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Nachruf auf 2025
Liebe Leserin, lieber Leser!
Der Abreißkalender ist auf ein einziges Blatt abgemagert, das Jahr 2025 geht unweigerlich zu ende. Wir brauchen es nicht zu Grabe tragen, es verzieht sich von selbst.
Zwar wird es wieder zu Tode geböllert, aber das ist der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Den Böllergegnern und den Böllerfreunden. Erstere fürchten um ihre Zamperl und doch werden die Hundsviecher gefühlt immer mehr und als erklärter Hundenichtliebhaber würde ich manchmal gerne hoffen, die Befürchtungen der Böllergegner würden wahr. Aber auch dieses Silvester wird wieder mit großem Krach in das Neue Jahr münden und so wird es auch 2026 sein und 2027.
Im Dezember gibt es leider die meisten hungernden Menschen, sie flehen uns aus großen Kinderaugen aus den Zeitungen an. Das ist nun wieder vorbei. Gott sei Dank sind alle satt geworden.
Saulus - Sondervermögen
2025 bekamen wir einen neuen Kanzler, der sich vom Paulus zum Saulus gewandelt hat. Der Vorgängerregierung gebot er mit maximal erhobenem Zeigefinder Haushaltsdisziplin. Ließ viele sinnvolle Maßnahmen mit der Veto gegen die Umschichtung der 60 Corona-Milliarden platzen und als er noch nicht mal Kanzler war, gönnte er sich neue Kredite von einer halben Billion. Pardon, ein Sondervermögen natürlich, das hört sich doch gleich besser an. Aber beides müssen die nächsten Generationen zahlen.
Verbrenneraus
Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind und es soll bitteschön knattern. Jahrelang ruhten sich die deutschen Autobauer auf ihrem Lorbeer aus. Die PS-Zahlen stiegen und stiegen, auch die Zulassungszahlen. Das Zweitauto als Statussymbol. Gut, dass darf dann auch mal ein Chinese sein, oder ein Japaner. Die haben sich aber längst auf Elektroantrieb fixiert, was die deutschen Automobilisten achselzuckend zur Kenntnis nahmen. Dabei hätten sie mit ein bisschen Nachdenken feststellen können, dass Elektroautos nur 1/4 Energie zum Fahren brauchen. Ergo sich das Elektroauto durchsetzen wird. Warum also weiter CO2 in die Luft blasen? Dessen Reduktion wiederum den nachfolgenden Generationen enorme Anstrengungen kosten wird. Als wäre der Atommüll nicht schon schlimm genug. Den will keiner haben, selbst die nicht, die immer noch nach Atomkraft schreien.
Hilfe, die Boomer kommen!
Eigentlich kann man bei der Geburt eines Menschen schon in etwa berechnen, wann er in Rente geht. Aber offensichtlich vergaß man das. Nun kommen die Babyboomer in Rente und der Staat steht hilflos da. Jetzt ist es aber so, dass Politiker in Legislaturperioden denken und da konnte man das Problem getrost lange beiseite legen und tat das auch. Damit ist jetzt Schluss und man weiß nicht ein und aus. Ein neues Sondervermögen, das dann wieder die künftigen Generationen bezahlen müssen, ist nicht die Lösung. Renten runter, geht bei niedrigen Renten nicht, die reichen Rentner würden das auch nur mit massivem Protest und Abwahl quittieren. Was der AfD voll in die Karten spielen würde. Immerhin muss man feststellen, dass die Schuldigen ziemlich massiv aus der Boomer-Generation kommen. Dass die junge Generation die Zeche nicht komplett zahlen will, ist sehr verständlich. Denn auch dass sie so dezimiert ist, haben die Boomer mit ihrer Zeugungsverweigerung oder besser -verhinderung verschuldet. Damit bekommt der Begriff Erbsünde eine neue Bedeutung, denn jegliche Art von unnatürlicher Verhütung ist Sünde. Die Boomer aber, dürfen dem Geld natürlich hinterher weinen, das sie in die Rentenkasse zur zweckfremden Verwendung eingezahlt haben, sie haben ja selbst als Politiker mit beiden Händen in die Schatulle gegriffen.
Päpste
2025 war das Jahr der zwei Päpste. Franziskus starb am Ostermontag im Alter von 88 Jahren. Am 8. Mai wurde Robert Francis Prevost zum neuen Papst gewählt, er gab sich den Namen Leo XIV. Nach Benedikt dem Ahnungslosen, und Franziskus dem Zauderer steht nun ein Amerikaner der katholischen Kirche vor. Aktuell noch Leo der Sprachlose. Freilich ist der Jubel um einen Papst immer dann am größten, wenn er gewählt wird und wenn er stirbt. Die Zeit dazwischen interessieren sich die meisten Menschen, selbst die Katholiken, wenig für den Papst, was auch an der Gestrigkeit der Kirche liegt. Was hat sie den Menschen zu sagen? Wie sieht die Lehre der Kirche aus und wie die Wirklichkeit? Die schleppende Aufarbeitung der Missbrauchsfälle geht vielen Katholiken gewaltig gegen den Strich. Und die Kirche flüchtet sich in die Vergangenheit, dass das eben damals so war. Aber darf man wegen der erzieherischen Prügelorgien, die sexuellen Übergriffe bagatellisieren? Nein, natürlich nicht. Das waren und sind unverzeihliche Verbrechen. Da reicht bischöfliches Weinen nicht.
Weihnachten
Das Weihnachtsfest ist vorüber. Das Fest, an dem wir an die Geburt Jesus vor 2025 Jahren im Stall zu Bethlehem erinnern, umschnaubt von Ochs und Esel und bestaunt von ehrfürchtigen Hirten. Ach wie süß. Aber es stimmt halt nicht. Jesus wurde vier bis sieben Jahre früher geboren und natürlich in Nazareth. Wer würde schon mit einer hochschwangeren Frau die etwa 100 Kilometer von Nazareth nach Bethlehem wandern? Und warum? Wegen der Volkszählung, die Kaiser Augustus befohlen hat, sicher nicht, denn die gab es nicht. Josef war auch nicht aus dem Geschlecht Davids und Bethlehem ein unbedeutendes Nest. Der 24. Dezember war es schon gar nicht, höchstens mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/365. Lügt also die Kirche, wenn sie die Weihnachtsbotschaft verkündet? Ja und nein. Ja im Bezug auf Fakten, nein im Bezug auf Tradition. Und Weihnachten ist einfach zu schön, um daran zu rütteln. Außerdem: Was würde der Einzelhandel dazu sagen ...
Ukraine
Seit drei Jahren und zehn Monaten tobt ein Krieg in der Ukraine. Russland griff das Land am 24. Februar 2022 an, um es zu erobern und hat sich gewaltig verkalkuliert. Das "unbesiegbare" russische Heer hat sich als besiegbar erwiesen und nur einen kleinen Teil der Ukraine unter seine Gewalt bringen können, dafür einen hohen Blutzoll gezahlt. Die Welt wartet darauf, dass den Russen endlich die Puste ausgeht. Zwar haben die Russen in Afghanistan 10 Jahre ausgeharrt, bis sie mit eingezogenem Schwanz abziehen mussten und über 100.000 Soldaten ihr Leben verloren hatten. Im Ukrainekrieg sind es ca. 300.000 Tote auf russischer Seite. Hinzu kommen viele junge Männer, die das Land verlassen haben. Sollte der Krieg 2026 enden, dann wird die Ukraine viel Hilfe erfahren. Russland eher nicht. Also gehen die Russen harten Zeiten entgegen. Dass der Westen nach dem Krieg wieder auf russische Energie zurückgreift ist eher unwahrscheinlich. Und ein Frieden, den die Ukraine unzufrieden zurücklässt, wird nicht dauerhaft halten. Dieser Krieg hat Kriegsführung massiv verändert. Aber Kriege leider nicht dauerhaft unmöglich gemacht.
Energie
Wir sind die schlimmsten Raubtiere auf Erden, denn wir rauben, was über Jahrmillionen entstanden ist: Fossile Energie in Form von Öl, Gas und Kohle. Seit Ende des 18. Jahrhunderts schürfen wir nach Energie, also zweieinhalb Jahrhunderte und wir haben es in dieser erdgeschichtlich kurzen Zeit sogar geschafft, das Klima zu verändern. Mag sein, dass es in Europa nicht ganz so heiß wird, sollte der Golfstrom als Wärmepumpe erlahmen. Aber für den kleinen Rest des Planeten zeichnet sich eine immer größere Katastrophe ab. Wir müssen weg von fossiler Energie, das ist Fakt. Aber wenn irgendwo ein Windrad errichtet werden soll, dann erwacht entrüsteter Protest. Das kann man als engstirnig bezeichnen, wenn es nicht ausreichend Alternativen gäbe und die gibt es laut Aussage der Antiwindkraftbewegung. Man müsste ja Windräder nur Woanders bauen und wenn sich auch dort Widerstand regt eben in Ganzwoanders. Ganzwoanders ist auch der ideale Standort für ein Endlager. Aber bei Windrädern in Ganzwoanders braucht von lange und teure Stromtrassen. Auch gegen die wird man empört demonstrieren. Eventuell sogar mit dem Verbrennerauto.
Losing Earth
Vor dreißig Jahren startete eine internationale Zusammenarbeit, um die abzeichnende Klimaerwärmung aufzuhalten. Damals trafen sich Wissenschaftler und Politiker zu vielen Gesprächen, um die Welt zu retten. Der Schriftstellern Nathaniel Rich hat diesen Prozess in einem Buch mit dem Titel "Losing Earth" nachgezeichnet. Es wurde 2019 veröffentlicht. Bewirkt hat es leider wenig. Man kann nur hoffen, dass es noch nicht zu spät ist. Sollte es gelingen, wird es extrem aufwendig werden. Aber dafür sind die nächsten Generationen zuständig, wie für so vieles. Egal ob Landwirtschaft, Flugverkehr, Heizen oder Industrie. Vermutlich wird man später sagen, dass Vermeidung von Treibhausgasen einen Bruchteil gekostet hätte. Aber das sagen dann die folgenden Generationen. Aktuell akzeptieren wir keine Einschränkungen. Kein Tempolimit, keine E-Autos, keine Windräder, keine Kerosinsteuer. Wir wollen billig und überall hin reisen und nach Lust und Laune rasen. Wir pisteln in höhergelegenen Skigebieten, noch ist Luft nach oben. Warum sie nicht verbrauchen?
KI
Im nächsten Jahr wird die KI weiter wachsen. Viele haben Angst, denn die KI könnte eines Tages dem Weiterso einen Riegel vorschieben. Die KI liefert detailliertere Zustandsberichte. Sie hilft bei der Wettervorhersage, eigentlich wird sie in alle Bereiche vordringen, wo Denken und Analysieren gefragt ist. Und auch im produzierenden Bereich nimmt die KI eine immer größere Schlüsselrolle ein. Ob dadurch das Zeitalter der Maschinen kommt? Wer weiß. Wird uns die KI einmal als unentbehrlich ansehen, wie das in dystopischen Romanen oft beschrieben wird? Aber auf die Idee kann die KI nur kommen, wenn wir uns weiterhin als Raubtier gebärden. Das würde bedeuten, dass wir nicht lernfähig und nicht verbesserungsfähig sind und dass wir die Zeichen der Zeit weiterhin ignorieren. Was einer Neuauflage des "Tanz auf dem Vulkan" gleichkäme. Machen wir uns also lieber nützlich und unentbehrlich.
Vorsätze
Nichts hat eine kürzere Haltbarkeit als Neujahrsvorsätze. Aber ist das Gesetz? Können wir nicht endlich damit anfangen, nachhaltig zu sein? Dass wir mit dem Raubbau aufhören und für eine bessere Zukunft Maß halten. Dass wir die Erde als Geschenk sehen, das es zu bewahren gilt. Dass wir nicht nur einen Generationenvertrag für die Rente haben, sondern auch einen, unser aller Erbe zu bewahren. Wir können das schaffen. Aber wollen wir?
Der Christ ist von Geburt an schlecht
Das muss man jetzt aber nicht auf sich selbst beziehen, außer man will. Aber die Schlechtigkeit ist für die christlichen Kirchen essentiell. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es so eindrucksvolle Bauwerke, wie den Petersdom zu Rom ohne die religiös verordnete Schlechtigkeit nicht gäbe, zumindest nicht in dieser Größe. Denn zu dessen Finanzierung hat die katholische Kirche den Ablasshandel eingeführt. Der Ablasshandel war eine Monetarisierung von Schuld und Sünde. Alles hatte seinen Preis und zahlte man ihn, war man die Schulden los.
Dass das funktioniert hat, ist nur durch die Machtstellung der katholischen Kirche erklärbar. Was zu glauben war, schrieb die Kirche vor und zwar ohne den geringsten Interpretationsspielraum. Und wer das nicht akzeptierte, bekam es mit der Inquisition zu tun. Wenn die dann in einer "peinlichen Befragung" endete, war man im günstigsten Fall schnell tot, im ungünstigsten Fall wanderte Mann oder Frau auf den Scheiterhaufen, leider noch nicht tot. Insofern ist es schon interessant, dass sich heute so viele nach ihrem Ableben verbrennen lassen.
Erst ein Martin Luther prangerte dieses Gebaren an und nagelte seine Thesen am 31. Oktober 1517 in Wittenberg an die Schlosskirche. Was letzten Endes mangels Einsehens der katholischen Kirche zur Abspaltung der protestantischen Kirche führte. Das Luther ebenso wenig wollte, wie Jesus aus Nazareth. Beide wollten Reformen der eigenen Religion, beide scheiterten und sorgten für eine Spaltung. Während die Entwicklung des Christentums mit dem Tod Jesu zunächst mal ad acta gelegt wurde und erst ein Saulus/Paulus die Ideen Jesu aufgriff und nach seinem Gutdünken uminterpretierte und es letztendlich wer weiß wie vieler Tote bedurfte, war es bei Luther wohl auch ein vielfacher Tod, der vor allem im dreißigjährigen Krieg fleißig Ernte hielt. Und alles immer im Namen Gottes, des immer selben Gottes.
Aber was hat das nun mit der Schuld zu tun? Schuld ist nach wie vor ein essentielles Bedürfnis der Religionen, sei es katholisch oder evangelisch. Denn ohne Schuld keine Entschuldigung und die spendet die Kirche. Man kann sich freikaufen durch Beichte. Man beichtet seine Verfehlungen und wird sogar noch vor abgelegter Buße entschuldigt. Das müssten sich die Büßenden mal vor Augen führen. Denn für die Vergebung der Sünden ist die Buße gar nicht erforderlich. Sie ist nur eine Auflage.
Und man bekommt die Absolution schon länger kostenlos, das ist zwar absolut richtig, aber es spült kein Geld in die Kassen. Gleichzeitig gebärden sich die Kirchenherren nach wie vor absolutistisch, was bei tieferem Nachdenken nicht gut gehen kann, aber das müssen die Protagonisten erst schmerzhaft lernen. Ein guter Ansatz wäre mal, das "schlechte Gewissen einreden" zu unterlassen. "Ich bekenne" muss ersatzlos gestrichen werden. Der Mensch ist nicht von grundauf schlecht, wie könnte er das als Ebenbild Gottes auch sein. Das muss die Kirche akzeptieren und sich um ein neues und zukunftstaugliches Menschenbild Gedanken machen, sonst wird man sie nicht mehr brauchen.
Fliegen zur Weltklimakonferenz
Die deutsche Delegation reiste zur Weltklimakonferenz mit 120 Teilnehmern per Flugzeug in Brasilien an, natürlich. Wie sollte es auch sonst gehen. Der Kanzler gar nur für einen Tag. Der Rest wird wohl bleiben und sich absichtslos zu Erklärungen nötigen lassen, die vermutlich das Papier nicht wert sind, auf dem sie verfasst werden, denn Papier ist geduldig.
Noch merkt man es halt in erträglicher Weise, dass es wärmer wird. Schneearme oder schneelose Winter (dann halt Schneekanonen), heiße Sommer (wie schön), Starkregenfälle (muss man baulich vorsorgen), in steigender Häufigkeit (zugegeben). Soll ich deshalb vielleicht nicht nach Malle fliegen? Bringt es was, wenn mein Platz leer bleibt? (natürlich, denn dann wird mehr Fracht befördert). Und wenn du 100 Gleichgesinnte findest, bleibt ein Flieger am Boden. Ja, da wird man schnell zum Spaßverderber, wenn man auf die Folgen hinweist, denn alles halt Folgen, mal mehr, mal weniger.
Es wäre so einfach
Dabei wäre es so einfach: Die Auswirkungen müssten allesamt ausgeglichen werden und diese Kompensation in alles eingepreist. In die Flugtickets, in das Kerosin, in das Benzin, in den Skipass, in den Strom, in die Produktion aller Dinge, ohne die wir nicht auskommen wollen. Und die Beseitigung der Auswirkungen müsste konsequent umgesetzt werden. Das Fatale dabei: das ginge alles schon, man könnte es machen, aber um der Wirtschaft wegen und den Erhalt des Wohlstands, tut man es nicht, später vielleicht, wenn es leistbar ist. Insofern sollte eigentlich Hoffnungslosigkeit aufkommen, denn bestehende Pfründe werden von allen und jedem eisern verteidigt. Selbst bei einem Milchpreis von 60 Cent pro Liter pocht der Landwirtschaftsminister auf günstigen Agrardiesel.
Kaum anzunehmen, dass sich da freiwillig etwas ändern wird. Der Tanz auf dem Vulkan geht weiter und zwar solange, bis es zu heiß wird. Bis sich mehrheitlich die Meinung durchsetzt, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Vermutlich gepaart mit dem Vorwurf, dass man schon längst etwas hätte tun sollen. Aber aktuell haben die Forderer keine Zeit, weil sie erneut Malle gebucht haben. Man könnte glauben, die haben alle einen Ballermann im Kopf.
Gegen Veränderung
Wir sind gegen Windräder (Verschandelung der Landschaft) aber wir sind für breite Straßen. Wir sind gegen Batteriespeicher (hässlich) aber wir sind für Pumpspeicher, obwohl deren Bau unendlich viele Ressourcen verschlingt. Aber freilich: die örtliche Bauwirtschaft! Auch bei den Straßen! Das sind Arbeitsplätze und es ist Einkommen und damit kommt man nach Malle.
Ver-Malle-deit noch mal, haben wir wirklich so wenig Hirn bekommen, dass wir eins und eins nicht zusammenzählen können? Scheint so. Oder ist es der pure Egoismus, der uns immer wieder in den Flieger steigen lässt. Im Garten ein Pool, in der Garage ein Bolide. Wenn schon Radeln, dann in Marokko, Langlaufen in Finnland, Fischen in der Nordsee, Whale Watching im Atlantik, Echsen auf Galapagos, Komodowarane auf den Sunda-Inseln, zum Everest Basecamp, Elefanten in Namibia, einmal Machu Picchu sehen, die Pyramiden, Kreuzfahrt in der Südsee. Bei all diesen Punkten fällt auf, dass sie mit Kommerz einher gehen. Der Egoismus muss Geld in die Kassen spülen. Der Rubel muss rollen. Und Kompensation? Fehlanzeige.
Selbst der E-Auto-Fahrer verkauft sein Klimazertifikat, damit ein anderer Umweltsünden produzieren kann, welch verrückte Welt. "Wann wird man je verstehn, wann wird man je verstehn?" Oh, ich glaube nicht, dass man nicht versteht, aber man sieht sich als zu kleinen Verursacher, als das man durch sein eigenes Verhalten etwas verändern könnte. Aber es ist irgendwie wie mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings in Afrika, der letztlich El-Nino auslöst.
Absichtslosigkeit
Und jetzt ist wieder Weltklimakonferenz und noch nie hatte man eine so klare und dramatische Datenlage. Man weiß ziemlich genau, wie es kommt, wenn es so weiter geht. Freilich weiß man nicht genau, wie weit die norddeutschen Küsten absinken, wenn das Polareis schmilzt, denn nicht nur der Meeresspiegel steigt, auch das Landniveau sinkt durch den Wippen-Effekt. Berlin an der Küste, nicht ausgeschlossen. In Bremen und Hamburg ist dann halt landunter.
Aktuell steigt der Meeresspiegel um 3,9 mm pro Jahr, Tendenz zunehmend. Hinterfotzing ist also nicht betroffen, höchstens von Klimamigranten. Also jener Spezies, die Kanzler Merz als Stadtproblem ausgemacht hat. Ein Problem an den Migranten festzumachen und nicht an deren Ursache, das ist schon sehr kurz gedacht aber natürlich bequem. Wir müssen also etwas gegen die Migranten unternehmen und nicht gegen die Ursachen der Migration. Vielleicht sollten wir mal darüber nachdenken, eventuell auf Malle. Derweil wird in Brasilien darüber nachgedacht, wie man eine Abschlusserklärung verfassen kann, die sehr erfolgversprechend klingt, ohne dass man am Status Quo etwas ändern muss. Es braucht eine absichtslose Absichtserklärung. Einen wortreichen Fetzen Papier für die Ablage.
Schnell bergab! Das ist doch auch beim Skifahren prima.
Und sie bewegt sich doch
Halt rückwärts
Wer ernsthaft daran zweifelt, dass die katholische Kirche (KK) höchst reformbedürftig ist, der muss schon mit gewaltigen Scheuklappen durch's Leben gehen. Immer noch werden in den Priesterseminaren kleine Heilige erzeugt, die dann mit gnadenloser Selbstüberhöhung auf die Pfarreien losgelassen werden. Aber immer noch gibt es eine recht kleine zwar, aber umso reaktionärere Schar an Erzkonservativen, die der Euchariestie nur knieend entgegenlechzen. Den Reformdurstigen wird nahezu nichts geboten. Oh, sie dürfen sich in den kirchlichen Räten einbringen und mit Pfarrfesten Geld in die Schatulle scheffeln. Mit ihrer Kritik sollen sie sich aber bitte zurückhalten. Wen verwundert's, dass in den Kirchen nur mehr alte und einfältige Menschen anzutreffen sind.
Wenn du auf kritische Anmerkungen kindisches "jetzt erst recht" erntest, dann verzichtest du gern auf deinen Ernteanteil. Geflissentlich wird über neuere theologische Forschungen hinweggesehen. Das Grabtuch von Turin ist selbstverständlich als authentisch anzubeten, obwohl es mit der Radio-Karbon-Methode auf 1260 - 1390 n. Chr. datiert wurde. Die Transsubstantiation wurde im Jahr 1215 zum Dogma erklärt. Wer will, soll daran glauben dürfen aber nicht müssen. Aus dem Mittelalter stammt die Einstellung, dass der Mensch von Haus aus schlecht ist. Ganz schön dreist, bedenkt man, dass wir gleichzeitig als Schöpfung Gottes betrachtet werden.
Und wenn man Pech hat, wird man zu Beginn eines Gottesdienstes mit dem großen Schuldbekenntnis tüchtig in die sündhaftigsten Abgründe verbannt, aus denen man nur auf Fürsprache des Pseudoheiligen am Altar empor geholt werden kann. Da schadet es nicht mal, wenn Kleinheiliger sich an den Ministranten versündigt. Kann denn Priesterliebe Sünde sein? Oh ja, das kann sie und die Praxis wurde bis heute nicht aufgegeben. Passiert ja nix, also dem Priester, wenn er es nicht zu bunt treibt. Noch vor zwei Generationen traute sich kaum ein Betroffener, Priester der Sodomie zu bezichtigen.
Wie es scheint, ist vom Leisetreter Leo auch nicht sehr viel an Reformen zu erwarten. Frauenordination kategorisch nein. Das ist schon eine sehr fragwürdige Diskussionsbasis. Aber egal. Der Hype um den Papst hat recht wenig mit dem Glauben zu tun. Wie auch die Gottesdienste generell ziemlich wenig mit Glauben zu tun haben. Die Aussicht auf Besserung weicht immer mehr, der Aussicht auf den Untergang der KK, zumindest in wohlhabenden Regionen. Dass sich die KK aus purer Verstocktheit selber von den Goldtöpfen zurückzieht und das mit Prinzipien aus dem tiefsten Mittelalter begründet, ist schon sehr verwunderlich. Immerhin liebt Rom seine Prunksucht. Die werden wohl die Neuzugänge aus den armen Teilen der Welt nicht stark unterstützen können.
Aber die KK denkt in Zeitaltern und ist sich gewiss, dass auch in Europa ihre Zeit wieder kommt. Wenn das mal nicht schief geht. Wer weiß, vielleicht besinnt sich Europa eines Tages darauf, dass es die KK war, die eine funktionierende Götterschar exekutiert hat und das Volk mit dem Schwert gewaltmissionierte. Oder Jesus kehrt zurück und protestiert auf's Schärfste, dass er so eine Kirche sicher nicht gewollt hat und er überdies nicht für unsere Sünden starb, sondern wegen seiner Überzeugung.
Eins ist abzusehen. Wenn die KK sich nicht gewaltig reformiert und zwar von Grund auf, dann wird sie den Gürtel ziemlich eng schnallen müssen und gewiss kein Geld mehr für rote Schuhe haben. Ihr Einfluss ist schon ziemlich geschrumpft und er schrumpft weiter. Wer schert sich um die Sexualmoral der KK? Wer um die Unauflöslichkeit der Ehe? Wer um das Verbot von Abtreibungen? Wer um Abstinenzgebote? Wer um das Sonntagsgebot? Wer überhaupt um die Gebote der KK? Wen interessiert eine Enzyklika?
Selbst das Versprechen auf ein Leben nach dem Tod halten die meisten Menschen höchstens für eine nette Vorstellung. Wir werden sehen, oder auch nicht, was nach dem Tod kommt und was nicht. Ob Gott wirklich ein Auffanglager für Umweltzerstörer bereit hält oder ob er sich für die Erde nur für den Bruchteil eines Wimpernschlags interessierte und mittlerweile vielleicht gar nicht mehr. Freilich ist das schade denn den gesicherten Einzug ins Paradies hat die KK über Jahrhunderte, praktisch als Seelenverkäufer, sehr gewinnbringend vermarktet. Denn jeder hatte Gutes unterlassen und Böses getan und war von Geburt an der Verdammnis preisgegeben. Und noch immer werden manche der schlimmsten Finger dieser Menschheitsbetrüger als Heilige verehrt, denn auch Heiligkeit war käuflich.
Nägel mit Köpfen
Wer Hoffnungen in das Treffen Trump : Putin gesetzt hat, muss ziemlich naiv sein. Mag sein, dass Trump den Friedensnobelpreis will. Sollte er ihn jemals bekommen, darf man berechtigte Zweifel an diesem Preis haben. Was wollen wir eigentlich? Wollen wir einen gerechten Frieden für die Ukraine? Wie weit sind wir dann zu gehen bereit? Hat die EU nicht deutlich mehr Einwohner und Wirtschaftsmacht, als die USA. Und ist Russland nicht geradezu ein wirtschaftlicher Winzling? Wie viel ist uns ein gerechter Frieden in der Ukraine wert? Und wieviel ein Exempel, das wir so etwas wie diesen gestrige Imperialismus nicht mehr zulassen? Wären wir bereit, auf einen Urlaub zu verzichten? Wirklich?
Wenn wir doch schon jammern, dass die ukrainischen Flüchtlinge Bürgergeld bekommen. Sollten wir wehrfähige Ukraine heim schicken? Immerhin werden sie dort dringend gebraucht? Was blüht den Fahnenflüchtigen nach Ende des Krieges? Werden sie der kriegsrechtlichen Folgen wegen dauerhaft in Deutschland bleiben? Kann dann die Ukraine überhaupt in die EU aufgenommen werden? Wir müssen uns irgendwann zu einer eindeutigen Position durchringen.
Wenn ich höre, dass ein neues Sanktionspaket geschnürt wird, dann frage ich mich, warum man bisher noch nicht alles nur Mögliche sanktioniert hat. Wenn es in Moskau weiterhin europäische Luxus-Neuwägen zu kaufen gibt, wie kann das sein? Wenn der Taurus Marschflugkörper Russland kräftig zusetzen könnte, warum liefern wir ihn nicht? War es nicht Merz, der genau das als Oppositioneller vehement gefordert hat? Warum kaufen wir den Amerikanern ein adäquates Produkt ab und belohnen ihre Unberechenbarkeit und Unzuverlässigkeit mit daraus resultierenden satten Gewinnen? Und wenn das schon sein muss: Warum verwenden wir dazu nicht das Geld der russischen Oligarchen?
Aber da wir nach Brüssel seit Jahren die zweite und dritte Politikergarnitur entsenden, die sich dann von Herrn Trump maximal über den Tisch ziehen lässt und die auch nicht in der Lage ist, gesamteuropäisch ein Machtwort zu sprechen und nicht mal einen Mikrodiktator Orban in die Schranken weisen kann, wie soll so ein Milchmädchen die Vereinigten Staaten von Europa formen oder gar leiten können?
Da braucht es schon einen anderen Politikerschlag. Aber genau das muss das Ziel sein. Wenn wir eine gemeinsame Sicherheitspolitik haben wollen, und die brauchen wir, um künftigen Despoten eines Schlages Putin entgegentreten zu können, dann müssen dazu die Weichen gestellt werden. Weichen kann man nicht ein bisschen stellen, soll der Zug nicht entgleisen. Und wenn ein Orban sich querstellt, dann fliegt er halt raus. Oder noch besser, wird er von seinem Volk rausgeschmissen. Es muss endlich Schluss sein mit dem Geeiere. Es braucht Nägel mit Köpfen.
Teure Verantwortungslosigkeit
Wir brauchen den gesunde Menschenverstand
Hauptsache Vollkasko
Nein, man kann sich nicht gegen alles und jedes versichern, das könnte man sich einerseits gar nicht leisten, andererseits geht es gar nicht. Oder ist schon mal jemand mit einer Lebensversicherung nach dem Versicherungsfall zurückgekommen? Aber gut, das weiß man, dass es dabei nur um die Angehörigen geht und nicht um den Protagonisten, der ist dann einfach weg vom Fenster. Aber eine Reiserücktrittsversicherung wollen wir schon, obwohl wir nicht hoffen, dass wir sie brauchen und für die Reise in die Ewigkeit gibt es sie eh nicht, denn die muss man definitiv antreten. Früher oder später halt. Wir haben eine Elementarversicherung, eine Haftpflichtversicherung, eine Vollkaskoversicherung, damit wir im Falle eines Falles einen möglichen Schaden nicht selbst zu tragen haben.
Verantwortungslos
Nicht viel anders ist es in den Amtsstuben. Wer an der Donau von Obernzell nach Passau fährt, muss über weite Strecken Tempo 50 fahren. Warum? Weil ein Stein von der Donauleite fallen könnte. Und was tut man dagegen. Vorläufig scheinbar nichts. Damit aber im Falle eines fallenden Steins niemand zuständiges zur Verantwortung gezogen werden kann, hat man zusätzlich zum Warnschild die Geschwindigkeit gedrosselt. Die Sinnhaftigkeit erschließt sich vermutlich nur der zuständigen Behörde. Ist es denn ungefährlicher, sich länger als nötig in der Steinschlagzone aufzuhalten? Und wenn ein Stein auf der Fahrbahn liegt? Man muss ja innerhalb der überschaubaren Strecke anhalten können. Das ist bei den heutigen Scheinwerfern auch tagsüber verdammt weit. Aber durch die Tempobeschränkung entsteht Schaden. Der kann sich in Zeit bemessen, aber auch in Kilometern, wenn man sich entschließt, den Unsinn zu umfahren. Nicht zu vergessen die Kosten für die vielen Schilder. Aber das Straßenbauamt fühlt sich auf der sicheren Seite.
Der Leitplankenwahn
Dann wurden in den letzten Jahren Kilometer von Leitplanken gebaut, vor allem in Wäldern. Leitplanken kosten Geld, viel Geld. Aber sollte ein Auto im Wald landen, dann kann man sich darauf berufen, dass man mit den Leitplanken alles erdenklich Mögliche getan hat und man deshalb nicht vom Unfallfahrer belangt werden kann. Wäre ja kein Problem, wenn Geld in ausreichendem Maße vorhanden wäre, aber der Staat ist pleite und nimmt beachtliche Schulden auf, um marode Gleise, Straßen und Brücken, Schwimmbäder und Turnhallen und weiß Gott was alles wieder in Schuss zu bringen. Wäre es da nicht viel sinnvoller, an anderer Stelle mehr Vernunft walten zu lassen. Oder sehen wir uns mal den Wahnsinn an Kreisverkehren an. Da steht an jeder Einfahrt ein Schild Kreisverkehr, dann Vorfahrt achten, vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts und im Kreisverkehr an jeder Einmündung Vorfahrt an der nächsten Einmündung. Bei einem Kreisverkehr mit vier Einmündungen haben wir also 16 Schilder, wo eigentlich 4 reichen würden. Jeder Autofahrer weiß, was ein Kreisverkehr ist und wie er funktioniert.
Der gesunde Menschenverstand
Wie wäre es, wenn man bei Allem den gesunden Menschenverstand voraussetzen würde? Vorher muss man aber die Verantwortungsphobie ablegen, denn die ist für den überbordenden Wahnsinn verantwortlich. Wenn ein Warnschild für Steinschlag aufgestellt ist, dann hat man mit Steinschlag zu rechnen und der gesunde Menschenverstand greift ein. Er würde empfehlen, auf Hindernisse zu achten und die Geschwindigkeit anzupassen. Sehen wir uns die Situation auf den Autobahnen an, da haben wir faktisch keine Geschwindigkeitsbeschränkung, sondern stellte jede Menge Tempolimit-Schilder auf, anstatt endlich eine Höchstgeschwindigkeit per Gesetz zu verordnen.
Vernunft
Der Staat muss wieder Vernunft lernen, in seiner Regelwut und auch in seiner Ausgabenwut. Als man den dämonisierten "Heizungshammer" Habecks mit großem Kaliber zerschoss, da konnte man plötzlich alles. Ein neues (und notwendiges) Gebäudeenergiegesetz lässt seither auf sich warten. Es muss ja völlig anders werden, als Habecks Vorschlag. Da aber diese Vorschläge nicht so unvernünftig waren, wie man sie dargestellt hatte, wird es halt schwer. Oder soll die Ölheizung die Zukunft sein? Gesetze nur deshalb zu torpedieren, weil man einer Partei schaden will, das ist nicht der Wählerauftrag. Dass solche Aktionen der AfD Zulauf verschaffen, das sollten die Verantwortlichen langsam kapieren. Wir haben das Recht, von den Regierenden die besten Lösungen zu verlangen, mit Augenmaß, Weitblick und Vernunft. Mit gesundem Menschenverstand.
Digitalitätsverweigerung
Damit es wieder so wird, wie es nie war
Gestern war doch alles gut! Ehrlich? Und was ist mit den Fortschritten in der Medizin? Dem kaum mehr überbietbaren Komfort in unseren Wohnungen? Autos, die uns sogar schon das Einparken abnehmen? Und den Navigations-Apps? Aha! Also doch nicht alles gut, schon gar nicht besser. Freilich die Luft und das Klima, die waren tatsächlich besser, aber auch nicht immer, denkt man an die gelben Pisten auf dem Hochficht nach langer Schneepause und dank der hohen Schlote im Rheinland. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war?
Es ist eine Marotte des menschlichen Gedächtnisses, dass es die positiven Erinnerungen bevorzugt. Es lässt uns glauben, dass früher alles besser war. Und in der Tat war es auch so. Berge waren früher nicht so hoch, Wege kürzer, die Schuhbänder nicht so weit unten und das Kreuz tat nicht weh. Na und! Dafür hatte man früher keine Enkelkinder und heute mag man sich ein Leben ohne Enkelkinder gar nicht vorstellen. Früher war eben früher und man hatte einen anderen Blick auf's Leben und andere Ziele. Ist man in der Genussphase des Lebens angekommen, ändern sich Prämissen. Aber man meint halt, oder besser hätte es gerne, dass auch alles von früher noch da sein sollte. Also Enkelkinder schon, Rückenschmerzen nein.
Aber so läuft das nicht. Das Leben ist ständiges Erfahrungen sammeln und es braucht vermutlich viele gesammelte Erfahrungen, bis man das Lebensende akzeptiert. Ob man nun an ein Leben 2.0 glaubt, oder nicht. Und dann ist da auch noch ein gewisses Stehenbleiben, das man sich im Lebensprozess gönnt. Das begann mit dem Computer, den man nicht zu brauchen glaubte, dann kam das Internet, das Handy bis zum Smartphone. Die sogenannten sozialen Medien und es wird nicht aufhören. Ganz im Gegenteil, es wird immer schneller. Es gibt keine Entwicklungshandbremse, keinen Fortschrittsbremsschuh. Vielmehr geht es immer rasanter weiter. Aktuell ist es die KI, also die künstliche Intelligenz, vor der wir Angst haben. Also ich nicht, denn das ist schon erstaunlich, was so ein ChatGPT an Wissen bereit hält. Trotzdem ist "künstliche Intelligenz" ein gewagter begriff. Denn ChatGPT und Konsorten basieren allesamt auf Algorithmen, also auf Programmtechnik und da kommen sie nicht heraus. Sie können wohl viel mehr Wissen sammeln, als der Mensch das kann, aber sie können nicht intelligenter werden, als der Mensch. Das würde voraussetzen, dass sie das gesammelte Wissen weiterentwickeln. Also darüber hinaus denken könnten. Das mag irgendwann einmal kommen.
Als Bub wünschte ich mir ein Fernglas, dass mir die Namen der Berge anzeigt, auf die ich schaute. Das könnte es längst geben, aber da Ferngläser nicht mehr so in Mode sind, hat man eine App gemacht, die das kann. Peakfinder heißt sie und sie ist schon sehr praktisch. Früher waren Wanderkarten und Wegschilder für die Orientierung der Wanderer sehr wichtig. Heute verwendet man dazu eine Navi-App. Aber als kürzlich das neue Bayerwaldheft ins Haus flatterte, fand ich darin einen umfangreichen Artikel über die Wegbeschilderung und wie wichtig sie sei. Oh, ein historischer Artikel, dachte ich mir. Aber weit gefehlt. Als einer, der nicht mehr ganz jungen Wanderer, dessen Wege schon länger wurden, wundert mich das, denn die Wanderer, die noch Wegschilder brauchen, wandern nicht mehr, oder nicht mehr lange. Und sie haben alle ein Smartphone und können sogar damit umgehen. Aber vielleicht haben sie es nur dabei, um die Rettungsleitstelle anzurufen, wenn sie das Unvermeidbare unterwegs ereilt. Auch wenn ich mit dem Unvermeidbaren nicht unmittelbar rechne, habe ich die SOS EU ALP schon installiert. Hauptsächlich aber Topo-GPS zur Navigation. Die meisten verwenden Komoot. Da ich aber beim Wandern keine Heerscharen um mich haben will, gibt's Komoot bei mir nicht.
Braucht man diese Wegschilder tatsächlich noch? Oder dienen sie dazu, die App zu kontrollieren? Vielleicht braucht man sie aber auch nur, damit die Wegemarkierer der Rententristesse für ein paar Kilometer entkommen. Im Endeffekt helfen weder Wegschilder noch eine WanderApp dabei, den richtigen Weg zu finden und der ist nicht für alle Menschen der selbe. Der eine geht eher links, die andere bevorzugt den rechten Weg. Für die einen kann der Weg nicht kurz genug sein, für die Anderen ist der Weg das Ziel. Und für den Lebensweg gibt es keine Beschilderung, denn die Schilder müssten in der Zukunft aufgestellt werden. Selbst die vielen Sinnsprüche wurden sinnlos. So wie das Wissen der Alten durch die rasante Entwicklung immer weniger anwendbar wird. Den richtigen Weg in die Zukunft findet man nur durch Denken und Glück. Und man muss bereit sein umzukehren, wenn man sich verlaufen hat. Was Hänschen nicht lernt, muss Hans lernen, Lernen endet nimmermehr. Und das ist auch gut so.
Homo Nimmersatt
Leider ohne Schmetterling
Wer Kinder oder Enkelkinder hat, kennt sie, die kleine Raupe Nimmersatt, die sich durch alles frisst, auch durch das Buch. Sie frisst und frisst und frisst bis ... das halten wir noch offen. Der Mensch ist auch so eine Raupe nimmersatt. Er will immer mehr. Ein immer größeres Auto, ein immer größeres Haus, eine immer größere Reise. Eigentlich bei so ziemlich allem muss es beim nächsten Mal größer werden. Beim Bauch hätte er gerne eine Ausnahme, aber auch das gelingt meistens nicht.
Früher gab es gar keine Urlaubsreise, weil es keinen Urlaub gab. Gearbeitet wurde von Montag bis Samstag, dann fiel der Samstag weg. Manche möchten auch den Freitag als Arbeitstag streichen, aber es müsste halt bei vollem Lohnausgleich sein, denn das Leben ist teuer geworden. Natürlich, kostet ein größeres Auto mehr und auch das größere Haus, ebenso die größere Urlaubsreise. Das geht also nur bei vollem Lohnausgleich, vielleicht sogar etwas darüber. Immerhin möchte man auch das neue iPhone haben und muss damit ziemlich viele Scheine hinblättern. Freilich, nicht wirklich, denn das geht ja heute digital. Aber auch da ist nach dem Dispokredit Schluss und dann wird es peinlich.
Die Urlaubsreise ist schließlich auch schon gebucht und nach Madeira kommt eigentlich nur etwas in der Südsee in Frage oder vielleicht Südafrika, Australien wäre auch in Ordnung. Auch Neuseeland steht auf der Wunschliste. Immerhin hat Jeff Bezos seine Frau schon in den Weltraum fliegen lassen und vermutlich darf sie demnächst auf dem Mond Urlaub machen. Warum fällt mir da der Song "One-Way-Ticket to the Moon" ein? Klar beißt sich das ein bisschen mit den Leasingraten für den neuen E-Boliden, aber der musste schon wegen des Nachbars sein und schließlich sollen alle zur Kenntnis nehmen, dass man es geschafft hat. Freilich: Im Kopf sitzt immer noch der Prolet und jeder Inder würde sich beim maximal strapazierten Finanzstatus in den Ganges stürzen.
Über die neue Außenbeleuchtung beim Haus ließe sich streiten. Aber soll man wegen des Stroms und den paar Millionen Insekten, die sich am Licht massakrieren auf dieses schicke Accessoire verzichten? Immerhin sieht man das Haus jetzt bei Nacht von weitem herausstechen. Und du solltest die Blicke der nächtlichen Spaziergänger sehen. Nein, die Beleuchtung ist unverzichtbar, die Insekten sind es. Ungeziefer.
Und siehst du, der verstorbene Papst hat in seiner Enzyklika "Laudato si" an den Schutz der Schöpfung appelliert und flog ständig in der Welt herum, als würde sein Flieger kein CO2 in die Atmosphäre pusten. Immerhin hatte er seinen persönlichen Flieger, praktisch eine Papaforce One. Warum also nicht zum Vergnügen herumfliegen, so lange es noch geht? Warum die Skigebiete nicht bis zum Gipfel bauen, wenn man dadurch noch ein paar Jahre länger Skifahren kann. Und wenn durch die die Erwärmung der Meeresspiegel steigt, ist es doch sinnvoll, die von Überschwemmung bedrohten Regionen vorher noch zu bereisen. Singapur zum Beispiel. Freilich wird man dort später tolle Tauchtouren machen können. Vielleicht mir einem Tauchboot, das könnte hochinteressant sein.
Natürlich müssen wir uns zunächst um die vielen Flüchtlinge kümmer, also dass sie bitte nicht bei uns herum schmarotzen. Die passen nicht ins Bild. Das sind doch überwiegend Wilde. Allein schon die Hautfarbe passt nicht in unsere Wohnviertel. Ausgenommen, sie können gut Fußballspielen, da kann man auch über die Farbe hinweg sehen. Black is beautiful. Stimmt! Zumindest bei der Badeinrichtung. Nun gibt es endlich Toilettenpapier in Vanille. Einfach fantastisch!. Während der Südseereise kann man einen Sicherheitsdienst engagieren, damit das Haus vor unliebsamen Subjekten geschützt ist. Ist ja alles Gesindel, das zu uns herein will. Also Grenzen dicht! Aber bitte nur herein, denn hinaus wollen wir natürlich schon. Die Welt muss uns offen stehen, das haben wir uns verdient. Wofür zahlen wir denn Entwicklungshilfe? Damit kann man doch ordentliche Hotels erwarten und freundlichen Service.
Es geht zu weit, wenn das Zimmermädchen einen Schmollmund macht, weil ihr Bruder nach erfolgreicher und rechtlich zulässiger Zurückweisung im Mittelmeer ersoffen ist. Man muss sich schließlich an Gesetze halten, in diesem Fall an unsere. Soll sie sich doch an die Italiener wenden, die ihn ins überfüllte Boot mit Ziel Tripolis gesetzt haben. Das mag vielleicht ungesetzlich gewesen sein, aber nach deutschem Recht war die Zurückweisung rechtens. Bei Ibrahim ist die Sache eindeutig, der ist nun Altenpfleger und zahlt Steuern. Man muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass man im Alter von Ibrahims versorgt wird. Solange wir den uns zustehenden Wohlstand genießen können.
Aber wie das halt so ist: Als die Raupe Nimmersatt mit Fressen fertig war, wickelte sie sich in einen Kokon und wurde bald zum herrlichen Schmetterling. Ich fürchte fast, dass uns dass mach unserer Fressorgie nicht gelingen wird und unsere Enkel sich vielmehr die Haare raufen werden und sich fragen, wie wir das tun konnten.
Die Schuldenbeschleunigung
Wie viel stehlen wir den KIndern noch?
In der letzten Legislaturperiode haben Söder und Merz eisern auf die Einhaltung der Schuldenbremse gepocht. Als 60 Milliarden Euro umgeschichtet werden sollten, zerrten sie die Regierung sogar vor den Kadi und bekamen Recht. Die Folgen waren verheerend. Streichung von Subventionen, Verhinderung von Klimaschutz, als wäre der Ukrainekrieg nicht schon Belastung genug gewesen. Ging es der Union dabei um unser Land? Mit nichten, es ging einzig und allein um die Demontage der Regierung. Und noch im Wahlkampf war das Thema Schuldenbremse unverrückbar.
Ällerbätsch: reingefallen!
Die Union hat zugelegt und kann jetzt mit der SPD in einer Doppelkoalition regieren, wenn sie sich denn einigen können, denn jeder will auf seinen Positionen beharren. Jeder? Das darf man getrost bezweifeln, denn wo ist jetzt die Position der Schuldenbremse hin? Man spricht gar überhaupt nicht mehr davon, sondern hat einen riesigen neuen Schuldenberg beschlossen. Plötzlich ist von gewaltigen Defiziten die Rede. Von maroden Brücken, schlechten Straßen, fehlenden Schienen. Hallo? Seit wann weiß man das. Unter Merkel soll es angefangen haben. Aha, also unter Union mit SPD oder FDP. Manchmal versucht man ja den Eindruck zu erwecken, als wäre alles erst unter der Ampel so rasant den Bach runter gegangen. Und damit die Bürger auch ein wenig Wohltat bekommen, will man jetzt sogar Steuern senken. Steuergeschenke in Zeiten extremer Geldnot? Geht es denn nur noch um Brot und Spiele?
Der Enkel wird's schon richten
Als man in den 1950er Jahren mit Atomenergie angefangen hatte, war kein Plan für die Endlagerung da, daran hat sich nichts geändert. Dass Bayern sowieso nicht für ein Endlager in Frage kommt, ist eine Fundamentalposition der Kernkraft-Partei CSU. Ob es in diesem Jahrhundert mit einen Endlager überhaupt noch was wird, darf mit großer Sicherheit bezweifelt werden. Aber die vielen Zwischenlager bieten mit ebenso großer Sicherheit ziemlich wenig Sicherheit. Wie es schon in der Bibel heißt: "Wer von euch wird sich, wenn er einen Turm bauen will, nicht zuerst hinsetzen und die Kosten berechnen." Das wäre ein wichtiger erster Schritt für die Kernkraft gewesen, aber dann wäre es ja nichts geworden, mit der Kernkraft und das war für die Union keine Option, also verzichtete man lieber auf die finale Lagerlösung. Dass diese Endlagerung Unsummen verschlingen wird, muss jedem klar sein, der auch nur ein bisschen weiß, wie gefährlich das Zeug ist. Die Endlagerkosten brummen wir unseren Nachkommen auf. Rücklagen? I wo, kennt ja keiner konkrete Zahlen. Außerdem, wo sollte denn das Geld für Atomrücklagen herkommen, etwa auf den Stompreis aufrechnen. Kannst du vergessen, so viel kann man nicht aufrechnen. Deshalb brummt man es nonchalant den Nachkommen auf.
Die nächste Hypothek
Mit dem neuen Schuldenpaket haben wir die nächste Hypothek auf unsere Enkel ausgestellt. Bei öffentlichen Schulden ist das zwar immer so eine Sache, denn Investitionen kommen auf die eine oder andere Weise wieder zurück. Man könnte also die Schulden sukzessive wieder zurückzahlen. Wird man das? Wenn Gift nicht so scheußlich wäre, dann könnte man es darauf nehmen. Natürlich wird man sich über die zusätzlichen Steuereinnahmen freuen. Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Der verstorbene Papst Franziskus hat in seinem Enzyclika "Laudato si" eindringlich darauf hingewiesen, wie wir unsere Erde ausbeuten und vergiften. Was folgte, war eine Verlängerung des Glyphosat-Einsatzes und unverschämtes weiteres Schürfen. Die CO2-Reduktion ist dabei nur ein Aspekt. Aber nicht mal das haben wir geschafft. Und wenn es um den eigenen Komfort geht, ist der Klimawandel schnell die Aufgabe von anderen.
Ganz nebenbei
wird es ständig immer wärmer. Starkregenereignisse sind Normalität, ebenso Dürreperioden. Ganze Landstriche werden unfruchtbar. Aber für sowas haben wir doch die Munich RE. Und Putin glaubt, dass er ohne das Verschlingen der Ukraine nicht Zar werden kann. Während Trump die Welt als großen Bazar versteht, in dem es nur um Deals geht. Dabei werden beide früher oder später mit einer Holzkiste zufrieden sein müssen. Wobei früher hier den Vorzug haben sollte.
Nein, es ist schon zum Haareraufen. Dabei bedürfte es nur etwas Bescheidenheit. Das Anspruchsdenken ein bisschen herunterschrauben. Ressourcen schonen und nicht verbrauchen. Umweltverträgliche Reiseziele auswählen. Das Auto nach Vernunft und nicht Prestige kaufen. Das Smartphone erst wechseln, wenn es zu alt ist. Beim Essen auf Nachhaltigkeit achten. Den Konsum am Bedarf und nicht am Habenwollen ausrichten. Beim Verreisen öffentliche Alternativen bevorzugen. Das wäre Leben ohne Abstriche und würde garantieren, dass unsere Nachfahren auch noch gut leben können. Man sollte bei allem nicht vergessen: Die Erde ist eine Kugel und man kann sie nicht vergrößern. Alle Rohstoffe sind nur einmal da und auch die Atmosphäre ist einmalig. Unseren Nachfahren eine verbrannte Erde zu hinterlassen, das wäre ganz schön gemein.
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