunkelziffer auf der A3 unterwegs ist, wird der Ausbau ins Internet verlagert. Aiwanger schwebt eine Lösung wie beim Computerspiel Siedler vor, wo man per Mausklick ganze Autobahnabschnitte errichten kann. Die Opposition hat deshalb einen Untersuchungsausschuss über die gehirnschädigende Wirkung von Opfösoft beantragt.
Außerdem wird endlich die Nordumfahrung von Hirndübel gebaut, damit Bürgermeiser Sturbacher nicht wieder tagelang als erster an der Ampel stehen bleibt um einen Stau zu erzeugen. 

Der Bund Naturschutz überlegt inzwischen, Corona die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Immerhin hat das Virus mehr für das Klima getan als die Umweltministerin. Auch die CSU überlegt in diese Richtung, immerhin hat Corona die Partei aus der Versenkung geholt. Man will aber erst abwarten, ob der Trend anhält. Ins Visier des Bunds der Steuerzahler ist Finanzminister Olaf Scholz geraten, der bezüglich der Herkunft des 1,3 Billionen-Pakets für die Rettung der Wirtschaft auf Italien verwies.

Die Panik kann Gott sei Dank am Laufen gehalten werden und Hinterfotzing bleibt am Puls der Zeit.

Höhenflug

CSU gibt christliches C der Kirche zurück

Da staunte sogar Söder, als er die Umfragewerte ängstlich aus dem Kellerschacht emporblinzeln sah. Immerhin hatten sie sich schon an die Dunkelheit gewöhnt. Corona als Lebensretter der CSU. Während alle Welt verängstigt und mit herabgerasselten Rollos und Mindestabstand zu den Außenwänden im hintersten Sofaeck schlottert, bringt Corona neuen Lebenssaft in die dahinmodernde Partei. Dabei sah sie sich schon als Humus der Geschichte. Noch am Aschermittwoch wurden die Grünen durch Angriffe aus der Passauer Dreiländerhalle zum Angstgegner geadelt und die Schenkelklopfer gerieten ins Stocken.

Es gibt ja Menschen, die laufen bei Katastrophen zur Höchstform auf. Herr Elvau ist so einer, der wächst mit jeder Uniformschicht. Und auch der bayerische Ministerpräsident entpuppt sich nun als Katastrophensuchti. Sich einfach hinzusödern, auf Krisenmanager machen und sich neben der Selbstbemachtung über steigende Umfragewerte der CSU zu freuen, die man – selbstredend – selber bewirkt hat. Also nicht von der Hand zu weisen, dass die C-Hysterie auch als Stimmungsmacher herhalten muss und die Maßnahmen sich an den Umfragewerten orientieren. Mit der C-Krise zurück in die guten alten Zeiten. Das christliche C wird als Anerkennung der coronossalen Leistung durch das Corona-C ersetzt. Wo sind die Pläne für die Neuerrichtung der Nibelungenhalle? Alle Macht der CSU!

Gerüchten zu Folge ist der Vorsitzende der bayerischen Bischofskonferenz Kardinal Pädophilus über diese Entwicklung nicht unglücklich. Allerdings muss man erst sehen, ob der tief eingefressene Schmutz vom zurückgegebenen C entfernt werden kann. Ansonsten würde man es zusammen mit den Missbrauchsakten entsorgen.

Und die Grünen? Man muss schon neidlos feststellen, dass selbst die radikalsten Vorschläge der Grünen nicht so viel positive Umweltauswirkungen gehabt hätten wie die C-Maßnahmen. Nicht das 3-Liter-Auto und nicht das E-Auto sondern das Bleibindergarage-Auto ist das umweltfreundlichste Auto. Denn damit ist auch das Mikroplastikproblem gelöst. Kein Reifenabrieb bei Stillstand. Das ist doch die Idee. Krisenverursachte Entwöhnung vom Auto. Mal seh’n ob Autofahren überhaupt wieder erlaubt wird.

Aber die Landtagswahl ist erst 2023 und da wird die schlimmste Galaxodemie langweilig und das Bier sauer, das den Stammtisch nicht erreicht. Außerdem scheinen einzelne Bürger die Rollos schon einen winzigen Spalt gelupft zu haben und neugierige Sonnenstrahlen erhellen die aschfahlen Gesichter. Das wird ein Spaß, wenn die Gesichtsmasken wieder abgenommen werden und die weiße Mundpartie sich vom ansonsten braunen Gesicht abhebt. Dann wird die Verwandtschaft zum Schimpansen unverkennbar. Aber noch sind wir von der FMK, der freien Mundkultur weit entfernt. Noch hat Söder den Hysteriehebel fest im Griff und wird uns weiter auf seine Seite ziehen. Söder makes CSU great again. Und Corona muss mit, ob sie will oder nicht.

Marina, Marina, Marina

Wie man bei Männern das Hirn ausschaltet

"Marina, Marina, Marina", wenn du dieses Lied nicht kennst, bis du unter achtzig. Quasi ein Greenhorn, legt man das Durchschnittsalter der Hinterfotzinger Liedertafel an, die dieses Lied gerne ins Publikum schnulzt. Das Lied stammt von Rocco Granata und wurde 1959 zum Hit. Es zählt zum modernen Teil des Repertoires der Liedertafel, das ist das Tragische. Aber gerade Männer im hohen Alter leben hauptsächlich von ihren Träumen. Insofern ist es schon ok, wenn sie singen "Bei Tag und Nacht denk ich an dich Marina!",  wenn's irgendwie hilft. Marina wird da sicher andere Interessen haben, es sei denn, sie hat einen betuchten Sänger im Visier, dann aber wohl auch mehr seine Betuchtheit. Denn dass die alten Knacker der Marina außer Geld und Erinnerungen etwas zu bieten hätten, dürfte dem Genre der Phantasie zuzurechnen sein. Marina scheint eher ein junges Ding zu sein. Schön, sicherlich, aber ein achtzigjähriger Verehrer hat auch diese Erfahrung schon hinter sich, dass Schönheit vergeht. Freilich kann man sie mit Make up noch eine Weile vortäuschen, dauert halt immer länger, bis der Schein wieder mehr oder weniger trügt. Nicht mit allen Mitteln der Welt ist er auf Jugend zu trimmen. Wie also sollte er, selbst wenn die Zahnprothese zuverlässig haftet, der Marina den Hof machen können? Und wo bleibt die Lebenserfahrung? Wer ist diese Marina? Was kann sie? Nur Schönheit reicht nicht lange. Angenommen du hast eine Baufirma und dann angelst du dir diese Marina und es stellt sich nach dem Urlaub heraus, dass sie nur dolce Vita will, du aber außer Haus musst. Da fängst du schon nach dem Zufallen der Haustür zu eifern an. Dabei ging es so leicht "Ich lud sie ein zu einem Glase Rotwein" und schwups "gab sie mir einen Kuss und das hieß ja". Ei, ei, ei! Dabei kennst du noch nicht mal die Schwiegermutter und deren Drachenqualitäten. Kommt sie mit oder bleibt sie? Dass die Sänger der Hinterfotzinger Liedertafel dieses Lied glaubhaft rüber bringen, zeigt entweder, dass sie grandiose Lügner sind oder immer noch bei jedem Rock das Hirn ausschaltet. Oder aber sie singen es gar nicht freiwillig, sondern ihre nicht weniger betagte Dompteuse lässt sich in die Rolle der Marina singen, was nicht weniger von der Realität abschweift. Bewundernswert ist jedoch die Überzeugung der Liedertafel, mit diesem Liedgut junge Sänger zu gewinnen. Ja, Glaube kann Berge versetze, aber auch dem sind Grenzen gesetzt.

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