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Die Ausbeutung der Welt

Und deren langsame Vernichtung

Heute in der Tageszeitung, eigentlich eine ganz banale Werbung. Es gibt billiges Gemüse, was interessiert es schon, woher es kommt.

Heidelbeeren aus Chile, Premium Orangen aus Spanien, Tafeltrauben aus Südafrika oder Peru, Naschtomaten aus Marokko.

Die Tafeltrauben sind sogar 28% billiger. Angeblich war der preis vorher 2,35 €. Das ist ja eine gängige Masche.

"Der Kasten Schnaxlbacher Urqual statt 400 € jetzt nur 18 €. Schnaxlbacher! Jetzt zugreifen! Nur bis Ende des Monats. Hol dir dein Schnaxlbacher Urqual! Jetzt!" Hat schon immer funktioniert, wird weiter funktionieren. Wir sind Schnäppchenjäger.

Gemüse aus Spanien

Wenn man in Hinterfotzing wohnt, ist der Gemüseanbau nicht weit. Im Eferdinger Becken und im Vilstal wird sehr viel Gemüse angebaut. Aber unser Gemüse kommt aus Südspanien, wo es von bestbezahlten Arbeiterheeren unter Einhaltung sämtlicher Vorschriften angebaut und geerntet wird. Truckerfahrer aus dem Osten karren es dann über unzählige Autobahnkilometer zu uns, froh, dass sie endlich für ein paar Wochen oder Monate von daheim weg kommen, blasen fröhlich ihre Abgase in die Luft und genießen das frei Leben auf Rastplätzen.

Dass der Süden Spaniens langsam aber sicher im wahrsten Sinne des Wortes verwüstet wird, das will man nun damit bekämpfen, dass eine riesige Pipeline Wasser aus den Pyrenäen hingeleitet wird.

Den Jahreszeiten angepasst

Früher war das Angebot den Jahrezeiten angepasst, das ist heute nur mehr bei "Mon Chéri" so, also den Pralinen mit der Piemont-Kirsche, wenn man es glauben darf. Denn wenn die Kirchen tatsächlich aus dem Piemont kommen, warum haben die Pralinen dann einen französischen Namen bekommen? Natürlich der Werbewirksamkeit wegen, denn Ferrero ist ein italienische Firma, das weiß man doch. Klingt ja eh wie Ferrari. Und der Gipfel des Genusses: Ein Ferrero im Ferrari naschen. Aber genau das geht nicht, denn Mon Chéri gibt es nur in der kalten Jahreshälfte, die mit dem Klimawandel wohl das Halbjahr bald nicht mehr hinbekommt.

Vernünftig wäre die saisonelle Küche allemal und viel abwechslungsreicher. Das scheint heute nur mehr bei seltenen Produkten zu funktionieren. So gehört dem Sommer das Eis und dem Winter der Punsch. Aber nein, wir wollen Ganzjahresnaschtomaten. Und Avocados und es ist uns ziemlich egal, wenn die umliegenden Kleinbauern der Avocadoplantage kein Wasser mehr bekommen, weil die Avocadoplantage alles für sich braucht und die lokalen Federales ausreichend für den Plantagenschutz entschädigt werden. Feilich ist das Problem erst durch unseren Avocaco-Hunger entstanden. Kein Mensch braucht Avocados, wohl aber die Kleinbauern ihr Wasser.

Und siehst du, wenn in Schickimichiminga die Restaurant-Terassen beheizt werden, weil Schickimicki eben ganzjährig draußen sitzen will, dann kommen die Snobisten mit jedem Kubikmeter verfeuertem Heizgas durch den CO2-Ausstoß ihrem Ziel näher und werden bald keine beheizte Terrasse mehr brauchen. Aber dann bitte kein Jammer über Klimaflüchtlinge aus Afrika. Vielleicht haben sie ja Ingwer dabei.

Weltgewandtheit

Wir sind hipp und wir essen hipp, das beste vom Besten der weltweiten Gourmetküche und natürlich wissen wir, wie man die Gerichte ausspricht, wer für was gerade der angesagte Küchenmeister ist und wo man die tollsten Lungenheringe auf Hummus bekommt. Und wir bilden uns ständig in den vielen Kochsendungen von Tscheitschei Schnurzwurst fort, der uns die Rezepte gleich mitliefert und sofort holen wir die Prospekte der Lebensmittelmafia hervor, ob wir das nicht extrem billig hinbekommen. Aber das garantiere ich dir: Die Zutaten auf den Starkochrezepten findetst du bei den Sonderangeboten nicht. Die Sonderangebote sind ja nur das Lockmittel. Naschtomaten aus Marokko für nur 2,79 € je Kilo, 28% billiger, sonst 3,88 €. Diese "Normalpreise" sind natürlich reine Fantasie, aber die 28% wirken. "Nur noch bis Monatsende Schnaxl Urqual für 19,99 € je Kasten, 95% billiger, sonst 400 €". Gut, das war jetzt ein bisschen unrealistisch. Das findet man nur beim Amazonas, wenn wieder ein Optimierungsprogramm falsch programmiert war. 

Und musst du hinter einer Brummi-Karawane hertuckeln, die deinen Rucola-Salat von Spanien herauf karrt, den du aber brauchst, weil er im Rezept von Schnurzwurst aufgeführt ist. Dass Rucola nicht aus Eferding kommt, sagt schon der Name, aber Rucola muss sein. Wir brauchen Bitterstoffe. Das ist der aktuelle Trend und wissenschaftlich erwiesen. Du musst nur was wissenschaftlich beweisen, dann kommt es on top of the Speisekarte. So wie Ingwer, kommt aus den Tropen. Sehr sinnvoll, Ingwer nach Europa zu karren, damit kannst du gleichzeitig deine Gesundheit fördern und das Klima schädigen. Freilich wird Ingwer mit Schweröldampfern herauf geschippert oder meinst du etwa, der Kongolese steckt es dem flinken Masai in den Rucksack, damit der nach Europa joggt? Ingwer, auch so ein "must have" der Weltgewandten. Früher war es Tai Ginseng und noch früher Brennesseltee.

Bessere Sorten

Früher hießen Äpfel Boskop (Lederapfel) oder Jonathan, dann kam der Golden Delicious aus irgendwo und mittlerweile sind die meisten Äpfel Migranten, aber da macht es uns nichts aus. Den Boskop wirst du im Supermarktregal nicht finden, der ist nämlich ein lagerfähiger Apfel, den man auch im Winter noch genießen kann. Im Supermarkt bekommst du kein lagerfähiges Obst. Obst muss makellos sein. Dazu werden die Bodenseeäpfel in Stickstoff gefluteten Kühlhallen gelagert. Der Aufwand ist größer als ein Schiffstransport aus Südafrika. Aber was will man machen und vermutlich gibt es Subventionen aus Brüssel, damit sich die Lagerung für die Obstbauern trotzdem rentiert. Mit dem Ganzjahreseinheitsangebot ist viel Vielfalt verloren gegangen. Dafür bekommst du das ganze Jahr Kefir und Mandarinen, die früher nur im Advent angeboten wurden. Wird etwas besonders, wenn es immer verfügbar ist? Natürlich nicht, es wird gewöhnlich. Diese Gewöhnlichkeit hat einen hohen Preis, den in der Regal andere zahlen müssen.

Man hat ja nur das eine

Was juckt's, wenn der Planet verbraucht ist, das passiert ja erst nach dem eigenen Lebensende. Man hat ja nur das eine, also gilst es bis zum Ablaufdatum, alles in vollen Zügen zu genießen und da geht es nicht um die Bundesbahn. Dabei ist eine Avocado keine Lebensbereicherung und 50 verschiedene Nudelsorten braucht auch keiner, ebensowenig wie Naschtomaten aus Spanien. Schmecken Äpfel von der Steuobstwiese tatsächlich schlechter als Granny Smith? Nein, der Streuobstapfel schmeckt sogar besser, aber er wird Flecken haben und das weiß jedes Kind, dass Äpfel keine Flecken haben dürfen, sonst bleiben sie liegen. Wie auch der gesunde Menschenverstand, der schon lange Flecken bekommen hat.

 

 

 

 

 

Derblecken beginnt am Aschermittwoch

Anstand und Respekt auf historisches Tief gesunken

Es fehlt eindeutig der Schiedsrichter. Wenn zwei Fußballmannschaften aufeinander los gehen, dann müssen sie strenge Regeln befolgen, deren Einhaltung der Schiedsrichter überwacht und Verstöße ahndet. Das kann, wie man weiß, bis zum Platzverweis führen. Nicht so in der Politik. Da wird ohne Rücksicht aufeinander eingedroschen. Am Aschermittwoch konnte man eine neue Eskalationsstufe erleben. In Biberach verhinderten gar radikalisierte Bauern eine Aschermittwochs-Veranstaltung.

Augen nicht zudrücken

Hilft die Steigerung der eigenen Radikalität tatsächlich dabei, die Radikalität anderer zu bekämpfen? Beim Aschermittwoch mag man da ein Auge zudrücken, wenn ein bisschen derb aufgetragen wird. Aber zugedroschene Augen kann man nicht mehr zudrücken. 

Wir erleben gerade, wie eine Regierung nach allen Regeln der Kunst fertig gemacht wird, auch aus den eigenen Reihen. Dass Regierungsparteien an Zustimmung verlieren, ist normal und liegt daran, dass sie sich an ihre Versprechen halten müssen, zumindest nach Vermögen. Nun hauen aber Oppositionsparteien, die über ein Jahrzehnte mitregiert haben in Kerben, die sie selber aus Lethargie zu Schlagen versäumt hatten. Und das ohne jegliche Skrupel.

Bayerische Permakritik

Gerade Bayern tut sich in Sachen Kritik besonders hervor. Zeigt mit dem Finger auf Berlin und niemals auf die eigenen Probleme. Schafft es nicht mal 40 läppische Windräder in den Altöttinger Forst zu stellen, sonder stellt sich in die Reihen der Bauern, die fordern, dass die Ampel weg muss. Das sind keine Politiker, vor denen man Respekt haben muss, denn Respekt muss man sich erst verdienen.

Fakenews

Da kann man nur sagen: Wer Wind sät, erntet Sturm! Ist schon irgendwie komisch. Da geht es uns allen gut wie nie, aber die Unzufriedenheit steigt. Liegt das vielleicht an den russischen Trollfabriken, die in den unsozialen Netzwerken Tag für Tag Fakenews verbreiten, vor allem in Deutschland, denn Deutschland ist der europäische Meinungsbildner. Wenn sich Meinungsbildner so leicht manipulieren lassen, dann sollte die Bundesrepublik schleunigst ihre Bürger über alles informieren. Gut alles nicht, denn manches würde zu Irritationen führen. Wenn der Herr Putin den Tiergartenmörder wieder haben will und im Gegenzug eine amerikanische Journalistin aus dem Gefängnis lassen würde, dann sollte man lieber erst mal überlegen, welche Gegenleistung von den Amis zu verlangen ist. Vielleicht Trump einsperren. Überdies ist zwischen einem verurteilten Mörder und einer Journalistin, der (was denn sonst) Spionage vorgeworfen wird, doch ein gewaltiger Unterschied. Wer für Putin mordet, sollte wissen, dass er und nicht Putin eingesperrt wird. Dass er aber unter Umständen früher frei kommt, wenn sich Putin anstelle seiner einsperren lässt. Aber das ist nicht sonderlich wahrscheinlich, also braucht man sich darüber keine Gedanken machen. 

Agrarwirtschaftswunder

Wofür blockieren die Bauern Autobahnauffahrten und Städte? Aber freilich, für die Einführung einer landwirtschaftlichen Planwirtschaft mit garantierter Abnahme aller Erzeugnisse zu hohen Preisen und maximale Subventionierung bei gleichzeitiger Entbürokratisierung. Eine netto Vorstellung. Und wer bezahlt? Der Steuerzahler, wer sonst? Dann braucht es eigentlich nur noch eine Steuerfreiheit für die Bauern, damit sie sich an der Finanzierung ihres Agrarwirtschaftswunders nicht beteiligen müssen. Schön ganz schön verfahren, diese Kiste. Früher hatten wir kleine Landwirtschaften, kleine Molkereien und kleine Einzelhändler. Jetzt haben wir alles in groß und alle jammern, was das Zeug hält.

Schwarzumsätze

Wäre mal interessant, welche Vorschriften noch eingehalten würden, wenn deren Einhaltung nicht mehr durch die viel gescholtene Bürokratie überwacht würde. Wenn im Wirtshaus Umsätze nicht in der Kasse landen, dann sollte der Gast zumindest die 19% Mehrwertsteuer erstattet bekommen, anstatt die Schwarzgastronomie auch noch mit einem Trinkgeld zu belohnen. Und dann jammern sie, wenn die Kontrollen noch schärfer werden und schimpfen über noch mehr Bürokratie. Jede Sau würde sich sofort für ein Berufsverbot für Metzer einsetzen.

Angenommen, jeder Bürger dürfte seine Steuerlast selbst festlegen. Was würde das an Bürokratie einsparen und an Steuereinnahmen. Jedes Tempolimit ist ein deutlicher Beweis, dass wir ansonsten zu schnell fahren würden und jeder Blitzer die Quittung. Wir leiden nicht an zu viel Bürokratie, sondern an zu wenig, denn jeder Schwarzumsatz fehlt dem Staat und dem Schwarzgastronomen die Einsicht für sein Fehlverhalten. Solange diese Einsicht nicht kommt, wird es mit weniger nicht gehen. Und es gibt begründete Zweifel, dass sie jemals kommt.

Bauern und andere Demonstranten

Angestaute Wut bricht sich Bahn

Es gibt sicher einiges, was man der Ampel an Unklugem vorwerfen kann, aber die Forderung der Bauern, dass sie weg muss, ist sicher maßlos überzogen. Denn die Probleme der Bauern kann man der Ampel-Koalition nicht anlasten. Vermutlich hatte noch keine Vorgängerregierung mit solch dramatischen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Im Epizentrum steht der Ukrainekrieg, den ein vergangenheitsbesessener KGBler in Moskau ohne Not vom Zaun brach, es sei denn seine eigene. In der Folge eine Energiekrise, die radikale und schnelle Maßnahmen erforderte und - das darf man auch mal feststellen - die gelöst wurden. Diese völlig neue europäische Situation bedurfte außergewöhnlicher Maßnahmen, so muss unser Militär wieder auf Vordermann gebracht werden. Da waren wir halt ein bisschen zu euphorisch und schlossen vom Deutschland auf den Rest der umliegenden Welt. Aber dieses Sondervermögen Bundeswehr war halt nicht für den Rest der Probleme da und der war groß.

60 Milliarden

Gott sei Dank waren da noch 60 Milliarden Coronahilfen im Topf, welch ein Segen. Aber nein, die Union klagte gegen die Umwidmung. Warum? Um der Ampel zu schaden. Dass sie ganz nebenbei Deutschland massiv geschadet hat, scheint sie nicht die Bohne zu interessieren. Eigentlich sollte man einer Partei, die dermaßen um sich selbst kreist, keine einzige Stimme mehr geben. Denn damit trat die Union eine Lawine los. Das hätte man wohl einem Putin zutrauen müssen, aber dass eine deutsche Partei so was macht. Als Notsofortmaßnahme wurde die Förderung für E-Autos gestoppt. Ebenso die Förderung für die Transformation zur regenerativen Energie gekürzt. Dann löste die Kürzung der Agrardieselsubvention massive Bauernproteste aus. Wobei die Bauern eigentlich schon vor Jahren hätten aufbegehren sollen. Aber sie waren halt auch selber Schuld an der ganzen Subventionspolitik, weil sie über den Bauernverband vor allem auf die europäische Politik massiv Einfluss nahmen und dafür leider die Rechnung bekamen. Nun soll sich also der Staat als Vermittler zwischen Bauern und den Lebensmittelkonzernen einschalten. Wie soll das gehen? Das wäre ja Planwirtschaft. Auch das Wirtschaftswachstum geht Dank der Initiative der Union zurück. Das ist zwar gar nicht so schlecht, vor allem für das Klima. Es kann kein dauerhaftes "noch mehr" geben. Da wird man früher oder später umdenken müssen. Früher wäre besser.

Die Ampel muss weg?

"Die Ampel muss weg!" Das ist schon krass. Denn so viel hat die Ampel nicht falsch gemacht. Freilich, das Heizungsgesetz, das hätte man sich sparen können. Denn welche neue Heizung eingebaut wird, kann man sehr effektiv über Subventionen steuern. Aber da saß den Grünen der Klimawandel zu sehr im Nacken. Nicht, dass es nicht eilig wäre, aber man muss ein bürgerverträgliches Tempo einhalten, sonst regiert man nicht mehr und dann ist nichts gewonnen. Wenn aber jetzt die Ampel weg wäre, was käme dann? Sicher keine CSU-Alleinregierung mit Markus Söder als Kanzler, auch wenn der das auf seiner Agenda hat. Nein, diesen aufgeblasenen Provinzler will außerhalb Bayerns keiner und außerhalb Bayerns ist halt weitaus stimmenstärker als innerhalb Bayerns. Wenn er sich auch noch so sehr selbstberufen fühlt, es wird nix, das sollte er einsehen. Dass er für die große Politik nicht taugt, hat er am letzten politischen Aschermittwoch wieder deutlich unter Beweis gestellt. Er schafft es ja nicht mal, seinen Vizekanzler unter Kontrolle zu bringen.

Unsichere Zeiten

Es ist völlig offen, wie die Wahl in den USA ausgeht. Vielleicht durchschauen die Wähler ja doch, wie viel Dampf dieser Trump plaudert und worum es ihm eigentlich geht. Um Trump natürlich, das hat er mit Söder gemein. Aber ungeachtet des Ausgangs. Es kann nicht sein, dass unser altehrwürdiges Europa ohne die USA nicht ausreichend kriegsfähig ist. Da ist Eile geboten. Denn wenn alle Befürchtungen eintreffen, werden viele sicher sagen: "Ja, wenn wir das gewusst hätten!" Insofern hat die Klage der Union ein unverzeihliches Desaster angerichtet. Denn es kann nicht sein, dass wir uns nicht ausreichend gegen einen Aggressor Putin wappnen können, nur weil wir keine Neuverschuldung akzeptieren. Die Union und Finanzminister Christian Lindner machen uns mit ihrer Schuldenbremse kriegsunfähig und das sollten wir auf keinen Fall sein. Die Schuldenbremse darf nicht dazu führen, dass Putin sich traut, das freie Europa anzugreifen. In Zeiten des europäischen Frühlings hat die Schuldenbremse die Stabilität unserer Währung garantiert, aber aktuell stehen größere Aufgaben als die Währungsstabilität an. Kriegsfähig zu sein bedeutet, dass wir ausreichend bewaffnet sind und willens, die Waffen auch einzusetzen. Darauf kommt es an, wenn wir Putin davon abhalten wollen, seine irrsinnigen Großmachtspläne weiter zu verfolgen. Freilich: Wenn sich die Russen endlich diesen Despoten vom Hals schaffen, wäre viel geholfen. Aber so wie die Menschheit ist, wird es immer wieder Despoten geben und man muss - so schade das auch ist - sich mit allen erforderlichen Mitteln ihrer erwehren können.

Merz und Dobrindt schreiben noch Briefe

Warum schmeißt man das Fax weg, bevor man Internet bekomme

Und siehst du, da schreiben die Herren Friedrich Merz und Alexander Dobrindt doch tatsächlich einen Brief an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz. Ob sie den Brief auch auf einer Schreibmaschine, eventuell sogar einer Mechanischen geschrieben haben, ist bislang nicht bekannt. Ob einer der beiden überhaupt mit zehn Fingern schreiben kann, darf auch bezweifelt haben. Also vielleicht doch Füllfederhalter, damit wäre auch der Brief technisch zu begründen oder viel mehr aus technischem Unvermögen.

Immerhin wirft ein Blick in die Vergangenheit auf die Beiden nicht gerade das beste Licht. So wurde Merz von Angela Merkel in die Wüste geschickt und da wird nicht ausgeprägtes politisches Geschick der Grund gewesen sein. Dobrindt hingegen übernahm als Nachfolger von Peter Raumsauer und Vorgänger von Andreas Scheuer eine Schlüsselrolle beim Vorbereiten des Mautdebakels, wovon alle drei nichts mehr wissen wollen. Dass dann aber einer wie Dobrindt daherredet, als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gefressen und nicht die Maut versemmelt, das sollte dem selbstdenkenden Wähler zum Selbstdenken anregen.

Aber dieser Brief ist ja nur vordergründig ein Brief und vermutlich wird er dem Scholz nicht mal zugestellt und wenn, dann zu wenig frankiert. So ein Brief ist nur Show, nach dem Motto: Wir sind es, die wissen, was zu tun ist. Fragt sich nur, warum sie es 16 Jahre nicht getan haben. Gut, da bekommt der Merz jetzt einen Rabatt, weil er ja nicht dabei sein durfte und somit weniger Anteil am Nichtstun hatte. Aber wenn du jemanden von der Union auf diese 16 Jahre ansprichst, dann tun sie so, als läge diese Zeit mindestens ein Jahrhundert zurück und kann somit keine Schuld an aktuellen Problemen haben.

Überhaupt scheint die Union dermaßen von ihrer Unfehlbarkeit überzeugt, dass man meinte, sie könne Papst werden. Gut, beim Scheuer hat das nicht so gut geklappt, aber mit ein paar hundert Millionen an Eventim lässt sich auch diese Scharte auswetzen. Also nicht ein paar hundert Millionen Euro von der Union, sondern Steuergelder. Und nicht genug damit: Da bemüht die Union das Bundesverfassungsgericht, weil die Regierung für Corona eingeplantes Geld für das Klima ausgeben möchte. Ein reines Wahlkampfmanöver, denn die Union hätte es. dürfte sie aktuell regieren, keinen Deut anders gemacht. Es war ein inszenierte Kasperltheater mit dramatischen Folgen und leider zum großen Nachteil für Deutschland.

Die Union ist nicht so blauäugig, dass sie nicht wusste, was sie da tat, aber sie ist viel zu sehr auf ihren eigenen Erfolg konzentriert und auf den Schaden für andere Parteien als auf das Wohl unseres Landes. Erst die Partei, dann das Volk. Ist leider so und dann wunderst du dich, wie eine AfD entstehen konnte.

Wenn die Union nicht endlich von ihrem Arroganz-Tripp herunterkommt und damit aufhört, die Regierungskoalition in staatsschädigender Weise zu diskreditieren, laufen wir immer mehr Gefahr, zu viel AfD und damit zu wenig Demokratie im Bundestag zu haben. Dass akkurat zwei Loser wie Merz und Dobrint sich als Retter Deutschlands aufspielen, ist eigentlich eine Lachnummer, wäre die Gemengelage nicht so brisant. Leider muss man sich fremdschämen, denn die zwei schämen sich nicht.

 

Bürgerentscheid gegen Windpark

Die Bürger von Mehring stimmen gegen Windpark

Woher kommt unsere Energie in Zukunft? Natürlich aus der Steckdose! So kann man die Entscheidung der Mehringer interpretieren. Aber das wäre zu einfach. Wer schon mal von Passau nach Altötting zu Fuß gewallfahrtet ist, der hat vor dem riesengroßen Edinger Forst Respekt, der partout die letzten Kraftreserven austesten will. Endlos geht es durch den Wald dahin.

In diesem Wald will der Freistaat 40 Windräder aufstellen, sie sollen 10% des Stroms liefern, den das Chemiedreieck braucht. Und das ist hungrig. 1% des deutschen Stromverbrauchs gehen auf das Konto des Chemiedreiecks.

Windstrom ist der billigste Strom. Bei Onshore-Anlagen rechnet die Fraunhofer-Gesellschaft mit 3,94 - 8,26 Cent je kWh. Bei PV-Anlagen liegen die Gestehungskosten zwischen 3,12 und 11,01 Cent je kWh. Windstrom würde also die Stromkosten des Chemiedreiecks senken.

Aber erneut ging das Gespenst des Infraschalls um und ein angereister österreichischer "Wissenschaftler" sprach von "wissenschaftlichen" Erkenntnissen dazu. Da kann man eigentlich nur sagen: Mei, die Österreicher! Aber wenn man nun mal fundamental gegen Windräder ist, dann zieht man alles an Argumenten zusammen, was man finden und erfinden kann. Neben dem ominösen Infraschall sind es dann zerschredderte Vögel, verstörtes Wild allgemein und vielleicht noch zunehmende Unfruchtbarkeit der zeugungsfähigen Generation.

Es ist schon auffällig, dass all diese Probleme bei Bürgerwindparks nicht auftreten. Da sind komischerweise alle sehr zufrieden, wenn sich die Rotoren drehen. Sind also Bürger an Windparks beteiligt, reduziert sich der Infraschall auf null, werden keine Vögel zerschreddert und das Wild nicht verstört. So einfach ist es scheinbar.

Aber die Politik tut sich unheimlich schwer, diesen simplen Sachverhalt zu begreifen. Da wird ein Investor von weiß Gott woher aus dem Hut gezaubert, statt dass man sich darauf besinnt, vorrangig den eigenen Bürgern eine Beteiligung zu ermöglichen. Je niedrigschwelliger die ist, umso mehr Bürger hat man im Boot und die Probleme verschwinden schon im Vorfeld.

Aber dadurch macht man sich mächtige Feinde im Lager der Energieriesen, denn die wollen den ganzen Kuchen haben und da unsere lieben Politiker dort in den Aufsichtsräten sitzen, kommen sie in Entscheidungskonflikt. Nun zahlen aber die Energieriesen hübsche Summen an die Aufsichtsräte und die Bürger nicht, lässt man mal die Politikersaläre aus dem Steuersäckel außer acht.

Vielleicht müsste man die Entscheidungsschwerpunkte etwas verschieben. Denn wissenschaftlich werden die Gefahrenunterschiede zwischen durch Investoren finanzierten Windparks und Bürgerwindparks nicht belegbar sein. Das schafft höchstens besagter "Wissenschaftler" aus Österreich, der vermutlich über einen längeren Zeitraum massiv schädigendem Infraschall ausgesetzt war.

Natürlich reiben sich die Mehringer auch über das Wechselspiel der Bayerischen Energiewende die Augen. Unsere Regierenden hoffen immer noch, dass die Energieprobleme mit neuen Technologien, wie der Kernfusion zu lösen sind. Dabei betonen die Wissenschaftler, dass mit einem Durchbruch frühestens in 30 Jahren zu rechnen ist. Das Hauptproblem dabei ist, dass wir keine 30 Jahre mehr haben, um dieses Problem zu lösen. Insofern sind alle diesbezüglichen Hoffnungen Hirngespinste. 

Und warum überhaupt solche vagen Hoffnungen, wenn wir längst alle technischen Voraussetzungen für die Lösung der Energiewende haben. Soll es wirklich an mangelnder Bürgerbeteiligung, vor allem auch finanzieller Natur scheitern? Wenn halt alle Probleme so leicht zu lösen wären. Der Mensch könnte so viel erreichen, wenn er sich nur endlich der Vernunft bedienen würde.

Parteienlandschaft

Die Landschaft wird bunter

Aha! Bündnis Sahra Wagenknecht, warum nicht. Das ist mal eine Partei, die irgendwie nach vorübergehend klingt. Nun ist die Frau Wagenknecht nicht wirklich so markant, dass man sie dereinst in den Geschichtsbüchern finden wird, wohl aber überheblich genug, um einer Partei ihren Namen aufzuprägen. Einer Partei, die eine Frau Wagenknecht wohl nicht überleben wird, auch wenn das womöglich ihr Wunsch nach Unsterblichkeit ist. Wie schön, dass wir eine 5%-Klausel haben, die zwar solche Gründungen ermöglicht, aber effizient dafür sorgt, dass es bei der Gründung bleibt.

Freilich wurde ein linkes und rechtes Vakuum geschaffen, weil unsere Standardparteien sich auf einmal in der Mitte zusammenfanden und die Außenlager vernachlässigten. Warum man diese radikal Linken und Rechten überhaupt braucht, das wiederum ist eine Folge der Vernachlässigten, also all jener, die meinen, dass sie es eigentlich besser haben müssten. Was daraus resultiert, dass in den sozialen Medien nur Idealmenschen zu finden sind und wenn man dann an sich hinabsieht und keinen Idealmenschen findet, dann ist da wohl was schief gelaufen und das kann nur am Staat liegen, der einem unzureichend gefördert hat.

"Der Staat hat mich im Stich gelassen und stattdessen das ganze Geld im Ausland verteilt." Dass Deutschland ziemlich extrem davon abhängt, Absatzmärkte im Ausland zu haben und dass das tatsächlich oft Geld kostet, wird dabei gerne außer Acht gelassen. Gerade die aktuelle Regierung wird diesbezüglich geprügelt, was das Zeug hält und da sind sich auch die Oppositionsparteien nicht zu schade. 

Aber eigentlich wissen wir längst, dass es kein grenzenloses Wachstum geben kann. Schließlich leben auf einer Kugel. Nur gibt es keine Ansätze, das in einer neuen Wirtschaftspolitik umzusetzen. Eine ist klar, ein völlig neues System, das wäre Irrsinn, denn in unserer Situation können wir kein Experiment mit unsicherem Ausgang machen. Also muss das aktuelle System so angepasst werden, dass es zukunftsfähig ist. Das Prinzip "immer mehr" passt aber da gar nicht. Es muss in Richtung Kreislaufwirtschaft gehen und was nicht Kreislauf ist, muss extrem teuer werden.

Schon erstaunlich, dass man zur Konsolidierung des deutschen Haushalts, den Landwirten die Dieselbeihilfen streicht und gleichzeitig Kerosin steuerfrei bleibt. Ebenso erstaunlich, dass die Protestlandwirte darauf nicht hinweisen. Aber die protestieren ja eigentlich nur aufgrund ihrer Gesamtsituation, die sie - wohlgemerkt - selber herbeigeführt haben. Ich erinnere mich noch an die Ostbayerischen Milchwerke mit Sitz in Passau. Da hatte der einzelne Landwirt noch ein Mitspracherecht. Bei Goldsteig etc. ist das nicht mal theoretisch der Fall. Die Bauern haben sich ihre Sklaventreiber selbst erschaffen und nun kommen sie aus der Kiste nicht mehr raus. Sind darüber hinaus hoch verschuldet, was ihren Aktionsspielraum maximal einengt. Bravo! Das habt ihr wirklich gut hingekriegt.

Aber die Bauern wählen CSU, denn etwas anderes kennen sie nicht und immerhin sind sie mit ihrer CSU dahin gekommen, wo sie jetzt sind. Sie haben geglaubt, dass eine höhere Produktion automatisch höhere Gewinne bedeutet und glaubten nicht an die Gesetze des Marktes. Sie haben es den Landwirtschaftsämtern geglaubt, dass sie wachsen oder weichen müssen. Gut geht es mittlerweile nur mehr den Gewichenen und die Politiker, die das verbrochen haben sind längst in Politikrente und können nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Und nun haben wir ein Bündnis Sahra Wagenknecht, das eine rosige Zukunft verspricht. Ein bisserl zu denken müsste schon die Sympathie der Wagenknecht zu Putin geben. Aber spielt das heute überhaupt noch eine Rolle? Natürlich tut es das. Wer Putin das Wort redet, ist für den Untergang der Ukrainer und stärkt damit all jene, die meinen aufgrund ihrer militärischer Macht andere Staaten überfallen zu können. Dagegen lohnt es sich schon aufzubegehren und sei es nur mit Waffenlieferungen.

Der Antiantisemit

Das Zwangsbekenntnis zum Semitismus

Es ist ja sowieso schon eine Debatte der Vergangenheit. Semiten, sind Menschen, die eine semitische Sprache sprechen. Aha! Was ist eine semitische Sprache? Früher war das Arabisch, Aramäisch und Hebräisch. In der Neuzeit rechnet man zu den Semiten nur mehr Juden. Also hat sich der Begriff von der Sprache ab- und der Religion zugewandt. Nun waren die Deutschen im letzten Jahrhundert ziemlich antisemitisch. Vermutlich hatte das zwar vielfältige Gründe, in diesem Fall war es in erster Linie Geld, das die Juden hatten und die Nazis dringend brauchten. Dazu kam der Versailler Vertrag, der von Deutschland kaum zu erfüllen war, was im Endeffekt in diesen verheerenden Strudel mündete, der uns heute noch als berechtigte Erbsünde nachhängt.

Judenhass gibt es schon lange, zumindest so lange, als es das Christentum gibt. Denn das Christentum machte die Juden zu Gottesmördern. Gleichzeitig untersagte das christliche Abendland den Juden den Zugang zum Handwerk. So verlegten sie sich auf den Handel und den Geldverleih und da waren sie richtig gut. Oftmals zu gut, denn wenn du deine Schulden nicht bezahlen kannst, ist es oftmals der einfachere Weg, den Kreditgeber zu erschlagen. Zahlreiche Judenpogrome sind davon beredtes Zeugnis. Und bei weitem nicht nur in Deutschland.

Christen, Muslime und Juden. Sie alle beten zum gleichen Gott und berufen sich auf Abraham als gemeinsamen Stammvater. Wie kann innerhalb dieser Religionen so gewaltiger Hass entstehen, dass man sich an die Gurgel geht? Dazu braucht es Einpeitscher und derer gibt es leider zu viele. Du brauchst jetzt nicht glauben, dass die Katholische Kirche keine hätte. Zur Zeit sind wir Katholen eher friedlich, überwiegend halt. Die Muslime halten sich zur Zeit das größte Heer an Demagogen. Die Juden kümmern sich um sich selbst. Aber freilich ist der Araber, in diesem Fall der Palästinenser Mensch zweiter Kategorie. Auf jeden Fall Mensch mit eingeschränkten Rechten. Das hat der Hamas natürlich in die Hände gespielt und nun ist Krieg.

Jetzt überlegt der deutsche Staat, von Muslimen ein eine Abkehr vom Antisemitismus. Das wird interessant, wenn die ersten Flüchtlinge aus dem Gazastreifen bei uns ankommen. Aber kann man Prosemitismus vorschreiben? Funktioniert das? Natürlich nicht. Der Flüchtling wird alles unterschreiben, wenn er bleiben darf. Aber hilft das oder schafft das nur die rechtliche Basis für ein möglichst effektive Abschiebung? Keine Frage: Hamas ist Terror. Aber warum entstand dieser Terror?

Frieden zwischen zwei extrem verfeindeten Gruppen kann man nicht verordnen, er muss wachsen und das braucht Zeit. Damit diese Zeit kommen kann, müssen auf beiden Seiten die Unbelehrbaren aus ihren Ämtern. Ob ins Gefängnis, Exil oder Ruhestand, das muss jede Gruppe für ihre Demagogen selbst entscheiden. Und dann braucht es Menschen, die integrativ denken können und eine gemeinsame Zukunft wollen. Dann sollte es klappen. Wir haben nur diese eine Erde also ist Coexistenz das Gebot der Stunde.

Haberfeldtreiben

Die neue Art bürgerlichen Widerstands

Als sich die Klimakleber auf Straßen und Kunstwerken festklebten, da war schnell die Rede von Klimaterroristen, gegen die man mit aller Härte vorgehen müsse. Jetzt sind die Landwirte auf der Straße und machen alles dicht, aber da reihen sich sofort alle verfügbaren Oppositionspolitiker in den Pulk der Demonstranten ein und gießen eifrig Öl ins Feuer. Während man bei den Klimaklebern von Terroristen sprach, scheint das bei den Landwirten, obwohl weitaus schwerwiegender, mit Sympathie behandelt zu werden.

Da musst du dir als Ottonormalwähler schon die Augen reiben. Da geht eine Berufsschicht auf die Straße, weil der Abbau von Subventionen droht und man hat Verständnis und am anderen Ende kleben sich jungen Menschen fest, die sich um ihre Zukunft sorgen und wir stufen sie als Terroristen ein. Irgendwo ist da was in die Schieflage geraten. 

Die Landwirte haben Steuerbefreiung für ihre Fahrzeuge, die bekommen eine Zuschuss für Ihre Tankrechnungen und sie erhalten erhebliche Zuschüsse aus Brüssel, alles - wohlgemerkt - sind Steuergelder.

Wir zahlen also jede Menge Steuergelder an die Landwirte, damit die billige Lebensmittel produzieren können. Schon verdammt schizophren. Jetzt muss man aber auch berücksichtigen, dass die Bauern in Brüssel über ihre Bauernverbände erheblichen Einfluss ausüben. Folglich bekommen haben, was sie wollten. Also gibt es erhebliche Förderungen aus Brüssel, plus steuerfreie Fahrzeuge, plus  subventionierten Diesel.

Und wenn dann eine Regierung her geht und sagt, dass ein kleiner Teil der Subventionen gestrichen werden müsse, dann gibt es einen gewaltigen Bauernaufstand. Das kann man verstehen, muss man aber nicht. Denn wenn ein Bauer im Bayerischen Wald Mais anbaut, weil es dafür Subventionsgeld gibt, dann ist das wohl betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, aber ökologisch ein Desaster. Wahrscheinlich würden sie auch Kokosnüsse anbauen, wenn es dafür mehr Subvention gäbe. Wenn deine Entscheidungen von Subventionen beeinflusst werden und nicht von Vernunft, spätestens dann ist klar, dass etwas völlig falsch läuft. Und das ist in der Landwirtschaft schon lange der Fall.

Wer braucht eine Landwirtschaft mit Dauersubventionen? Warum sollen Agrarfahrzeuge steuerbefreit sein, wenn doch alles am Ende über unser Steuergeld ausgeglichen wird. Da lügen wir uns doch selber in die Tasche. Wäre es nicht längst an der Zeit, das ganze Thema auf eine solide Basis zu stellen?

Aber die Argumente, die momentan aus der Bauernschaft kommen, lassen große Zweifel zu, ob Vernunft in absehbarer Zeit eine Chance bekommt.

Und wenn die Oppositionspolitiker nicht aufhören, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Regierung einzudreschen, dann müssen sie sich bei der nächsten Wahl nicht wundern, wenn die Wähler sich von "denen da oben" abwenden und lieber "die von uns unten" wählen. Denn eins fällt schon auf: Über die AfD verlieren CDU und CSU kaum ein Wort.

KI = Komplett Idiotisch

Der große Irrtum

Wenn man über künstlicher Intelligenz (KI) nachdenkt, dann ist natürlich zunächst mal eine Beschäftigung mit dem Begriff Intelligenz notwendig. Wikipedia meint dazu: "Intelligenz ist die geistige Leistungsfähigkeit speziell im Problemlösen." (verkürzte Wiedergabe) Wir Menschen entwickelten uns in einem evolutionärem Prozess aus einem wie auch immer gearteten Urwesen. Viele wollen nicht, dass es ein Affe war, aber unähnlich wird unser Urvorfahre einem Affen nicht gewesen sein. Ein wesentliches Merkmal des Menschseins ist nicht nur der Aufrechte Gang, sonder abstraktes Denken. Wir können also Dinge abstrakt betrachten, losgelöst von uns. Und mache meinen auch, dass wir als einzige Kreatur ein Bewusstsein haben und durch dieses Bewusstsein über den Moment hinaus denken können und - ach du scheiße - begriffen, dass wir einmal sterben müssen.

Das war nicht einfach, also erfanden wir die Religion und das Jenseits. Die Idee hat sich sehr bewährt und es gibt einen Berufsstand, der lebt sogar davon, uns auf dieses erfundene Jenseits vorzubereiten. Ist ja auch in Ordnung, wenn man dadurch beruhigter auf sein eigenes Ende zugehen kann.

Wir mussten ständig aus unseren Erfahrungen neue Konsequenzen ziehen und Neues erfinden. So wurden wir zur erfolgreichsten Spezies und überbevölkerten die Erde. Wir erfanden ein Wirtschaftssystem, das sehr erfolgreich sowohl den Planeten, als auch einen Großteil der Menschen ausbeutet, aber dadurch können die Ausbeuter wesentlich besser leben und einige extrem erfolgreiche Ausbeuter sogar extrem viel bessern.

Dann begannen wir von künstlicher Intelligenz zu träumen. Also von Computern, die wesentlich schneller und umfassender als wir ans Erfinden gehen. Andere warnten davor, dass Computer ein Bewusstsein entwickeln und ein "Maschinenzeitalter" anbrechen werde. Sie befürchteten, dass Computer, haben sie erst mal ein Bewusstsein entwickelt, sich unendlich schnell über die Möglichkeiten des Menschen hinaus entwickeln. So in etwa 1000 Jahre menschlicher Entwicklung in einer Sekunde schaffen. Auch das hat sich nicht bewahrheitet. Wir erfanden Quantencomputer, mit irrsinnigen Rechenleistungen, können aber nichts damit anfangen.

Da wir bis heute keine KI erfinden konnten, legten wir die Messlatte für KI deutlich niedriger. So rechnen manche Excel schon zur KI. Aber selbst die neuesten Entwicklungen, wie ChatCPT sind keine KI, kein Navi, kein Schachcomputer und keine Alexa. Alles nur Programme, die Daten sammeln und auswerten. Im Endeffekt nur eins plus eins plus eins ... Das können wir mit Papier und Bleistift ebenso, halt langsamer. Intelligenz seht aber voraus, neues zu erdenken und das tut keine der sogenannten KIs. Aber vielleicht brauchen wir das zur Beruhigung, dass wir es doch geschafft haben. Wenn ich den Mt. Everest nicht erreicht, dann schraube ich meine Ansprüche halt zurück und definierte den Ameisberg als Ziel.

Genau das ist KI heute: Ein Ameisberg. Und wir sind glücklich.

Aber schon erstaunlich, dass wir 1969 mit minimaler Computerleistung zum Mond fliegen konnten und heutige Navis mit einem neuen Kreisverkehr Probleme haben.

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