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Hinterfotzing

KPV

Kommunalpolitische Vereinigung

Und siehst du, wenn du in der Politik absolut abgehalftert bist, aber dich immer noch für wichtig hältst, dann ist die KPV das Richtige für dich. Die KPV ist eine CSU-Einrichtung, die abghalfterten CSU Wichtigtuern eine Pseudowichtigkeit ermöglicht, denn Wichtigtuern ist Wichtigkeit enorm wichtig, auch wenn es eine Pseudowichtigkeit ist. Wir hatten einmal einen Senat, der hatte eine ähnliche Aufgabe, aber der wurde von den Bürgern wegrationalisiert. Da die Notwendigkeit von Wichtigkeit für unwichtige Wichtigtuer nach wie vor eine Notwendigkeit ist, stellt die KPV eine lohnenswerte Alternative dar. Lohnenswert natürlich nur für die Scheinwichtigen, denn für den Rest der Welt ist die KPV so unwichtig, wie das berühmte rote Fahrrad, das in Chicago umgefallen ist. Enorm wichtig ist sie aber für die Scheinwichtigen, die zu den extrem wichtigen Sitzungen in die Landeshauptstadt fahren dürfen, um an den extrem unwichtigen Sitzungen der KPV teilzunehmen. Die KPV ist also im Grunde nur eine Sammelstelle für Wichtigtuer, die ihre Unwichtigkeit nicht ertragen können. Allerdings kann die KPV von der Bevölkerung nicht aufgelöst werden, weil sie nur eine CSU-Einrichtung ist, also keinerlei politisches Mandat hat. Aber keinerlei politisches Mandat, das ist leider etwas, was der Scheinwichtige überhaupt nicht ertragen kann. Hilft aber nichts, die KPV ist im günstigsten Fall scheinwichtig, im allergünstigsten Fall.

Die Liste Sara Wadelkrampf

Oder die Umwälzung der Parteienlandschaft

Nein, gute Vorzeichen gab es nicht, als die Ampelkoalition zum Regieren antrat. Corona war noch am Werkeln und Putin entwickelte eine Kleinmachtphobie. Als man ihm das übel nahm und seine Rohstoffe boykottierte, war plötzlich Energie erst knapp, dann teuer. Das wirbelte den Koalitionsvertrag einigermaßen durcheinander. Auf einmal musste sich ein grüner Wirtschaftsminister vor arabischen Gasmagnaten verbeugen. Dass die Grünen weiterhin am GEG bauten und es mehr auf Ideologie gründeten, denn auf Anreizen, fiel ihnen gewaltig auf die Füße. Und dann wurde das Feld von Populisten beackert. Sogar ein Opfösoft war sich nicht für populistische Sprüche zu schade. Die Medienlandschaft wusste nichts besseres zu tun, als die Ampel und vor allem die Grünen nach allen Regeln der Kunst abzuwatschen, während in den Startlöchern eine AfD stand, die gierig nach allen Ohrfeigen der Medien schnappte. Schon erstaunlich, dass die Medien trotzdem an ihrem Kurs festhielten, obwohl sie längst erkennen mussten, dass sie dadurch die AfD stärkten. Dabei sollten gerade die Medien wissen, wie gefährdet Medienfreiheit sein kann. Die Quittung kam mit den Wahlen in Bayern und Hessen. Die AfD triumphierte und die etablierten Parteien waren konsterniert. Wie kann eine AfD mit einem vagen und in teilen inakzeptablem Programm Massen von Wählern gewinnen? Protest? Das wäre eine erträgliche Erklärung, denn wenn der Wählerwandel einen Gesinnungswandel als Grundlage hätte, dann wäre das schon mehr als bedenklich. Man wird sehen müssen, denn es wird wohl so kommen, dass die AfD bei den anstehenden Landtagswahlen in einigen der "neuen" Bundesländern die Mehrheit bekommen wird. Was dann?

Und nun kommt eine Sara Wadelkrampf und will eine neue Partei gründen. Das ist erst mal eine normale Entwicklung. Dass aber in Umfragen der Wadelkrampfparteil enorme Sympathie entgegengebracht wird, bevor überhaupt ein Parteiprogramm vorliegt und man nur weiß, dass die Wadelkrampf bedenkliche Sympathien für Putin hegt, dann fragt man sich schon, ob dieses Volk für Demokratie eigentlich zu dumm ist.

War er′s oder war er′s nicht?

Über den Oberkriegstreiber aus Russland

Keine Frage, der Krieg in Israel kommt Putin maximal gelegen. Auf einmal ist die Ukraine im wahrsten Sinne des Wortes ein Nebenkriegsschauplatz. Weniger Aufmerksamkeit, weniger Hilfe, so denkt der Möchtegernzar im Kreml vermutlich. Aber erstaunlich ist das schon, dass er buchstäblich über Leichen geht, um der eigenen Ziele willen. Der normale Ruski profitiert von all dem nicht. In den Großstädten mag das Leben noch einigermaßen annehmbar sein, aber auf dem Land müssen die Russen bitter leiden. Noch dazu rekrutiert Putin die meisten Soldaten in den abgelegensten und ärmsten Regionen. Und warum? Nur weil er seinen Traum von einem Großreich nicht aufgeben will. Dabei hat er längst verloren, denn sogar im mittlerweile unwahrscheinlichen Fall eines Kriegsgewinns hätte Russland keine Chance mehr. Das Land hat sich zu weit abgehängt.

Die einzigen Einnahmen Russlands kommen aus Rohstoffen. Vor allem Öl, Gas und Kohle. Dass diese Energieträgern keine Zukunft haben, sollte auch einem Putin klar sein. Aber was tut er dagegen? Er ist zu sehr mit seinen Plänen für die Wiederherstellung der UdSSR beschäftigt. Mit Plänen für eine Utopie, die nicht recht viel länger hielt, als das kurzlebige tausendjährige Reich eines Adolf Hitlers. Die Zeit für Großmachtstreben ist abgelaufen. Völlig andere Probleme werden demnächst die Völker beschäftigen und zwar in bisher nicht bekannten Größenordnungen. Hitze, Dürre, Starkregen, Fluten. Vorgeschmäcker dazu gab es schon. 

Dass die Russen sich den Machtallüren eines einzigen Menschen unterordnen, ist ein trauriges Zeichen für die mangelnde Demokratie in Russland und den Machtapparat, den Putin um sich aufgebaut hat. Aber er sollte auch wissen, wie es seinesgleichen in der Geschichte ergangen ist. Und warum sollte es akurat ihm besser ergehen. Nein, Putin wird nicht im Bett an Altersschwäche sterben.

Noch kann sich Putin mit Auslandskonflikten über Wasser halten. Noch sorgt die staatliche Propaganda für Rückhalt. Aber es wird bröckeln und eines hoffentlich baldigen Tages bricht der Damm. Was dann kommt, muss man erst abwarten. Jedenfalls sind Putins Tage gezählt und es besteht zumindest die Chance für einen guten Wechsel. Immerhin sitzen in den Gulags genügend Demokraten, die für einen Neuanfang in Geiste Europas geeignet wären. Also abwarten und Wodka trinken!

Das Landtagswahlbeben

Der Bayerwald meldet sich ab

Die Landtagswahl am 8. Oktober 2023 war eine Zäsur. Waren bislang die CSU-Landtagsabgeordneten bei jedem Bierzeltbesuch maximal beklatschte Freibiergäste, so schickten sie die Bayerwäldler nun auf die Reservebank. Freie Wähler und AfD machten das Rennen und die Waidler verweigerten den vermeintlichen Lokalmatadoren ihre sicher geglaubte Wählerstimme. Nicht ein bisschen, sondern dramatisch, sieht man sich die Zahlen an. Die CSU hat im Wald nichts mehr zu sagen. Dafür steht die AfD nun gestärkt da. Womit? Was bietet die AfD? Warum wurde sie so stark gewählt? Aus Protest sagen die einen. Protest wogegen? Das ist eine sehr schwierige Frage, denn am Lebensstandard liegt es nicht. Das Haus, das Auto, die Familie, der Urlaub, alles da. Auch das iPhone. Zukunftsangst? Ja, das wohl eher.

Alles soll bitte so bleiben, wie es ist. Aber das wird es nicht, wenn sich nichts ändert. Oder anders herum betrachtet wird sich verdammt viel ändern, wenn wir nichts ändern. Die AfD ändert nichts, vielleicht wurde sie deshalb gewählt. Man will nicht, dass sich was ändert, dabei ist die wohl größte Veränderung der Menschheit grade am Anlaufen. Da wir aber nicht wollen, dass sich was ändert, wurden z.B. die Grünen abgestraft und damit die einzige Partei, die den Mut aufbringt, die Probleme anzusprechen. Aber aus dem Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) machten die Medien "Habecks-Heizungs-Hammer" und das griff. Prompt wurde das Gesetz aufgeweicht. Dann war da auch noch ein Christian Lindner, der alle Maßnahmen der Finanzierbarkeit unterordnet und blockiert. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die Wirtschaftspartei FDP aus dem bayerischen Landtag flog. 

Dann sind da die Freien Wähler unter König Hubert, der von der SZ mit seiner Vergangenheit konfrontiert wurde, die scheinbar eine ziemlich braune Jugend hatte. Anstatt sich seiner Jugendsünden zu schämen, kontert Hubsi als lupenreiner Populist mit Bierzeltparolen und - das ist der eigentliche Skandal - erntet dafür Beifall und Stimmenzuwachs. Stimmenzuwachs für Antisemitismus, das ist neu, vor allem in Deutschland. Bis vor kurzem wäre das undenkbar gewesen. Bei Aiwanger wurde er beklatscht. Das wird ihm Auftrieb geben und zwar leider in die falsche Richtung.

Die Ampelparteien wurden von den Oppositionsparteien permanent schlecht geredet. Vor allem die Grünen schienen nur mehr Feinde zu haben. Aber auch SPD und FDP verloren extrem. Die Regierung würde aktuell nicht ansatzweise eine Mehrheit bekommen. Die Freien Wähler haben sich im Populismus verloren und träumen von bayerischen Ministerien und Berlin. Das wird interessant, wie Aiwanger von seinen Erding-Parolen wieder ins normale Politleben zurückfindet. Und dann wird er wohl zerrissen sein zwischen den populistischen Erfolgen und der Realität des kleinen Koalitionspartners. Für die Feien Wähler stellt sich die Frage, wie viel sie tatsächlich an Gewicht haben oder ob sie nur die Lakaien eines Populisten sind, ohne den sie wieder in ihren kommunalen Löchern verschwinden. 

Traurige Tatsache ist auch, dass es bei den künftigen Landtagswahlen in den neuen Bundesländern teilweise keine Mehrheit ohne AfD geben wird. Das verspricht nichts gutes, denn die AfD ist Gift für die Demokratie. Sind es tatsächlich nur die Flüchtlinge und die Angst vor Überfremdung? Und wohin geht die Reise für die Freiheit, wenn die AfD Regierungsmacht bekommt? Sehr viel Schuld dabei muss man den Medien zuschreiben, denn sie haben einen großen Anteil an der Stimmungslage in Deutschland. Man muss nur oft genug Angst machen, bist die Angst kommt. Aber wenn die Verkaufszahlen passen, dann macht man eben Angst. Immerhin ist Wirtschaft alles und ohne Gewinn geht man unter. Also gehen wir lieber mit Gewinn in einem neuen NS-Deutschland unter. Ging immerhin schon einmal schief. 

Söder fordert

Wenn Wahlkampf zum Wahlkrampf wird

Der bayerische Ministerpräsident ergießt sich täglich in neue Forderungen und natürlich geht es ausschließlich um Forderungen an den Bund. Das brisante dabei ist, dass es sich dabei teilweise um Forderungen handelt, die CDU und CSU während 16 Jahren Merkel längst umsetzen hätten können. Aber wie man weiß, sind Forderungen im Wahlkampf ein Ablenkungsmanöver. Ablenkung wovon? Na klar, vom eigenen Versagen. Im Juni tönte Söder beim Beschluss für 40 Windrädern im bayerischen Chemiedreieck großspurig von 1000 neuen Windrädern in Bayern bis 2030. Tja, da müsste deutlich mehr Tempo vorgelegt werden. Gab es im aktuellen Wahlkampf der CSU auch nur eine einzige Aussage zum Windkraftausbau? Nein, Fehlanzeige. Söder ist halt beim Fordern, da muss Machen hinten anstehen. 

Und alle verstehen sie das, die Helfershelfer des Herrn Söder. Das Problem ist die Ampel, die Ampel, die Ampel. Es wäre schon gut für unser Land gewesen, wenn die 16 Merkel-Jahre auch nur ein bisschen was von dem umgesetzt hätten, was die Ampel bisher schon gemacht hat. Die CDU/CSU unter Merkel hat uns energiepolitisch an Russland gekettet. Dabei hätte eine Angela Merkel wissen müssen, wie Diktator Wladimir tickt. Spätestens nach der Szene mit Putins Hunden. Aber sie sah nur die billige Energie. Wer braucht da Windräder. Was auch damals schon falsch war, denn man wusste längst um das Problem der Verbrennung fossiler Energieträger. Es war halt noch nichts schlimmeres passiert. Klimakrise also noch Theorie.

Söder fordert auch Kernenergie, was durchaus plumpe Propaganda ist, bedenkt man die Kosten für Uranschürfung und Endlagerung. Als seriöser Politiker auf die Atomfusion zu setzen ist erst dann verantwortbar, wenn verbindliche Aussagen über Wirkungsgrad, Kosten und Gefahren vorliegen. Alles noch lange nicht ansatzweise bekannt. Nur weil es in einem Experiment gelungen ist, einen Prozess zu starten, der mehr Energie erzeugte, als hineingesteckt wurde und man dabei alle Gestellungsenergie vernachlässigte, ist das halt wissenschaftlich interessant, aber von einem Durchbruch Lichtjahre entfernt.

Machbar wären Windräder, aber die scheut Söder wie der Teufel das Weihwasser. Kein Wunder, bedenkt man, wie viele Menschen z.B. im Bayerwald allein schon durch Planungsvorhaben verrückt wurden. Absolut interessant, wie viele Krankheiten durch Windräder hervorgerufen werden. Infraschall, psychische Störungen und in der Fauna zerschredderte Vögel und weiß Gott noch alles an Gefahren von Windrädern ausgeht. Hatte Don Quichote de la Mancha doch Recht? 

Aber woher kommt die Energie Bayerns demnächst? Nur via Stromtrassen aus den Windparks im nördlichen Meer? Das wäre ein erheblicher Standortnachteil. Denn Strom muss man dort bezahlen, wo er produziert wird. Wenn also Bayern keinen Strom produziert, fließt ordentlich Geld ab. Und das nur, weil ein Herr Seehofer eine Verspargelung der Landschaft erfand. Das Problem hat man bei Mobilfunkmasten scheinbar gar nicht.

Jedenfalls gibt es ausreichend Gründe, endlich mal was zu tun und vom populistischen Fordermodus in den hemdsaufkrempelnden Machermodus umzuschalten. Der scheint in der bayerischen Staatskanzlei aber abhanden gekommen zu sein. Was wir brauchen ist Mut und Zuversicht und keinen maximalnervösen Ministerpräsidenten. 

Wasser abkochen

Keime im Trinkwasser

Es ist irgendwie eine Metapher. In vielen Gemeinden muss das Wasser abkocht werden, weil es Keime enthält, genaugenommen Escherichia coli. Woher kommen die kleinen Scheißerchen? Nun viel Regen nach langer Trockenheit, also geöffnete Erde mit viel Regen. Da bleibt es nicht aus, dass ein bisschen was in die Quellen kommt. Ob das nun Grund genug ist, das Wasser abzukochen, darüber sollen Spezialisten befinden.

Auch die politische Lage wird zunehmend von brauchen Scheißerchen durchwandert. AfD heißen die Keime, die sich im Bodensatz der Bevölkerung ausbreiten. Wie das? Geht es den Leuten etwa schlecht? Nein, tut es nicht, aber die AfD sorgt mit ihren Stammtischparolen dafür, dass sie sich schlecht fühlen. Die Munition dafür liefern ausgerechnet die Medien, also die Lügenpresse nach AfD-Lesart. Da erfinden die Medien einen Habeck-Heizungshammer und die AfD freut sich. Dass dieses neue Gesetz in der Vorphase an die Öffentlichkeit durchgestochen wurde, hat man schnell vergessen. Wer das GEG liest, wird nicht viele Ansatzpunkte für Kritik finden. Trotzdem wird von Verboten und Vorschriften, von Gängelung und Bevormundung geredet. Der AfD gefällt's. Und die Bürger saugen deren Giftparolen in sich auf und wählen die Populisten, weil die "angeblich" den Finger in die Wunde legen.

Politik ist schwieriger geworden. Nicht nur der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat viele Parameter verschoben. Eine Provinzzeitung berichtete kürzlich, dass Deutschland 2023 Strom importieren musste und erinnerte süffisant an die abgeschalteten AKWs. Dass nebenbei die Gasspeicher gefüllt wurden, wird aus Absicht oder Schlamperei übersehen. Dass Bayern besonders leidet ist nicht dem Klimawandel und den abgeschalteten AKWs zuzuschreiben, sondern der Blockadepolitik der bayerischen Staatsregierung. Davon liest man in einschlägigen Provinzzeitungen nichts.

Dass ein Vizeministerpräsident Hubert Aiwanger die Demokratie zurückfordert und selbst nach einer maximal desaströsen Reaktion auf die Aufdeckung seiner Vergangenheit mit Stimmenzuwachs belohnt wird, ist auch mehr als verwunderlich. Was lässt das Volk gerade mit sich tun? Man mag Aiwanger zugute halten, dass er seit dem extrem antisemitischen Flugblatt nicht mehr in ähnlicher Weise aufgefallen ist. Aber er hat es verdammt noch mal getan und es war beileibe kein Pappenstiel. Umgehend in den Opfermodus zu schalten, das musste sogar die engsten Vertrauten verblüffen. Aber dass er dafür auch noch mit Stimmenzuwachs belohnt wird und von allen Seiten Rückendeckung und Zustimmung erhält, das geht dann doch zu weit und regt zum Nachdenken an, wohin den unsere moralischen Grundsätze entschwunden sind. Da ist es nicht mehr weit zu "Lügenpresse". 

Wenn die Medien nicht umdenken und umlenken, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn sie eines Tages wieder mit weniger Pressefreiheit konfrontiert werden. Die AfD ist sicher kein Garant für Pressefreiheit. Und wer die AfD wählt soll sich bitte nicht darauf berufen, aus Protest extrem rechts gewählt zu haben. Es gibt genügend andere Parteien, die man aus Protest wählen kann. Zum Beispiel die Grünen, aber die wählt man nicht, weil sie eine Verbotspartei sind. Was verbieten die Grünen? Genau betrachtet sind die Grünen die einzige Partei, die es auf sich nimmt, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, weil sie notwendig sind. Wenn wir aus solchen Entscheidungen Heizungshammer machen, dann erreichen wir nur, dass wichtige Entscheidungen verhindert werden und müssen mit den Folgen leben, auch unsere Kinder und Enkelkinder. Wer glaubt, dass wir die Klimakrise durch Fernreisen und möglichst wenig Einschränkung hinbekommen, der glaubt sicher auch an den Osterhasen oder ist einfach nur ausreichend Egoist.

Billige E-Autos aus China

Das ist genau, was die Welt braucht

Keine Frage, der Pkw-Verkehr der Zukunft fährt elektrisch. Da mag die FDP mit ihrer Vision von eFuels noch so sehr auf das falsche Pferd setzen, aber eFuels sind höchstens eine Lösung für reiche Boliden- oder Motorradfahrer, denn eFuels sind teuer. Autos werden mit Akku fahren, zumindest in der überblickbaren Zukunft. Wenn Bayern - wieder mal ein teurer Sonderweg - auf Wasserstoff setzt, dann ist das nur hirnloses Imponiergehabe einer abgehalfterten Regierung, die enorm viel Energie auf das Verschlafen der Zukunft aufgewendet hat.

Seit einigen Jahren produzieren die Deutschen Autoschmieden Elektroautos, aber Otto Normalverbraucher reibt sich die Augen, für welches Klientel diese Autos gedacht sind. Super teure und leistungsstarke E-Luxus-Karossen für betuchte Kunden, die gerne Klimaschutz bei vollem Komfort vorleben wollen. Geht aber nicht. Denn erstens muss man das eigene Auto grundsätzlich in Frage stellen, angesichts des enormen Ressourcenverbrauchs, andererseits steht das eigene Auto die meiste Zeit nutzlos herum. Und dann wäre da noch die Stromspeicherfrage. 

Angenommen jedes Elektroauto wäre gleichzeitig Stromspeicher, das würde viele Energieprobleme lösten. Technisch ist das längst möglich. Das Auto muss nur wissen, wann es für wie viele Kilometer wieder gebraucht wird und schon steht es in der übrigen Zeit als Stromlieferant zur Verfügung. Alles nur eine Frage der richtigen Vernetzung. 

Aber darauf setzt der deutsche Autobauer nicht, der will uns das unabhängige E-Auto mit maximalem Komfort und nebenbei maximaler Gewinnspanne verkaufen und dann kommen die Chinesen auf der IAA mit ihren viel zu billigen E-Autos daher und versalzen die Suppe. Nach offizieller Lesart sind die China-E-Cars so billig, weil China sie subventioniert. Dann der Verweis auf die billigen Solarpanels der Chinesen, die den EU-PV-Markt fast vollständig vernichtete. Kann sich China das tatsächlich leisten, ganz Europa mit subventionierten E-Autos zu überschwemmen? Ist es nicht vielmehr so, dass die deutschen Autoschmieden das Billigsegment völlig vernachlässigten, weil zu wenig zu holen ist?

Egal, das Verfahren, den Chinesen unlautere Methoden vorzuwerfen wird mit Sicherheit länger dauern und somit keinen Einfluss haben. Kann auch sein, dass man die Chinesen mit dieser Drohung von Waffen- und Munitionslösung an die Russen abhalten will. Auf jeden Fall werden wir demnächst sehr viele chinesische E-Autos auf unseren Straßen sehen. Entgegenwirken kann die deutsche Autoindustrie nur, wenn sie endlich einsieht, dass die Zukunft bezahlbare E-Autos braucht und keine Prestige-E-Karossen. Bis dahin wird sich China das größte Stück vom Kuchen abschneiden. Und das eigene Auto hoffentlich bald Geschichte sein und durch eine mietbare Flotte ersetzt werden, die auch auf dem Land verfügbar ist. Möglich ist es, auch heute schon. Egal wie, Auto wird damit deutlich billiger.

Alles nur Hexenjagd?

Über bedeutsame Erinnerungslücken und Alternativlosigkeit

War es also nur der Rachefeldzug eines zur Weißglut gebrachten Lehrers? Oder politisches Kalkül vor der Wahl? Eigentlich egal wie die Leiche aus dem Keller kam, aber nicht egal, dass sie seit Jahrzehnten als gut gehütetes Geheimnis dort lag. Kein Jugendstreich, dazu ist es zu boshaft, zu beschämend und gerade für einen Deutschen ein absolutes "no go". Ein Gymnasiast mit 17 Jahren muss reif genug sein, die Bedeutung eines solchen Plakats zu erkennen und der Inhalt belegt auch, dass fundiertes Wissen über die Gräuel Nazideutschlands vorhanden waren.

Es sagt einiges über den Charakter aus, dass erst nach Auffliegen der Sache und auch da sehr spät und eher halbherzig eine Entschuldigung kam. Natürlich war der Zeitpunkt der Veröffentlichung strategisch klug gewählt. Wer würde das nicht machen?! Der Beschuldigte etwa?! Dass der sich jetzt als Opfer stilisiert, ist der nächste Einblick in seinen Charakter. Nun wollen wir es mal dahingestellt lassen, ob der unbekannte Bruder tatsächlich Verfasser war oder nur ein Ablenkungsmanöver. Vielleicht kommt auch da die tatsächliche Wahrheit noch ans Licht. Dass der Landesboss nach bestens choreographiertem Vorspiel mit bedauerlichem Dackelblick verkündete, am Vize festzuhalten, war höchstens für Naivlinge eine Überraschung. Nein, da ging es um Strategie und Machterhalt, in zweiter Linie die Macht der Partei, in erster der eigenen.

Was einem aber wirklich zu denken geben sollte, das sind die bedingungslosen Anhänger, die ihrem angebräunten Idol auch noch Beifall klatschen und jene beschimpfen, die zur Aufklärung beigetragen haben. Das hat was von Trump und das ist alles andere als gut. Denkt man eins weiter, dann beginnt man zu frösteln. Was passiert denn da gerade? Da lügt sich einer die Antworten zu einem Fragenkatalog nach Gutdünken zurecht und der Pöbel johlt. Kaum zu glauben. Wäre die ganze Sache nicht verjährt und könnte vor Gericht gezerrt werden, was würde der Pöbel mit dem Richter tun? Sind wir schon dort, wo wir nie wieder hin wollten? Er wollte ja auch die Demokratie aus Berlin zurückholen. Weiß er nicht, dass wir in einer der besten Demokratien der Welt leben? Welche Demokratie ist von diesem Herrn zu erwarten, wenn er sie sich zurückgeholt hat? Welche Wahrheit bleibt Wahrheit?

Mein lieber Schwan, das ist alles sehr starker Tobak und bestimmt kein Grund zum Jubeln. Aiwanger hat den Freien Wählern seinerzeit ihre Freiheit genommen, indem er eine Partei mit diesem Namen gründete. Die Freien Wähler waren - und viele sind es auch noch - nur kommunal organisiert. Aiwanger hat das Label "Freie Wähler" praktisch in feindlicher Übernahme geklaut. Die Freien Wähler wollten eben nie überregional sein, sondern ihre Entscheidungen ausschließlich mit Blick auf ihre Kommune treffen, das hat man ihnen genommen. Das hat Aiwanger ihnen genommen. Vielleicht wollten manche das so, vor allem jene, die auf den Landtag schielten. Die meisten wollten das nicht und mussten sich auf einmal für Dinge rechtfertigen, die von der Aiwangertruppe verbockt wurden. Sie würden es sicher begrüßen, wenn der Opfösoft bald Geschichte wäre, obgleich ein fader Nachgeschmack bleiben würde. Spätestens die unappetitliche Vergangenheit ihres "Idols" sollte viele zum Nachdenken und nicht zum Nachfolgen anregen.

Wenn ein Herr Merz sich lobend über die Politik Bayerns äußert, dann hat das viel mit Wahlkampf und wenig mit Realität zu tun. Sehr lange wahr das Ende der Kernenergie geplant aber Bayern verzichtete darauf zu reagieren. Sollte der Süden nun einen höheren Strompreis bekommen, dann ist das nicht der Ampel anzulasten, wohl aber der bayerischen Regierung, die vieles versprochen aber kaum etwas gehalten hat. So schnell wird man in Bayern die Windräder nicht bauen können, die wir brauchen. Trotz großem Handlungsdruck kommt der Sand nicht aus dem Getriebe der bayerischen Politik und wieder wird die Kernenergie propagiert, obwohl diese Populisten längst wissen, dass der Zug endgültig abgefahren ist. Das AKW Isar II gehört dem Konzern PreussenElektra, da hat der Freistaat mitnichten auch nur das geringste Mitspracherecht. Aber in Wahlkampfreden kann man die Bürger ja mal mit markigen Unmöglichkeiten zum Klatschen bringen, sie merken's ja nicht.

Reizunterflutung

Einfach runter vom Gas

Schon wieder. Die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben steht die Zugreisende abgehetzt am Bahnsteig und sieht dem Anschlusszug hinterher. Dabei hätte alles so perfekt klappen können. Die Bahn muss sich schon oft prügeln lassen, weil sie zu spät kommt. Ein Problem, das Autos nicht kennen, denn beim Auto wären wir ja pünktlich angekommen, wenn halt diese Baustelle nicht gewesen wäre und diese Baustelle wird selbstverständlich dem Staat angelastet, nicht dem Auto. Auch der Stau verursacht für das Auto kein Sanktionen. Mit Staus rechnen wir, mit Bahnverspätung nicht. Das spricht doch eigentlich für die Bahn. In der Schweiz ist die Bahn pünktlich, so sagt man, langsam ist sie aber auch und ganz schön teuer. Vielleicht rechnen die Schweizer mehr Spielraum ein. Das würde in Deutschland nicht gehen. Ein Intercity, der eine Viertelstunde Aufenthalt hat, ja wo denkst du hin?!

Wenn der Hinterfotzinger Ex - warum auch immer - zum Flughafen muss, dann braucht er eine Umfahrung von Hirndübel, weil er es nicht ertragen könnte, dass er dort vor einer roten Ampel warten müsste. Nun ist der Ex längst in Rente und hätte alle Zeit der Welt. Jedoch verlangt sein Wichtigkeitsego, dass er den Flughafen möglichst schnell erreichen muss und das geht nur ampelfrei auf der Umfahrungsstraße. Den Zug würde er sowieso nicht nehmen, weil Züge Verspätung haben, wie man weiß, und der Flieger wartet nicht auf Mister Wichtig.

Unsere Gesellschaft hat keine Zeit mehr zum Zeitlassen. Wir hetzen von Termin zu Termin und wer keine Termine hat, traut sich das gar nicht mehr zuzugeben. Ein Handwerker, der händeringend auf Aufträge wartet, wird von Zeitnot und Stress reden. Stress, ein arg strapaziertes Wort. Man kann sich an diese Hasterei gewöhnen, man wird eventuell sogar nicht krank davon, tendenziell natürlich schon. Aber würde uns die Langeweile nicht kränker machen? Halten wir Langeweile überhaupt aus? Geht es ohne Hamsterrad überhaupt? Können wir Reizunterflutung?

Der Urlaub muss natürlich wellness sein und mit Turboentspannung, wo man binnen Sekunden von zweihundert auf null kommt. Beheizter Dachwirlpool mit Energiedrinks. Kostet, aber ist mega entspannend. Ein verlängertes Wochenende fühlt sich wie drei Wochen Urlaub an. Am Montag mit Kickdown beschleunigen auf erforderliche zweihundert. Elvis machte das mit Tabletten und starb. Vielleicht kriegt man das auch ohne Tabletten hin. 

Leben im Twitter-Takt. Effektivität in Perfektion. Leistung in Powermode, Entspannung im Turbo. Wie blöd sind wir eigentlich? Und ganz nebenbei richten wir die Welt zugrunde. Aber es ist alternativlos, deshalb kommt zum Berufsstress, Freizeitstress und Wellnessstress jetzt auch noch der Klimastress. Darum kaufen wir uns ein E-Auto, ein tolles E-Auto, einen E-Boliden, unser Beitrag zur Klimarettung und den Autoakku laden wir mit der neuen PV-Anlage auf dem Dach. Dieser Strom vom Dach kostet nichts, wenn wir die Anschaffungskosten und den Energieverbrauch für die PV-Anlage als wahre Meisterselbstbetrüber dezent unter den Tisch fallen lassen und natürlich auch den Energieverbrauch für den E-Flitzer.

Zugegeben: E-Bikes sind eine tolle Erfindung und für viele beginnt mit dem Elektroradl eine Entdeckertour durch die Heimat. Wenn das E-Auto getankt wird, dann ist getrost davon auszugehen, dass der Strom die meiste Zeit mit Kohle oder Gas erzeugt wird. Physikalisch betrachtet zwar nicht, wenn die PV-Anlage auf dem eigenen Hausdach sitzt, aber dieser Strom könnte ebenso ins Netz fließen und dann wäre weniger Bedarf an schmutzigem Strom, aber das ist eine andere Geschichte. Unsere Welt ist halt kompliziert geworden, ein Hamsterrad, in dem wir dahin hasten, damit wir unsere Konsumbedürfnisse befriedigen und die werden durch vielerlei Lockmittel angeregt. 

Eigentlich wäre längst Reizunterflutung das Gebot der Stunde. Sie würde uns gut tun und ebenso dem Klima. Aber so lange der DAX klettern muss, solange Gewinnmaximierung unsere Maxime ist, so lange muss die Geschwindigkeit des Hamsterrads erhöht werden und mit ihr die Geschwindigkeit unseres Lebens. Und so lange wir die Auswirkungen mit Tabletten erträglich halten, so lange werden wir der Reizüberflutung standhalten. Schnitt!

Ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, eine Vollgaskollision, eine hoffnungslose Diagnose und das Rad steht still. Mit einem mal. Scheiße gelaufen. "Wenn ich es nur gewusst hätte?!" Die Anzeichen waren da, aber keine Zeit. Dabei immer Fitness-Studio und immer Turbowellness, sogar sündhaft teuer. War es das wert? Und heute sind wieder Temperaturen über 35° angesagt. Kaum auszuhalten. Aber wir alle waren dabei, das nicht zu verhindern. Ja, wenn die Welt sich plötzlich langsamer dreht, könnten Einsichten kommen, die eigentlich viel früher notwendig gewesen wären. Also wäre es uns grundsätzlich gegeben, diese Einsichten zuzulassen. Für uns und für unseren Planeten. Reizunterflutung! Einfach mal risikofrei ausprobieren!

 

Bär, Wolf, Mensch

Welches Tier ist am gefährlichsten

Die Bibel ist voll von Geschichten über Hirten und Schafe, aber Hirten sind selten geworden. Elektrische Zäune übernahmen den Job. Und nach einer Phase, in der wir alles, was uns nicht in den Kram passte weg schossen, wurden Gesetze zum Schutz von Bär und Wolf erlassen. Und nun ist man verwundert, dass die Gesetze wirkten, dass Meister Petz und Isegrim sich wieder vermehrten. Während wir uns vehement für den Schutz des bengalischen Tigers einsetzen und die vom Tiger getöteten Bengalen als leider unvermeidbar betrachten, will man des Tigers Aussterben verhindern, genügt hierzulande schon ein gerissenes Schaf, um den Abschuss ganzer Wolfsrudel zu fordern.

Man muss das Thema mal aus dem Blickwinkel des Wolfs betrachten. Der sieht, dass die Jäger den Rehen Futter im Wald anbieten und schließt daraus, dass eingezäunte Schafe das entsprechende Angebot für ihn sind. Da weder Hirte, noch Hirtenhund da sind, kann er auch berechtigt davon ausgehen, dass der Tisch, sprich, die Weide für ihn gedeckt wurde. Wie reagieren wir, wenn wir auf einen herrlich duftenden und völlig unbewachten Grill mit ordentlich Kohldampf treffen? Ähnlich sehen das wohl auch Kormoran und Fischotter, wenn sie sich über einen Fischweiher her machen. Auch der Biber ist uns nicht willkommen, wenn er unsere Nutzwälder unter Wasser setzt. Obwohl der unsere gesamten Hochwasserpläne hinfällig machen könnte.

Dürfen also Wildtiere nur dann am Leben bleiben, wenn sie in unsere Kulturlandschaften passen? Ja, das würde uns so passen. Wir schrauben sowieso schon unverantwortlich viel am gesamten Ökosystem herum. Was würden wohl die Tiere fordern, wenn sie um das Ausmaß unserer Schädlichkeit wüssten? Wir blasen nach wie vor wie die Verrückten CO2 in die Atmosphäre und heizen damit das Klima an. Wir vergiften die Flüsse, Seen und Meere. Wir holen aus Profitgier das Letzte aus der Erde heraus. Man kann das drehen und wenden wie man will, letztlich können die Tiere nur unseren Abschuss fordern, sonst überleben sie nicht. Unser Glück ist nur, dass wir ihnen technisch überlegen sind. Aber vielleicht führt genau das zu unserem Untergang. Denn wir sind intelligent genug, die Erde für uns unbewohnbar zu machen, aber zu dumm, es zu verhindern.

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