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Warum eine Außenministerin fliegen muss

Über die verordneten Stammtischparolen der BDU

Und siehst du, kein Mensch würde einem Lokführer vorwerfen, dass er ständig unterwegs ist, denn das ist seine Aufgabe. Das mag höchsten seine Frau tun, die Lockführergattin, die vielleicht herum eifert, dass er in jedem Bahnhof eine andere hat. Aber so sind Lokführer nicht, die bleiben brav auf dem Gleis. Nun hat es sich neulich aber zugetragen, dass ein ehemaliger BDU-Dorfbürgermeister sich am Stammtisch über das Herumfliegen der Außenministerin mokiert hat. Das könne man ja alles per Videokonferenz erledigen. Womöglich hat er bis dato noch an keiner Videokonferenz teilnehmen dürfen, sonst wüsste er natürlich, dass man eben nicht alles über Videokonferenz lösen kann. Da gibt es zum Beispiel keinen Smalltalk und der ist mitunter wichtiger als die große Konferenz.

Genauso wenig, wie ein Zugführer seinen Job per Videokonferenz machen kann, ebenso wenig kann eine Außenministerin ihre Arbeit vom Schreibtisch aus erledigen. Aber das weiß der Ex-Dorfbürgermeister von der BDU natürlich auch, selbst bei uns in Hinterfotzing, aber darum geht es ja gar nicht, dass man das übertrieben findet, dass eine Außenministerin in der Weltgeschichte herum fliegt, es geht vielmehr darum, dass schon ein bisschen Dreck an ihr hängen bleibt, wenn man nur oft genug nach ihr wirft. Und da wird fleißig geworfen und die Munition wird von der großen BDU-Zentrale in der Landeshauptstadt brav geliefert und dort halten es die örtlichen Parteikleingeister für ihre Christenpflicht, die amtierenden Minister anderer Parteien zu diffamieren und mit Dreck zu bewerfen. 

Ich stelle mir immer vor, dass mit jeder dieser Diffamierungen, mit jeder Verleumdung, mit jeder Lüge ein bisschen was vom eigenen Charakter verloren geht, dass man folglich jedes Mal ein bisschen charakterloser wird, bis man zum tumben Parteimegaphon verkümmert. Wer mit Dreck wirft, bekommt schmutzige Hände. Wer wissentlich lügt, verliert seine Glaubwürdigkeit. Nicht aber die Seele, denn die muss man bei einer Partei wie der BDU bei Eintritt abgeben. Eigentlich ist es schlimm, dass solche Parolen die gewünschte Wirkung erzielen, denn das stellt unserer Bevölkerung kein besonders gutes Zeugnis aus, eher eins für das wir uns schämen sollten. Aber wer schämt sich heute noch? Schämen ist abgekommen. Es musste der Schamlosigkeit weichen und gerade in der BDU gibt es viel zu viele, die mit Schamlosigkeit überhaupt kein Problem haben. Die sich ihre großen Taschen mit beiden Händen voll stopfen und das auch noch als Großtat verstanden wissen wollen.

Es wäre höchste Zeit, dieser Partei den Garaus zu machen. Aber wie soll das mit diesem Volk gehen?

Hinterfotzinger Parksteige

Über die motorisierte Eroberung der Bürgersteige

Um es mal klar zu sagen: Bürgersteige heißen Bürgersteige, weil sich darauf Bürger fußläufig bewegen, so zumindest der Gedanke. In Hinterfotzing gehen die Uhren anders. Vor vielen Jahren stimmte der hohe Rat der Bürger dafür, dass man ein bisschen auf den Bürgersteigen parken dürfe. Aber zu weit sollte das rechte Rad nicht auf dem Bürgersteig stehen. Seither eroberten die Blechdroschken sukzessive das Fußgängerterrain. Wobei sie natürlich nicht selbst auf die Idee kamen, die eingezeichneten Parkflächen zu überschreiten, höchstens ein Bisschen, damit die gehegt und gepflegte Personenkonserve ja nicht von vorbeifahrenden Autos touchiert wird. Es waren die Parkflächen selbst, die wie von Geisterhand sukzessive die Bürgersteige eroberten und sich Zentimeter für Zentimeter zu den Hauswänden zogen.

Da sind nicht wenige Stellen dabei, wo selbst risikofreudige Jungväter die Kinderwägen höchsten auf zwei Rädern durchjonglieren können. Eigenschaften, die der Rollatorfahrerin oder dem Rollstuhlfahrer abhanden kamen, folglich gibt es für sie kein Durchkommen. Aber das muss man halt hinnehmen, schließlich gibt es nichts wichtigeres, als den Durchgangsverkehr. Der braucht Platz, der muss rasen können, sonst kann das Packerl vom Amazonas eventuell um ein paar Minuten zu spät zugestellt werden und die werden täglich mehr. Da kann die Energie kosten, was sie will. Außerdem hat man ja das Einkaufen sowieso aus den Orten verbannt. Warum also autofreie Bürgersteige? Wer heute noch zu Fuß einkaufen geht, hat die Zeit verpennt, ist vermutlich sogar katholisch. Einkaufen "geht" man natürlich per Auto oder man lässt den Amazonas kommen.

Freilich ist das alles nicht gut für unser Klima und die vielen Abgase halt auch, aber es genügt voll und ganz, wenn sich andere um die Klimaziele kommen, da muss ich nicht auch noch. Das ist schon ein Vorteil, wenn du dreihundert verschiedene Nudelsorten hast und dann eine Viertelstunde länger aussuchen kannst. Wie es auch ein Vorteil ist, wenn man sich das Auto selber betanken kann und nicht sitzen bleiben muss. Das haben die Tankstellen sehr richtig erkannt, dass wir nur froh sind, wenn unsere Hände durch ehrliche Selbstbetankung nach Diesel stinken.

In meinen Kindheitsjahren hatten wir ein sprachgesteuertes Lebensmittelgeschäft, aber das musste weichen, weil wir unsere Lebensmittel lieber mit einem Drahtkarren aus den Regalen selbst heraus kramen und nicht auf der Theke überreicht bekommen wollten. Auf diese Weise ist natürlich alles viel besser geworden. Viel, viel besser. Wir sind dadurch freier geworden. Große Online-Shops wissen ziemlich genau, was wir wollen und setzen es uns so lange vor, bis wir endlich unseren Bedarf einsehen und kaufen, kaufen, kaufen.

Aber das Bürgersteigproblem bleibt, zumindest so lange als es Menschen gibt, die nicht Autofahren wollen oder können. Wie erklärst du einem Kind, dass es brav auf dem Bürgersteig gehen soll, wenn dieser von Autofahrern beschlagnahmt wird? Welche Sicherheit kannst du diesem Kind erklären? Oder ist es vielleicht so, dass man damit Kinder rechtzeitig mit den Gefahren des Straßenverkehrs vertraut machen will und lieber ein paar Opfer in Kauf nimmt, weil der Durchgangsverkehr halt wichtiger ist. Komisch, dass man beim Durchgangsverkehr die erforderliche Straßenbreite exakt kennt und bestmöglich einhält, während die Rechte des Fußgängers geflissentlich vernachlässigt werden.

Kammerasucht

Hinterfotzinger auf dem Weg zum lebenden Wasserzeichen

Sag mir, wo die Kinder stehn,
da muss ich dahinter,
sag mir, wo die Kinder stehn,
man muss mich sehn.
Ja sag mir wo die Kinder stehn,
stehn schon dort muss hin geschwind.
Wann wird er je verstehn,
wann wird er je verstehn.

Sie sind wirklich eine Seltenheit geworden, vor allem in den unsozialen Medien und schon gar im Hinterfotzinger Bürgerblatt, dem seitenweise die Selbstbeweihräucherung und noch dazu in dichten Schwaden entquillt. Trotzdem gibt es sie noch, aber nur mehr im privaten Raum, denn im öffentlichen hast du keine Chance. Der öffentliche Raum, der ist seine Domäne, sein Tummelplatz. Meist davor, gerne aber auch dahinter, dann allerdings selbstüberhöht, unübersehbar. Neuerdings auch bei Veranstaltungen, die ihn nicht mal ansatzweise etwas angehen. Aber so ist er, der wichtigste Mensch in seinem Reich. Der Allerwichtigste sogar.

Das Wasserzeichen

Mittlerweile ist er quasi das Wasserzeichen jeder Ablichtung, allerdings bei weitem nicht so dezent. Freilich bleiben da Aufgaben liegen, man muss Prioritäten setzen und die oberste Priorität heißt ICH, erst dann kommt ICH und ICH. Sogar im Rathaus ist die Luft dicker geworden. Und scheinbar darf man dort auch mal eine Auskunft verweigern, wenn es das Wasserzeichen befiehlt.

Da ist es dann schon gut, wenn man nicht hinein muss und nicht auf eine Veranstaltung muss, wo das Wasserzeichen kommen könnte und wenn doch, dass man nicht auf das Gruppenbild muss. Da lobe ich mir die Naturfotografen, die hat es noch nicht entdeckt. Aber wenn, dann ist kein Baum und kein Strauch und keine Blume mehr sicher. Früher gab es mal so Objektive, da konnte man um die Ecke fotografieren. Also du richtest das Objektiv auf das Wasserzeichen, zumindest glaubt es das, tatsächlich fotografierst du aber zur Seite. Und du lachst hinter dem Sucher, weil das Wasserzeichen umsonst lacht. Oder du machst es genau anders herum und das Wasserzeichen lacht nicht, weil es deine Ablichtungsmöglichkeiten nicht kennt und du lachst wieder.

Lachen

Lachen ist da wirklich ein probates Mittel. Man kann spontan lachen, herzerfrischend lachen, ebenso auch auslachen. Aber was tun, wenn es nicht mehr zum Lachen ist? Und dicke Luft ist gar nicht zum Lachen. Noch dazu, wenn sie völlig unnötig ist, wenn nur jeder das täte, wofür er da ist. Aber das ist so leicht dahin gesagt. Sag dem Alkoholiker: Hör halt auf! Oder dem Raucher. Auch beim Kleptomanen wird gut zureden nicht viel helfen. Und so ist es auch bei der Kamerasucht. Wenn die Kameras jede wichtige Arbeitsminute nehmen, dann brauchst du professionelle Hilfe. Man müsste sich mal informieren, wo Kamerasucht behandelt wird und wie es um die Heilungschancen steht.

Blitz Blitz Blitz

Angeblich fährt das Wasserzeichen jetzt auch wieder schneller, weil dann und wann an den Straßen Kameras aufgebaut werden, sogar mit Blitzgerät. Gott sei Dank haben wir in Hinterfotzing keine Blitzerampeln. Es ist aber auch so höchste Gefahr in Verzug. Man traut sich ja gar nicht mehr mit Fotoapparat in die Öffentlichkeit, weil das Wasserzeichen sofort vor die Linse springt und so lange grinst, bis du verzweifelt abdrückst. Früher konnte man halt einfach den Film raus nehmen. Heute möchte das Wasserzeichen am liebsten eine WiFi-Verbindung zu jeder Kamera in Belichtungsweite.

Aber es ist wie mit allem, das zu viel ist, zu viel Salz in der Suppe, zu viel Regen auf dem Acker, zu viel Arbeit auf dem Schreibtisch und zu viele Bilder vom Wasserzeichen. Man wird satt, man wird es leid, man will es nicht mehr. Und siehst du, das ist das Gute, dass man in regelmäßigen Abständen entscheiden kann, ob man etwas weiterhin will oder lieber weg will.

Als die Kerzen laufen lernten

Das Wunder von Hinterfotzing

Kerzen sind schön, ihr Licht wärmt und strahlt Behaglichkeit aus. So zumindest empfinden wir es. Ja wir! Dabei interessiert uns das Befinden der Kerzen relativ wenig bis gar nicht. Ebenso wenig, dass sie sich für unseren Genuss Lumen für Lumen verzehren. Gepfählt wie die Märtyrer vor den Toren Roms flackern sie langsam aber sicher ihrem Ende entgegen.

So war das, so ist das und so wäre das immer geblieben, hätte sich nicht im beschaulichen Hinterfotzing, genauer gesagt in der Hinterfotzinger Kirche und noch genauer am Adventskranz in der Kirche im beschaulichen Hinterfotzing eine wundersame Begebenheit zugetragen. Just als die dritte Kerze dem Feuertod überantwortet werden sollte, stellt man deren Abwesenheit fest. Ebenso wie die vierte Kerze war sie spurlos verschwunden und zwar mit Wachs und Docht.

Die theologische Vorbereitung

Wie konnte das sein? Natürlich waren es kirchliche Kerzen mit grundsolidem theologischem Hintergrund. Hergestellt unter Rosenkranzgemurmel in einer katholischen Kerzenmanufaktur aus glyphosatfreiem Bienenwachs einer katholischen Klosterimkerei. Auch der Docht aus reiner Baumwolle, von unschuldigen Kindern auf einer afrikanischen Missionsplantage gepflückt. Vor zehn Monaten an Mariä Lichtmess wurden sie mit Weihwasser getauft und verbrachten die Zeit bis zum Advent in Kontemplation im Kerzenschrank der Sakristei.

Aber irgend etwas musste da passiert sein. Möglicherweise lauschten sie den Fernreiseplänen des Pfarrers. Wobei heutzutage bereits Ministranten Fernreisen machen, damit sie wissen, wie es auf der Welt zugeht. Aber das erfährt man nicht, wenn es nur in Strandburgen geht und Kultur höchsten in Form regionaler Speisen konsumiert wird. Aber wissen Kerzen das? Vermutlich nicht. Der Erfahrungsschatz einer Kerze ist auf Bienen und Kinderarbeiter begrenzt und vielleicht noch auf die kurze Zeit in der Kerzenzieherei. Das ist Strand nicht dabei, selbst wenn die Dochte per Schiff über das Mittelmeer kamen.

Die biblische Begründung

Reiselust kann definitiv nicht ausgeschlossen werden. Diebstahl sowieso. Wer würde in einem Haus der Sündenvergebung sündigen? Gut, die Missbrauchsfälle haben da schon ein paar Risse in die Fassade gesprengt, aber zum Kerzendiebstahl ist es da noch weit. Und wir erinnern uns Joh. 20, 12 "Sie haben den Herrn aus  dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben." Man muss wissen, dass Auferstehung damals noch nicht erfunden war, also vermutete Maria Magdalena zurecht, dass man den Leichnam des Herrn geklaut hat. Da die Diebstalsthese durch die Auferstehung zerschlagen wurde, ist also das Haus Gottes weiterhin frei von Raub und Hehlerei. 

Auferstehung kann man bei kirchlichen Kerzen außer Acht lassen. Warum sollte eine Kerze, die noch nicht einmal angezündet war, auferstehen und als was? Nicht einmal der Hinduismus sieht so etwas vor. Nein, man muss hier die Gedanken weiter spannen. Die Reiselust scheint ein vielversprechender Ansatz. Aber wie bewerkstelligen? Wie könntest du gepfählt auf einem Kerzenständer verreisen können? Indes griff das wundersame Kerzenverschwinden weiter um sich. Als nächstes verschwanden Altarkerzen, dann die Kerzen von den Apostelleuchtern. Und niemand sah etwas, keine Spuren, nichts.

Immerhin, wäre es, so abwegig der Gedanke auch ist, ein Dieb oder eine Diebin, so müsste diese Person ja nicht einmal Schuld auf sich laden, sondern könnte mit eingesteckten Kerzen schnurstracks zum Beichtstuhl gehen und die Kerzen im Gegenwert von drei Vaterunsern und vier Ave Maria behalten. Der Beichtvater respektive Beichtmutter würde wissen, wer es war, darüber aber den Mantel des Beichtgeheimnisses breiten und weise zu dem Thema schweigen. Nein, Diebstahl scheidet mit großer Wahrscheinlichkeit aus. 

Es passiert Unbegreifliches

Hier passiert etwas Größeres, etwas Unbegreifliches. Ein Wunder? In Hinterfotzing? Man darf nicht vergessen, dass die ganzen Wallfahrtsorte mal ziemlich bescheiden angefangen haben. In der Regel begann es mit einer Marienerscheinung. Lourdes, Fatima, Medugorje und wie sie alle heißen. Eine Marienerscheinung ist schon eine ziemlich sicher Nummer, ein solides Fundament, auf das man gewaltig aufbauen kann. Hotelerie, Gatronomie, Devotionalienhandel, da brummt der Laden. Muss das Wasser in der Plastikflasche wirklich aus der Quelle stammen? Oder reicht vielleicht schon der Glaube daran aus? Aber das spielt keine Rolle. Es ist auch egal, ob die Kinder Maria tatsächlich sahen oder vielleicht ein bisschen Gras daran Schuld war, vielleicht auch der heimlich vom Opa stibitzte Schnaps. Wichtig ist, dass die Leute es glauben und dass sie davon überzeugt sind, dass dieser Ort außergewöhnlich ist und man dort Gott viel näher kommt. Das ist halt unser begrenztes Denken. Wir bekennen, dass Gott die Erde erschaffen hat, vermuten dann aber, dass er sich nur an bestimmten Orten aufhält.

Wäre es also denkbar, dass die Hinterfotzinger Tourismusbranche und der noch nicht etablierte Devotionalienhandel hinter den verschwundenen Kerzen steckt? Auch das wird man in Rom bei der Überprüfung des wundersamen Kerzenverschwindens in Betracht ziehen. Jedoch scheint diese Möglichkeit nach einem näheren Blick auf die touristischen Rädelsführer keine Gefahr für den demnächst anlaufenden Bestätigungsprozess des Hinterfotzinger Kerzenwunders. Doch wohin verschwinden diese Kerzen? Man beginnt in der Wissenschaft zu begreifen, dass alles mit allem in Beziehung steht. Das es weit tiefer geht, als der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings. Ist eine Kerze noch in Beziehung mit den Bienen? Hat der Docht eine Verbindung zum Baumwollfeld? Ist Kerze also doch viel mehr als ein sich selbst verzehrendes Leuchtmittel? Gibt es gar ein kollektives Kerzenbewusstsein? Und wenn ja, werden alle Kerzen demnächst verschwinden?

Pfarrer Rauchbier in Verdacht

Aber warum tritt die wundersame Erscheinung nur im beschaulichen Hinterfotzing auf? Ein möglicher Grund ist der Reiseeifer von Pfarrer Rauchbier, der gerne und weit fliegt und dabei eisern darauf vertraut, dass sein Platz im Flieger ja sonst leer bliebe. Wie man aus einem grobschlächtigen Holzstück feinste Figuren herausarbeiten kann, so kann man sich auch seinen eigenen Fußabdruck schön reden. Immerhin muss man Priestern zugute halten, dass sie ihr Klima relevantes Verhalten nicht vor ihren Kindern verantworten müssen. Würden alle Männer den Priesterberuf wählen, wäre die Weltbevölkerung im nu dezimiert, theoretisch zumindest. Also es muss mit Pfarrer Rauchbier zu tun haben und vermutlich spielt dabei auch Weihrauch eine Rolle, denn Weihrauch kommt aus der Ferne und Pfarrer Rauchbier liebt Weihrauch in dicken Schwaden. Wenn die dann durch die Kirche wabern umwölken sie auch die Kerzen dass diese nur so mit dem Docht herumschnuppern. Dieses Schnuppern scheint mit dem ersten Anzünden verloren zu gehen, denn bereits entzündete Kerzen können nicht mehr wundersam verschwinden.

Und des Nachts, wenn alles schläft, die Kirche verlassen ist und die Kerzen vor Reiselust und Sehnsucht nach Bienenstock und Baumwollplantage fast vergehen, dann werden ihnen von Geisterhand Beine gemacht, Beine, die so lang sind, dass sie sich von ihrem Pfahl erheben und herum gehen können. Sie bewegen sich, die Kerzen lernen zu laufen. Hinaus aus der Kirche, hinaus aus Hinterfotzing und hinaus in die Welt. Aber das ist nur Theorie, denn Wunder sieht man nicht. Die Kerzen sind weg, das sehen wir. Das Warum wissen wir nicht. Wunder kann man nicht begreifen, an Wunder muss man glauben. Wunder sind wundersam, unerklärlich.

Es wäre verfrüht, jetzt schon alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit Hinterfotzing möglichst rasch zum prosperierenden Wunderort, zur viel besuchten Pilgerstätte mutiert. Noch ist das Wunder nicht gesichert. Und Rom lässt sich in derlei Dingen oft beachtlich lange Zeit. Trotzdem sollten die Hinterfotzinger in den Startlöchern stehen und in der Kirche möglichst viele Kerzen aufstellen, damit das Wunder nicht versiegt. Man muss wohl auch über den Ortsnamen nachdenken. Kerzenverschwinding wäre eine Möglichkeit. Man wird sehen. Egal, wie die Geschichte ausgeht, man sollte in jedem Fall eine Kerze in das Hinterfotzinger Wappen aufnehmen.

Enthaltsamkeit

Ein Leben ohne Starkbierfeste

Zugegeben! Die Starkbierfeste entwickelten bis vor drei Jahren schon einen höchst inflationären Charakter. Man konnte sich praktisch nahtlos durch die Fastenzeit saufen. Immer mehr Vereine wollten das große Geschäft machen, dabei war ihnen Programm und Qualität weitgehend egal. Hauptsache Gaudi. Das Starkbierfest degenerierte zu einer in die Fastenzeit ausgelagerten Faschingsveranstaltung.

Das Vorbild

Natürlich war es der Nockherberg, der als Vorbild diente. Und hier vor allem die Salvatorrede. Legendär und von keinem Nachfolger erreicht, die Reden des Bruno Jonas. Noch nach Jahren ein Genuss. Von 2004 bis 2006 war er der Bruder Barnabas, der mit scharfer Zunge und bewundernswertem Intellekt die versammelte Prominenz derbleckte.

Auch in Hinterfotzing gab es Fastenbierfeste und auch einen Bruder Dingsbums, der kein Blatt vor den Mund nahm. Natürlich kein Jonas, aber für Hinterfotzinger Verhältnisse doch recht beachtlich. Was über die Jahre dazu beitrug, dass die Fastenbierfeste in Hinterfotzing teilweise aus den Nähten platzten. Aber das ging vorbei. Denn wie es mit Erfolg nun mal ist, gebiert er Begehrlichkeiten und der Geldgedanke manifestierte sich immer heftiger, bis der Brunder Dingsbums das Handtuch warf. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Wenn schon mit Saufen in der Fastenzeit Geld verdient wird, dann sollte es wenigstens einen guten Zweck erfüllen. Und das mästen fetter Vereinskassen fällt da sicher nicht drunter.

Die unerträgliche Seichtigkeit des Seins

Es kam, wie es kommen musste. Einen Bruder Barnabas alias Bruno Jonas kann man nicht so einfach ersetzen. Jonas ist ein Ausnahmetalent und derer Zahl ist klein, sehr klein. Dagegen ist ein Bruder Dingsbums nur ein Kleinkaliber, trotzdem auch ein Talent, wenn auch nur klein, aber auch Kleinkaliber sind begrenzt und nicht flächendeckend verfügbar. Also probierte man es ohne Predigt.

Es gibt keine Formel für guten Humor. Als Grundregel kann man jedoch sagen, dass das Publikum mit überraschenden Wendungen konfrontiert wird. Am besten in der Form, dass es selber die überraschten Schlüsse ziehen kann. Aber ein Rezept dafür gibt es nicht. Die Beachtung diese einfache Regel genügte schon, würde man es tun. Man tat es nicht. Aber das ist der Arroganz geschuldet, die Vereine gerne an den Tag legen, wenn sie sich für Veranstaltungsprofis halten.

Saufen genügt den Gästen

Natürlich ließ die Gästezahl nach, aber es gab und gibt bei Fastenbierfesten ein gewisses Spektrum, dem die Darbietungen völlig egal sind, die wollen sich Starkbier hinter die Binde kippen und empfinden die Bühne manchmal sogar als störend. Mit diesem Publikum kannst du jedes Starkbierfest am Laufen halten, da braucht es nicht mehr und schon gar nicht eine Salvatorrede. Denn für Reden eines Bruder Barnabas braucht es einen hellen Kopf, sonst verpufft die beste Pointe im Starkbierdunst.

Und dann?

Ja, die Normalität wird wieder kommen. Corona bleibt uns erhalten und wird Normalität. Der Urkainekrieg wird enden, wenn auch die Welt nicht mehr die gleiche sein wird. Es wird auch wieder Fastenbierfeste geben, vielleicht schon 2023. Ja, höchstwahrscheinlich sogar. Dass aber die Fastenbierfeste in Hinterfotzing das Niveau steigern werden, das ist vermutlich nur ein frommer Wunsch. 

Die Unmöglichkeit der Unmöglichkeit

Über die sinnlose Verschwendung begrenztem Denkvermögens

Wenn ein Ort nur mit einer Kreisstraße an die große weite Welt angebunden ist, dann sind Fuchs und Hase dort schon am frühen Nachmittag zu sichten. Ein bisschen besser bei Staatsstraßen. Wenn du aber an einer Bundesstraße liegst, dann passt's. Meint man. Aber da gibt es doch tatsächlich uneinsichtige Zeitgeister, die selbst eine Bundesstraße für unzureichend halten. Dabei sind es genau diese Maximalverborten, die absolut unzureichend sind. 

Will man von HInterfotzing auf die Autobahn, so muss man durch die Stadt Hirndübel fahren und in Hirndübel kann es sein  - was es in keiner anderen Stadt in unserem Bundesland gibt - dass man doch tatsächlich an einer roten Ampel warten muss. 

Aber siehst du, wenn der Stursinn ausreichen groß, dann ist die beste Bundesstraße nicht ausreichend und wir schlechtgeredet. Genau das ist eines der Hauptprobleme unseres Landes, dass die (noch) staatstragende Partei mangels geeignetem Personal auch auf minderbemitteltes zurückgreifen muss und wenn du als unterdurchschnittlicher Kommunalpolitiker mal eine, zwar den Fakten widersprechende, aber dem eigenen Ego entsprechende Umfahrungsthese aufstellst, dann ist die in deinem Hirn eingebrannt und für die Realität nicht mehr erreichbar.

Man muss ja wissen, dass Entscheidungen das Resultat von Denken sind. Das setzt aber voraus, dass Denken stattfinden kann. Wenn aber Denken aufgrund jahrelanger Parteidisziplin abtrainert wurde, dann können Entscheidungen nur aus der Parteilinie abgeleitet werden und genau das ist der Fall bei der Umfahrung von Hindübel. Die macht einfach keinen Sinn, ist aber Parteilinie einer Partei, die immer weniger wahrgenommen und damit immer weniger gewählt wird.

Natürlich kann die Partei nichts dafür. Sie war immer staatstragende Partei und nichts anderes will sie sein. Sie hatte einst einen Parteivorsitzenden für den das Wort Korruption pure Untertreibung wäre. Der ein Vermögen hinterlassen hat, das man aus seinen Bezügen nicht mal ansatzweise ableiten kann. Aber noch heute wird dieser Meister der Korruption von der Partei als Heiliger verehrt. Das muss man bedenken, wenn man die Phantasien des Hinterfotzinger Exbürgermeisters für eine Umfahrung von Hirndübel beurteilt. Dieser arme Mensch steht außerhalb der Realität. Er lebt in den Zeiten seines kriminellen Übervaters. In seinem Denken spielen Verkehrswende und öffentlicher Nahverkehr keine Rolle, sondern nur das eigene Auto und die aufgeblasene eigene Unwichtigkeit.
Der wird die Umfahrung von Hirndübel auch dann noch fordern, wenn keiner mehr ein eigenes Auto hat, weil es seine bahnbrechende Schnapsidee war. Und wenn so ein Kleingeist einmal eine Schnapsidee hat, ja was glaubst du mit welchem Stolz sich sein bislang und auch weiterhin nicht wahrnehmbares Brüsterl füllt.

Insofern ist es schon gut, dass vernünftige Menschen derlei Hirngespinste verhindern und dass die CSU nur mehr ein Lüfterl ihrer eigenen korrupten Vergangenheit ist. Wobei auch aktuell mit Maskendeals noch für ausreichendes Korruptionsniveau gesorgt wird, damit man dem Übervater Strauß auf Augenhöhe begegnen kann.

 

Des Hähnabatzl

Was man barfuß so alles erlebt

Wer auf einem Bauernhof aufwuchs, der hatte Hühner oder Hähna, wie man in Bayern sagt. So ein Huhn ist ein Durchlauferhitzer. Vorne kommt alles mögliche rein und hintern fällt es als Batzl wieder heraus, als Hähnabatzl, um genau zu sein. Nun scheint es beim Huhn so eingerichtet, dass das Batzln völlig unkontrolliert von Statten geht. Niemand würde auf eine Leiter scheißen, ein Huhn schon. Es batzlt munter drauf los, egal, wo es grad steht oder geht. 

Ein Bauernhof hat einen Stadl (der Nichteingeweihte würde Scheune sagen) und der Stadl hat einen Dend (eigentlich Tenne) und der Dend hat eine Dendbruck. Die Dendbruck ist praktisch die Mainstreet des Stadls. Alles, was in den Stadl muss, kommt über die Dendbruck hinein. Hinaus allerdings nicht, denn hinaus geht es gabelweise über die Graslucka, wie die Öffnung zum meist darunter liegenden Stall genannt wurde. Obwohl es zumindst so viel Heu wie Gras war, was durch die Graslucke musste, fand das Heu bei der Bezeichnung der Lucka keinen Niederschlag.

Die Graslucka war meistens ein Zankapfel, denn ab einem gewissen Jahr, das ich heute nicht mehr so exakt festlegen könnte, kam ein notizblockbewährer Herr von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, also vom Unfall, wie wir damals sagten, und forschte nach allen Gefahrenquellen. Die Graslucka war mit Abstand sein Favorit. Alles mögliche konnte bei dieser Graslucka geschehen, wenn sie so bliebe, wie sie war. Der Deckel durfte nicht vollständig aufklappbar sein und brauchte einen Rahmen. Und das eine sage ich dir, dieser Notizblockheini hat noch nie in seinem Leben ein Gras oder ein Heu durch die Graslucka befördern müssen, sonst wäre ihm so ein Schmarrn gar nicht eingefallen. Aber für Negativpunkte war es gut und das war für den Heini wichtig.

Das andere, was über die Dendbruck in den Stadl kam, waren die Hühner, denn Hühner wurden damals nicht eingesperrt. Erstens, weil jeder welche hatte und zweitens, weil selten eine überfahren wurde. Heute haben sie Rasen um die Häuser, der wöchentlich oder mit Roboter gemäht wird. Praktisch Golfplatz-Allüren eines Postlandwirts. Da so ein Huhn wenig Ahnung von einem Golfplatz hat, also noch weniger als der Postlandwirt, kratzt es auch auf dem postbäuerlichen Golfrasen nach Lust und Laune und Wurmverdacht herum. Da kann es dann schon vorkommen, dass dir ein Anwaltsschreiben ins Haus flattert, in dem dich der Postbauer zum Wegsperren der Hühner auffordert.

Vor eine gefühlten Ewigkeit war das noch nicht so, da durften Hühner frei sein und sich im erreichbaren Revier als reisefreie Europäer fühlen. Die Dendbruck mochten sie besonders gern, weil da oftmals allerlei Getier herumkreuchte. Käfer, Spinnen, Heuschrecken, alles sehr schmackhaft aus Sicht eines einfältigen Huhns und dann natürlich immer Batzl, praktisch im Minutentakt. Als würde das Gefressene das Verdaute hinten raus drücken. 

Auch für uns war der Dend irgendwie die Mainstreet. Man musste ständig über den Dend laufen, grundlos oder begründet, darüber machte man sich als Kind nicht sehr viele Gedanken, da hat alles irgendwie einen Grund und natürlich barfuß. Schuhe, das war nur in der Schule und am Sonntag, außer, wenn grad Winter war. Aber im Winter musste man nicht so oft über die Dendbruck und die Hühner schon gar nicht. 

Das ist schon das perverse an der Situation, dass man ausgerechnet da, wenn keine Hähnabatzlgefahr drohte weniger über die Dendbruck lief und außerdem mit Gummistiefeln. Aber so ist Schicksal nun mal. Im Sommer war es völlig anders, da liefen wir barfuß über die Dendbruck, dass es die Hähnerbatzl grad nur so durch die Zehen drückte. Das war vom Gefühl her überhaupt nicht unangehem, sie waren ja weich und meisten schwarz-weiß. Wenn aber dann der Abend kam und der Tag aufgegeben werden musste, da meldeten sich die Hähnabatzlreste zwischen den Zehen als äußerst reinigungsresistent zu Wort und gestunken hat es dann auch.

Heute haben wir keine Dendbruck mehr und Barfußgehen ist selten. Der Tritt in ein Hähnabatzl Nostalgie. Aber wie so vieles, was man erlebt hat, verklärt es die Nostalgie und man wünscht sich, noch einmal jung in ein Hähnabatzl zu treten. Wobei es dabei wohl mehr um jung als um das Hähnabatzl geht. Hühner kann man sich wieder zulegen, ist sogar modern. Die Jugend gibt's nicht zurück. Die gehört heute den Jungen. Den Alten sei gestattet, Gedanken an die Jugend zu denken, sich das Gefühl vom Tritt in ein Hähnabatzl ins Gedächtnis zu rufen und sich darüber zu freuen, dass es abends weder stinken wird, noch lästig abzuwaschen ist.

Die gute Nachricht

Wolf Haas hat ein neues Buch veröffentlicht

Es gibt ja zur Zeit wirklich nicht viele gute Nachrichten, während die schlechten inflationär scheinen. Der Ukraine Krieg überlagert alles, inklusive Corona. Woelki spielt keine Rolle mehr und die kirchlichen Missbrauchsopfer müssen wohl auf bessere Zeiten warten. Vor allem: Was ist mit unseren Klimarettungsplänen? Haben die Geröllheimer umgedacht? Kommen endlich die erforderlichen Windräder? Aber natürlich gibt es Prioritäten, aber man muss weiterhin an allen Fronten arbeiten. Auch an der Heimatfront.

Und siehst du, der Artikel über Korruption, man o man, was gab es da Klicks. Wohl ins Schwarze getroffen. Aber das ist auch erschreckend, was die Leser wirklich interessiert. Korruption scheint sehr attraktiv. Wahnsinn. Freilich liest man die Berichte über Korruption, aber man bringt das natürlich nicht mit Heimat in Verbindung. Außerdem, wo hört Gefälligkeit auf und wo fängt Korruption an? In Bayern ja eine ganz andere Bandbreite. Franz Josef Strauß hat die Messlatte für Korruption extrem hoch gehängt. Alles drunter war keine Korruption. Und manche sehen das heute noch so. Einen Landwirtschaftsgrund zum Baugrund aufwerten, ist das schon Korruption? Kommt auf den Grund an. Aber ein Grundstück in Kläranlagennähe zum Baugrund zu machen, ja, das ist Korruption. In Hinterfotzing und auch außerhalb.

Wenn sich ein Bürgermeister herausnimmt, auf Anruf eines uneinsichtigen Skifahrers, der partout jegliche Auskunft über seine Covid-Situation verweigert, diesem Affenarsch die Kontrolle zu erlassen, dann ist das Zentralkongo pur, aber genau so am Hinterfotzinger Skilift passiert. Die Korruption ist bei uns omnipräsent. Kennt man den Bürgermeister, kann man sich jede Frechheit herausnehmen, denn der Bürgermeister wird es durchgehen lassen, weil ihm dabei der Kamm schwillt. Andere würden angewidert den Mund verziehen.

Aber siehst du, das ist wie mit der Webseite von Hinterfotzing. Grottenschlecht beschreibt deren Funktionalität und Optik nicht mal ansatzweise, trotzdem ist man nicht in der Lage, diesen Zustand zu ändern. Wer aber nicht mal in der Lage ist, den Zustand einer Website zu verändern, wozu ist dann der zuständige Bürgermeister überhaupt fähig? Für die Omnipräsenz in Bürgerblättern vermutlich. Das Hinterfotzinger Bürgerblatt jedenfalls stößt umfangmäßig in die unendlichen Weiten eines Quellekatalogs vor, schafft es aber gleichzeitig, inhaltmäßig den Eindruck eines Zweiseiters zu vermitteln.

Wer glaubt, dass wir mit solchen Größen tatsächlich auch nur um einen Mikrometer weiter kommen, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet und dass ein Behördenleiter eine Behörde leitet. Nein, es geht eigentlich und ausschließlich um die Politur des eigenen Glanzes. Um die Daseinsberechtigung  eines Gartenzwergs. 

Wo will Söder die Windräder bauen

Über die Deadline Habecks an Söder

Natürlich gilt in Bayern die 10 Horst Regel. Dass also ein Windrad den zehnfachen Abstand eines aufgeblasenen Horst haben muss. Das gilt nur in Bayern denn die übrige deutsche Landschaft kommt ohne einen zehnfach aufgeblasenen Horst aus. Aber bei Windrädern haben wir ja die Ebene der Vernunft längst verlassen. So verlangen die Geröllheimer Windhysteriker jetzt sogar den Nachweis von Rückbaurücklagen, was man keinem einzigen anderen Bauvorhaben vorschreiben würde, selbst die Windhysteriker nicht, aber da hat die Vernunft sowieso längst die Segel gestrichen.

Aber ohne Windenergie geht es nicht, will man überleben. Das ist allerdings eine bewiesene Erkenntnis, die du in Geröllheim nicht ins Feld führen solltest, denn in Geröllheim ... aber lassen wir dieses Thema. Jedenfalls war der deutsche Wirtschaftsminister beim bayerischen Ministerpräsidenten zu Gast, um den Herrn S bezüglich des Windradmangels in Bayern zu befragen. Es gibt ja Zeitgenossen, die ohne jeglichen wissenschaftlichen Hintergrund absolut von der Aussichtslosigkeit der Windnutzung im Bayerischen Wald überzeugt sind, ja selbst erfolgte Messungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen in Abrede stellen, weil es ihnen - ganz einfach betrachtet - nicht in den Kram passt. Jedenfalls konnte Herr S spontan auch keine ausreichenden Standorte benennen, man wolle aber an der 10 Horst Regelung festhalten und im Staatsforst ausreichend Standorte benennen. Nun, das muss nun wohl im März 2022 erfolgen, denn da will Habeck wieder kommen.

Nun denn, sollte Herr S ausreichend Windradstandorte festgelegt haben, so hat er dass mit höchster Diskretion erledigt. Wir dürfen gespannt sein. Kann ja auch sein, dass Herr S wegen des Ukraine Kriegs keine Zeit für derlei Nebensächliches hatte. Immerhin musste er jeden einzelnen GI bei seiner Ankunft in Franken begrüßen. Praktisch als bayerischer Verteidigungsminister. 

Der bayerische "Sonderweg" wird immer mehr zum Verhinderungsweg für die Energiewende. Dabei hat der Klimarat der Vereinten Nationen jüngst sehr eindrücklich über die drastische Situation berichtet. Trotzdem gehen in Bayern die Uhren anders und auch beim Klimawandel wird Bayern einen eigenen Weg gehen. Bayern wird bei der Klimaerwärmung nicht mitmachen. Vielmehr wird die CSU die Klimaerwärmung per Gesetz begrenzen. Dazu wird das Klima in Bayern eingebürgert und damit bayerischem Recht unterworfen. Somit reicht es, wenn der bayerische Landtag der Klimaerwärmung das 1,5° Ziel per Gesetz verbindlich vorschreibt.

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